Diplomarbeit, 2009
105 Seiten, Note: 1,7
1. Problemstellung
2. Die Entstehung der Finanzkrise und damit zusammenhängende Problemfelder
2.1. Entwicklungen im US-amerikanischen Hypothekenmarkt
2.1.1. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen in der USA vor der Finanzkrise
2.1.2. Der Subprime Hypothekenmarkt - Definition und Überblick
2.2. Die Verbriefung von Krediten
2.2.1. Der Verbriefungsprozess von Hypotheken und deren Hauptakteure
2.2.2. Klassifizierung der Asset Backed Securities
2.3. Von der Subprime-Krise zur internationalen Finanzkrise
2.3.1. Die Explosion der Immobilienblase
2.3.2. Der Zusammenbruch des Interbankenmarkts
3. Der Beitrag von IAS 27 und SIC-12 zur Finanzkrise - Versäumte Konsolidierung von Zweckgesellschaften?
3.1. Probleme bei der Nicht-Konsolidierung von Zweckgesellschaften
3.2. Ziele und Anreize bei der Gründung von Zweckgesellschaften
3.2.1. Umgehung der bankenaufsichtsrechtlichen Eigenkapitalregelungen nach Basel I&II
3.2.2. Reduzierung der Refinanzierungskosten
3.3. Untersuchung der Konsolidierungspflicht von SPEs nach IAS 27
3.3.1. Das Control-Konzept nach IFRS - Voting-Rights-Approach
3.3.2. Überprüfung der Konsolidierungspflicht von Zweckgesellschaften anhand der Tatbestandsmerkmale der Beherrschung nach IAS 27.13
3.4. Untersuchung der Konsolidierungspflicht von SPEs nach SIC-12
3.4.1. Wirtschaftliche Betrachtungsweise - Risk- and Rewards-Approach
3.4.2. Überprüfung der Konsolidierungspflicht von Zweckgesellschaften anhand der Indizien von SIC-12.10
3.4.2.1. Nutzen aus der Geschäftstätigkeit der Zweckgesellschaft
3.4.2.2. Durchsetzbarkeit der Entscheidungsmacht
3.4.2.3. Chancen- und Risiko-Verteilung
3.5. Kritische Würdigung der verbleibenden Probleme des SIC-12
3.6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
3.7. Standardentwurf ED 10 - Verbesserung der Konsolidierungsproblematik durch Neuregelung der Beherrschungsdefinition?
3.7.1. Anwendungsbereich des ED 10
3.7.2. Das neue Beherrschungskonzept
3.7.3. Strukturierte Einheiten - Neukonzeption der Indizien für Control
3.7.4. Zusammenfassung und Ausblick zur künftigen Entwicklung der Konsolidierungsproblematik von Zweckgesellschaften
4. Der Fair Value im Belastungstest der Finanzkrise
4.1. Die Fair Value-Problematik - Konzept und Anwendungsbereiche
4.2. Die Fair Value-Bewertung bei Finanzinstrumenten nach IAS 39
4.2.1. Finanzinstrumente - Begriff, Bewertung und Klassifizierung
4.2.2. Financial assets at fair value through profit or loss (FVTPL)
4.2.2.1. Financial instruments held for trading (HfT)
4.2.2.2. Designated financial instruments (Fair value option) (FVO)
4.2.3. Financial instruments held to maturity (HtM)
4.2.4. Loans and receivables (LaR)
4.2.5. Available for sale financial assets (AfS)
4.2.6. Zusammenfassende Ergänzungen
4.3. Die Fair Value-Bewertungshierarchie nach IAS 39
4.3.1. Stufe 1 und 2 - Mark-to-Market - Aktiver Markt vs. Inaktiver Markt
4.3.2. Stufe 3 und 4
4.3.3. Bewertungsmodelle - Mark-to-Model (MtM)
4.3.4. Schlussfolgerungen
4.4. Alternative und Lösungsansatz zur Fair Value-Problematik
4.4.1. Fair Value vs. Anschaffungskosten
4.4.2. Neuregelung des IAS 39.50 zur Reklassifizierung von Finanzinstrumenten
5. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS), insbesondere IAS 27/SIC-12 und IAS 39, auf die Entstehung und den Verlauf der globalen Finanzkrise. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, inwieweit Bilanzierungsvorschriften durch die Ermöglichung von Nicht-Konsolidierungen von Zweckgesellschaften und die prozyklische Wirkung der Fair-Value-Bewertung zu der Krise beigetragen haben.
