Diplomarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht
2.1 Funktionen von Verrechnungspreisen
2.1.1 Erfolgsermittlungs- und Motivationsfunktion
2.1.2 Koordinations- und Lenkungsfunktion
2.1.3 Abrechnungs- und Bilanzierungsfunktion
2.1.4 Funktionen im Rahmen der Kostenrechnung
2.1.4.1 Kalkulations- und Planungsfunktion
2.1.4.2 Vereinfachungsfunktion
2.1.4.3 Kontrollfunktion
2.1.5 Spezielle Funktionen in Verbindung mit grenzüberschreitenden Leistungsbeziehungen
2.1.5.1 Zollwertbemessung
2.1.5.2 Risikominderung
2.1.6 Zwischenergebnis
2.2 Betriebswirtschaftliche Formen der Verrechnungspreisbildung
2.2.1 Marktorientierte Verrechnungspreise
2.2.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
2.2.2.1 Ist- versus Plankostenansatz
2.2.2.2 Verrechnungspreise auf Vollkostenbasis
2.2.2.3 Grenzkostenorientierte Verrechnungspreise
2.2.3 Verhandelte Verrechnungspreise
2.2.4 Zwischenergebnis
3 Verrechnungspreise aus steuerrechtlicher Sicht
3.1 Steuerrechtliche Funktionen von Verrechnungspreisen
3.1.1 Erfolgsermittlungsfunktion
3.1.2 Erfolgsverlagerung
3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen steuerrechtlicher Verrechnungspreisbildung
3.2.1 Der Fremdvergleichsgrundsatz
3.2.1.1 Tatsächlicher Fremdvergleich
3.2.1.2 Hypothetischer Fremdvergleich
3.2.2 Verdeckte Gewinnausschüttung
3.2.3 Verdeckte Einlage
3.2.4 Nationale Mitwirkungspflichten und Sanktionsvorschriften
3.2.5 Zwischenergebnis
3.3 Steuerrechtliche Verrechnungspreismethoden
3.3.1 Standardmethoden
3.3.1.1 Preisvergleichsmethode
3.3.1.2 Wiederverkaufspreismethode
3.3.1.3 Kostenaufschlagsmethode
3.3.2 Gewinnorientierte Methoden
3.3.2.1 Geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode
3.3.2.2 Geschäftsvorfallbezogene Nettomargenmethode
3.3.3 Methodenauswahl
4 Konflikte zwischen den Verrechnungspreisfunktionen
4.1 Zielkonflikte innerhalb der betriebswirtschaftlichen Sichtweise
4.2 Zielkonflikte innerhalb der steuerrechtlichen Sichtweise
4.3 Zielkonflikte zwischen betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Verrechnungspreisfunktionen
4.3.1 Steuerliche Erfolgsermittlung versus betriebswirtschaftliche Koordination
4.3.2 Steuerliche Erfolgsverlagerung versus betriebswirtschaftliche Erfolgsermittlung
4.3.3 Steuerliche Erfolgsverlagerung versus betriebswirtschaftliche Koordination
4.4 Zwischenergebnis
5 Lösungsansätze
5.1 Zwei-Kreis-System
5.2 Globale formelhafte Gewinnaufteilung
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die vielfältigen Funktionen von Verrechnungspreisen in internationalen Konzernen zu untersuchen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Differenzierung und dem Konfliktpotenzial zwischen betriebswirtschaftlicher Steuerung und steuerrechtlicher Gewinnabgrenzung liegt.
2.2.1 Marktorientierte Verrechnungspreise
Eine Form von Verrechnungspreisen, die aus betriebswirtschaftlichen Zwecken heraus Verwendung in Konzernunternehmen findet, stellen die marktorientierten Verrechnungspreise dar. Zur Bewertung konzerninterner Leistungen wird von der Konzernführung hierbei auf den für diese Leistungen am Markt feststellbaren Preis zurückgegriffen.
