Magisterarbeit, 2009
141 Seiten, Note: 1,0
1 Kulturelle Identität auf La Réunion
1.1 Begriff der kulturellen Identität
1.2 Historische Legitimierung kultureller Identitätszuschreibung
1.3 Grundlagen für die Herausbildung kultureller Identität
1.3.1 Métissage
1.3.2 Linguistische und kulturelle Kreolisierung
1.4 Identitäre Evolution der réunionesischen Gesellschaft
1.4.1 Multikulturalismus
1.4.2 Interkulturalismus
1.4.3 Transkulturalismus
1.5 Identitäre Problematik
1.5.1 Gelenkte und ungelenkte Identitätsbildung
1.5.2 Identitätskonflikte
2 Musik auf La Réunion
2.1 Traditionelle Musik als Ergebnis des Synkretismus
2.2 Etappen der Entstehung
2.2.1 Beginn der Kolonisierung im 17. Jahrhundert –Dominanz europäischer Musik–
2.2.2 18. bis Mitte 20. Jahrhundert –Musikalische Kreolisierung–
2.2.3 1946 bis 1981 –Séga vs. Maloya–
2.2.4 Ab 1981 –Angleichung und Modernisierung der Genres–
2.3 Konfliktsituation der gegenwärtigen Musiklandschaft
2.4 Bedeutung der Musik
2.5 Korrelation von Musik und kultureller Identität
3 Darstellung und Ableitung kultureller Identitätskonstrukte anhand ausgewählter Liedtexte der traditionellen réunionesischen Musik
3.1 Erinnerungsarbeit
3.1.1 Sklaverei und Sklavenhandel
3.1.2 Marronnage
3.1.3 Fèt Kaf
3.2 Verteidigung, Erhalt und Verbreitung des kulturellen Erbes und Bewältigung von sozialen Problemen
3.2.1 Ways of life
3.2.1.1 Kulturelle Praktiken
3.2.1.2 Sprache
3.2.2 Ways of living together
3.2.2.1 Stolz auf métissage
3.2.2.2 Gleichheit und Solidarität als oberste Maxime
3.2.2.3 Kampf gegen „francité“ als Lebensstil und Sensibilisierung für die Heimat
3.2.2.4 Rückbesinnung auf afrikanische Wurzeln und Aufwertung der Kaf
3.2.3 Ways of believing
3.2.3.1 Gleichberechtigung der Religionen
3.2.3.2 Sèrvis kabaré
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von traditioneller réunionesischer Musik zu kultureller Identität im Zeitraum von 1981 bis 2009. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Maloya und Séga als Ausdruck kultureller Identität fungieren und inwieweit sie diese identitätsstiftend beeinflussen, insbesondere vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheiten und der postkolonialen Prägung der Insel.
3.1.1 Sklaverei und Sklavenhandel
Traditionelle réunionesische Musik ist eng mit der Präsentation der Sklaverei verbunden. Soziale Realitäten während der Sklaverei sind ein konsequenter Bestandteil der Texte. Thematisiert werden vor allem die harte Arbeit auf den Plantagen und die leidenschaftliche und oft unberechtigte Folter und Gewalt der Kolonialherren gegenüber den Sklaven, welche zum einen als Strafe, andererseits der produktiven Arbeit dienen sollten:174
„Kan la koup kane larivé La période de la coupe des cannes est là I sava luzine gran matin […] Il faut aller à l’usine de bonne heure […] Tout la zourné mi koup kane […] Toute la journée je coupe des cannes […] Tap pa tro for komandèr Ne frappe pas trop fort commandeur Ti poul volé la pa moin ”.175 Ce n’est pas moi qui ai volé la poule.
„Sabouk komandér Le fouet du commandeur Si lo poi gro blan Sous le poids des gros Blancs Oui sa zot la gouté”.176 Oui ça ils ont subi.
Während in vielen Liedern das Wort Sklaverei oder Sklave direkt genannt wird, beschreiben einige Musiker durch den Bezug auf die Hautfarbe die unterschiedlichen Lebensumstände der Sklaven und deren dominanter Herren. Das Nichterscheinen der Begriffe Sklave und Sklaverei verstärkt dabei die Aussagekraft der Lieder.
1 Kulturelle Identität auf La Réunion: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der kulturellen Identität und die spezifische, konfliktreiche historische Evolution der réunionesischen Gesellschaft.
2 Musik auf La Réunion: Hier erfolgt eine Analyse der musikalischen Entwicklung, unterteilt in historische Epochen, sowie die Untersuchung der Bedeutung und der sozio-kulturellen Korrelation der Genres Maloya und Séga.
3 Darstellung und Ableitung kultureller Identitätskonstrukte anhand ausgewählter Liedtexte der traditionellen réunionesischen Musik: Das Hauptkapitel nutzt Liedtextanalysen, um Erinnerungsarbeit sowie verschiedene gesellschaftliche Ebenen wie "ways of life" und "ways of believing" im Kontext der réunionesischen Identität abzubilden.
La Réunion, Kulturelle Identität, Maloya, Séga, Kreolisierung, Métissage, Sklaverei, Musiktradition, Liedtextanalyse, Postkolonialismus, Soziale Identität, Erinnerungsarbeit, Réunionnité, Identitätskonflikte, Musiklandschaft.
Die Magisterarbeit untersucht das Verhältnis zwischen traditioneller Musik auf La Réunion und der kulturellen Identität der dortigen Bevölkerung im Zeitraum von 1981 bis 2009.
Die zentralen Themen sind die historische Identitätsentwicklung, die musikalische Evolution durch Synkretismus und Kreolisierung, sowie die Verarbeitung von Sklaverei und sozialen Konflikten in Liedtexten.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung, inwiefern Maloya und Séga als Ausdruck kultureller Identität dienen und über welchen Stellenwert sie bei der Selbstbehauptung der Réunionesen verfügen.
Es werden historische und soziologische Ansätze zur Identitätstheorie mit einer tiefgehenden Analyse ausgewählter Liedtexte aus der traditionellen Musik kombiniert.
Im Hauptteil werden mittels Liedtexten kulturelle Identitätskonstrukte auf den drei Ebenen „ways of life“, „ways of living together“ und „ways of believing“ analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem La Réunion, kulturelle Identität, Maloya, Séga, Kreolisierung, Métissage und Erinnerungsarbeit.
Dieser Zeitraum ist bedeutsam, da 1981 eine Zäsur markiert, ab der sich die Musik von einem rein politischen Kampffeld hin zu einer relativen Einheit und einer stärker kulturellen Identitätsstiftung entwickelte.
Die UNESCO-Entscheidung von 2009, den Maloya als Weltkulturerbe anzuerkennen, bestätigt die hohe Relevanz der Musikgattung für das kulturelle Erbe und die Identität der réunionesischen Gesellschaft.
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