2.1.1. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen in der USA vor der Finanzkrise
Der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Finanzkrise reicht bis in die jüngste Vergangenheit zurück. Dazu haben viele Faktoren beigetragen. Speziell in den USA konnte man beobachten, dass die Preise für Immobilien seit 1991 jedes Jahr stetig anstiegen. Selbst die Rezession, in der sich die USA 2001 befand, hinderten die Häuserpreise nicht daran, weiter in die Höhe zu schießen. Zusätzlich wurde durch die massive Zinssenkung der Federal Reserve in der Greenspan-Ära, am Ende des New Economy Booms, sehr viel Liquidität in die Wirtschaft gepumpt. Der Leitzins sank im Zeitraum Mai 2000 bis Juli 2003 von 6,5% auf 1%. Eine weitere Zunahme der Liquidität resultierte aus den massiven Kapitalzuflüssen in die USA. Der dadurch entstandene Liquiditätsüberschuss hat den Häuserboom weiter vorangetrieben. Der Häuserboom wiederum, führte dazu, dass die anhaltende Nachfrage nach Eigentumshäusern, deren Preise weiter ankurbelte. So betrugen die Preissteigerungen von 2001 - 2006 zwischen 50 - 200%. Im Vergleich dazu hat sich das verfügbare Einkommen der US-amerikanischen Haushalte sowie die Inflation weitaus weniger stark erhöht.
1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der amerikanischen Immobilienkrise und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung des Einflusses von IFRS-Standards.
2. Die Entstehung der Finanzkrise und damit zusammenhängende Problemfelder: Detaillierte Betrachtung der makroökonomischen Faktoren, der Subprime-Kreditvergabe und der Verbriefungsprozesse, die den Grundstein für die Finanzkrise legten.
3. Der Beitrag von IAS 27 und SIC-12 zur Finanzkrise - Versäumte Konsolidierung von Zweckgesellschaften?: Analyse der Konsolidierungsregeln für Zweckgesellschaften und Diskussion über die Anreize zur Nicht-Konsolidierung sowie die Problematik des SIC-12.
4. Der Fair Value im Belastungstest der Finanzkrise: Untersuchung der Fair-Value-Bewertungsmethodik nach IAS 39, ihrer Rolle als prozyklischer Krisenverstärker und der Auswirkungen der Reklassifizierungsneuregelungen.
5. Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Untersuchung.
Finanzkrise, Subprime-Krise, IFRS, IAS 27, SIC-12, IAS 39, Fair Value, Zweckgesellschaften, Konsolidierungspflicht, Verbriefung, Asset Backed Securities, Bilanzierung, Finanzinstrumente, Risiko, Eigenkapital.
Die Diplomarbeit analysiert, welche Rolle internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS) bei der Entstehung und Verschärfung der Finanzkrise gespielt haben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konsolidierung von Zweckgesellschaften (SPEs) und der Bewertung von Finanzinstrumenten mittels Fair Value.
Es wird untersucht, inwieweit die internationalen Rechnungslegungsstandards die Finanzkrise beeinflusst haben oder für deren Ausbruch mitverantwortlich sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse der relevanten IFRS-Standards (IAS 27, IAS 39, SIC-12) sowie einer Auswertung aktueller Fachliteratur und Berichte im Kontext der Finanzkrise.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Konsolidierungsproblemen bei Zweckgesellschaften und eine kritische Würdigung der Fair-Value-Bewertung in illiquiden Märkten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Fair Value, Subprime-Hypotheken, Verbriefung, Zweckgesellschaften, Konsolidierungspflicht und regulatorisches Eigenkapital.
Der ED 10 wird als Reaktion des IASB diskutiert, um durch eine einheitliche Beherrschungsdefinition die Schwachstellen der bisherigen Standards (IAS 27 und SIC-12) bei der Konsolidierung strukturierter Einheiten zu beheben.
Die Arbeit kritisiert, dass die Fair-Value-Bewertung in illiquiden Märkten subjektive Ermessensspielräume vergrößert und prozyklische Effekte auslöst, die den Abwärtsdruck auf die Märkte in der Krise verstärkt haben.
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