Der entscheidende Vorteil des Ansatzes von Marktpreisen ist wohl darin zu sehen, dass sich diese durch die Ableitung aus Marktdaten intersubjektiv nachprüfen lassen und somit einer geringen Manipulationsmöglichkeit unterliegen. So bleiben beispielsweise Informationsvorsprünge der Tochtergesellschaften, die diese bei anderen Verrechnungspreisformen ggf. für opportunistische Zwecke nutzen können, bei einem Einsatz von marktorientierten Verrechnungspreisen ohne Wirkung. Dies trägt wesentlich dazu bei, dass diese Form von Verrechnungspreisen von den einzelnen Konzerngesellschaften als weitestgehend gerecht akzeptiert wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Verrechnungspreisen als Steuerungs- und Gestaltungsinstrument in internationalen Konzernen ein und umreißt die Struktur der Arbeit.
2 Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen betriebswirtschaftlichen Funktionen von Verrechnungspreisen und stellt unterschiedliche Methoden der Preisbildung sowie deren Vor- und Nachteile dar.
3 Verrechnungspreise aus steuerrechtlicher Sicht: Hier werden die steuerlichen Aspekte erläutert, insbesondere der Fremdvergleichsgrundsatz und die gesetzlichen Anforderungen sowie Methoden zur Ermittlung steuerkonformer Preise.
4 Konflikte zwischen den Verrechnungspreisfunktionen: Dieses Kapitel identifiziert und analysiert die Zielkonflikte, die sich bei der gleichzeitigen Verfolgung von betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Zielen innerhalb eines Konzerns ergeben.
5 Lösungsansätze: In diesem Kapitel werden Ansätze wie das Zwei-Kreis-System und die globale formelhafte Gewinnaufteilung als Strategien zur Bewältigung der identifizierten Zielkonflikte diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch die Herausforderung, eine ausgewogene Verrechnungspreispolitik zu implementieren, die sowohl betriebswirtschaftliche als auch steuerliche Anforderungen erfüllt.
Verrechnungspreise, Internationaler Konzern, Erfolgsermittlung, Koordination, Steueroptimierung, Fremdvergleichsgrundsatz, Verdeckte Gewinnausschüttung, Verdeckte Einlage, Standardmethoden, Gewinnorientierte Methoden, Zielkonflikte, Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Gewinnverlagerung, Transferautonomie.
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Funktionen, die Verrechnungspreise in einem internationalen Konzern erfüllen müssen, wenn sie gleichzeitig betriebswirtschaftlichen Steuerungszwecken und steuerrechtlichen Gewinnabgrenzungsvorgaben dienen.
Die zentralen Themenfelder sind die betriebswirtschaftliche Steuerung (Koordination und Erfolgsermittlung), die steuerrechtliche Konformität (Fremdvergleichsgrundsatz), die Methoden der Verrechnungspreisbildung und die daraus resultierenden Zielkonflikte.
Das Ziel ist es, die systemimmanenten Konflikte zwischen dem Wunsch nach einer effizienten internen Steuerung und den gesetzlichen Anforderungen an eine steuerlich korrekte Gewinnermittlung aufzuzeigen und mögliche Lösungsansätze für Konzerne zu diskutieren.
Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und formal-theoretischen Analysen basiert, wobei die Zielkonflikte anhand von Fallbeispielen illustriert und mathematisch sowie betriebswirtschaftlich interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der betriebswirtschaftlichen sowie steuerrechtlichen Perspektive auf Verrechnungspreise, gefolgt von einer detaillierten Analyse der auftretenden Zielkonflikte und der Diskussion möglicher Lösungswege.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, Steueroptimierung, Zielkonflikte, Erfolgsermittlung und Koordination charakterisiert.
Ein Zielkonflikt entsteht, da eine anreizkompatible Koordination häufig den Einsatz von Grenzkosten als Verrechnungspreis erfordert, während eine verursachungsgerechte Erfolgsermittlung eine andere Kostenbasis (z.B. Vollkosten) favorisiert, was zu einer verzerrten oder unvollständigen Abbildung führt.
Der Fremdvergleichsgrundsatz ist die zentrale Maxime im internationalen Steuerrecht; er schränkt den Gestaltungsspielraum der Unternehmen bei der Preiswahl erheblich ein, da Verrechnungspreise so bestimmt werden müssen, wie sie zwischen fremden Dritten unter gleichen Bedingungen vereinbart worden wären.
Ein Zwei-Kreis-System erhöht die Komplexität und die Kosten durch den Bedarf an doppelter Dokumentation, Schulungen und erhöhtem Verwaltungsaufwand, zudem birgt es das Risiko, dass die Finanzverwaltung durch die Diskrepanz zwischen den Systemen kritische Nachfragen stellt.
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