Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Teil A Vorstellung des lösungsorientierten Ansatzes
1. Geschichte
2. Theoretische Überlegungen
3. Fachliche Werte
3.1 Menschliche Würde respektieren
3.2 Visionen der KlientInnen fördern
3.3 Normalisierung begünstigen
4. Beziehungstypen als Stadien eines Entwicklungsprozesses zwischen KlientIn und PraktikerIn
4.1 Beziehungen vom Typ BesucherIn
4.2 Beziehungen vom Typ KlagendE
4.3 Beziehungen vom Typ KundIn
5. Phasen des Lösungen – Findens
5.1 Beschreibung des Problems
5.2 Wohlformulierte Ziele entwickeln
5.2.1 Die Wunder–Frage
5.3 (Unter)Suchen nach Ausnahmen
5.4 Rückmeldung am Ende der Sitzung
6. Skalierungsfragen
Teil B Geistige Behinderung
1. Was ist Trisomie 21
2. Klinische Grundlagen
2.1 Phänotypische Entwicklung
2.2 Fehlbildungen
2.3 Medizinische Probleme
3. Prävalenz
4. Sprachentwicklung
Teil C Die Anwendung des lösungsorientierten Ansatzes in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung
1. Fallbeispiel
2. Gedanken zur Bedeutung der Haltung des lösungsorientierten Ansatzes
3. Praktische methodische Überlegungen zur Anwendung des lösungsorientierten Ansatzes bei Menschen mit Trisomie 21
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und die Grenzen des lösungsorientierten Ansatzes nach Steve de Shazer in der Praxis der Sozialarbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung, insbesondere in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Ziel ist es, zu eruieren, wie eine wertschätzende, ressourcenfokussierte Haltung zur Verbesserung der Lebensqualität und Selbstbestimmung dieser Klientengruppe beitragen kann.
1. Fallbeispiel
Die 25jährige Frau X. ist seit cirka zwei Jahren in der Werkstatt „Lebensbrücke“ in Werdau tätig. Sie ist aufgrund von Trisomie 21 geistig behindert. Nach dem Besuch der Lernförderschule bekam sie zunächst Arbeit in einem Integrationsprojekt, einem Hotel bei Chemnitz, wo sie berufliche Bildung hinsichtlich Hauswirtschaft erhielt und als zuverlässige, fleißige und freundliche Mitarbeiterin galt. Leider existierte dieses Projekt nicht lange, so dass ein Wechsel in eine Werkstatt in H. notwendig wurde. Dort wurde sie zunächst auch im hauswirtschaftlichen Bereich eingesetzt, ließ aber in ihrer Leistungsbereitschaft stark nach. Auch der Wechsel in andere Arbeitsbereiche brachte keine Änderung.
Ihrem Wunsch gemäß war sie zu Beginn im Bereich Küche / Hauswirtschaft eingesetzt, Frau X. konnte aber den Anforderungen an das Arbeitstempo durch die gesundheitlichen Probleme nicht entsprechen. Viele Gespräche über die Leistungsbereitschaft und generell zum Thema „arbeiten gehen oder zu Hause bleiben“ schlossen sich an. Ein Wechsel in den Bereich Einfachmontage, in welchem eher schwerer behinderte MitarbeiterInnen beschäftigt sind, brachte keine Änderung. Schmerzen im Bein, Unwohlsein vor und Schmerzen während der Menstruation waren ihre Begründungen dafür, nicht arbeiten zu können.
Als Frau X. eines Tages wieder im Büro der Verfasserin saß, ihre Trinkflasche dabei und viele Argumente aufzählend, die gegen die Aufnahme der Arbeit sprachen, entschied sich die Verfasserin in ihrer Ratlosigkeit für ein Experiment. Sie fragte Frau X. ob sie weisse, was „Münzen werfen“ bedeute. Da sie verneinte, erklärte sie es ihr. Nachdem Frau X. es anscheinend verstanden hatte, wurde abgesprochen, welche Seite der Münze „Arbeit“ bedeutet und welche „Ausruhen“. Sie überließ das Werfen der Verfasserin. Das Geldstück landete auf dem Boden, wir beugten uns darüber und …Frau X. verließ wortlos den Raum! Es lag die Seite „Arbeit“ oben!
Einleitung: Die Autorin erläutert ihre Motivation, den lösungsorientierten Ansatz in der Arbeit in einer WfbM zu erproben, um der Vielfalt der Klientenanliegen gerecht zu werden.
Teil A Vorstellung des lösungsorientierten Ansatzes: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung und die zentralen Prinzipien der Methode, wie das Fokusieren auf Ressourcen statt auf Defizite.
Teil B Geistige Behinderung: Hier wird ein medizinischer Einblick in die Trisomie 21 gegeben, um ein tieferes Verständnis für die Lebenssituation und die spezifischen Herausforderungen dieser Menschen zu schaffen.
Teil C Die Anwendung des lösungsorientierten Ansatzes in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung: Anhand eines Fallbeispiels wird illustriert, wie lösungsorientierte Impulse die Motivation und Selbstwirksamkeit der Klienten in einer Werkstatt stärken können.
Lösungsorientierter Ansatz, Steve de Shazer, Insoo Kim Berg, Geistige Behinderung, Trisomie 21, Werkstatt für behinderte Menschen, Normalisierungsprinzip, Ressourcenfokussierung, Wunderfrage, Skalierungsfragen, Sozialarbeit, Lebensqualität, Empowerment, Kommunikation, Auftragsklärung.
Die Arbeit untersucht, wie lösungsorientierte Gesprächsführung nach Steve de Shazer in der Praxis der Behindertenhilfe, speziell in einer Werkstatt, eingesetzt werden kann.
Die zentralen Felder sind die Methoden des lösungsfokussierten Ansatzes, die medizinischen Grundlagen der Trisomie 21 sowie die praktische Umsetzung dieser Ansätze in der Werkstattarbeit.
Das Ziel ist herauszufinden, ob ein Paradigmenwechsel weg von der Defizitorientierung hin zu einer ressourcenorientierten Haltung die professionelle Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung positiv beeinflussen kann.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturrecherche und eine Reflexion eigener Praxiserfahrungen anhand eines Fallbeispiels.
Der Hauptteil erörtert die Haltung des Nichtwissens, die Bedeutung der Auftragsklärung sowie die Anpassung von Techniken wie der Wunderfrage an die kognitiven Bedürfnisse der Klienten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen lösungsorientierter Ansatz, Trisomie 21, Normalisierungsprinzip, Empowerment und Ressourcenorientierung.
Es veranschaulicht, wie ein spielerisches lösungsorientiertes Experiment (Münzwurf) eine blockierte Motivation auflösen und die Eigenverantwortung der Klientin nachhaltig stärken konnte.
Die Autorin betont, dass eine einfache Sprache in kurzen Sätzen essenziell ist, um Barrieren abzubauen und eine erfolgreiche Interaktion mit Menschen mit geistiger Behinderung zu gewährleisten.
Die Haltung des Nichtwissens wird als entlastend beschrieben, da die Praktikerin nicht als "allwissende Expertin" agieren muss, sondern die Deutungshoheit und Kompetenz beim Klienten belässt.
Ja, die Grenzen liegen in den kognitiven Voraussetzungen der Klienten, was jedoch keine Ablehnung des Ansatzes bedeutet, sondern eine notwendige Anpassung und Methodenvielzahl erfordert.
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