Examensarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Wissenschaftshistorie
3. Fachliche Grundlagen
3.1. Die Grundidee des Ökologischen Fußabdrucks
3.2. Berechnungsgrundlagen
3.2.1. Der Globale Hektar (in gha)
3.2.2. Äquivalenzfaktoren (ÄQF)
3.2.3. Ertragsfaktoren (EF)
3.2.4. Produktivität von Energiequellen
3.3. Die Biokapazität
3.4. Die Ökobilanzierung
3.5. Erhebung von Daten
3.6. Flächenkategorien
4. Kritische Betrachtungen
4.1. Vorüberlegung
4.2. Bezug zur Nachhaltigkeit
4.3. Konzeptionelle Schwachstellen
4.3.1. Geringproduktive Flächen und die exklusive Funktionalität
4.3.2. Über den Verlust von Biokapazität
4.3.3. Über den Verlust von Biodiversität
4.3.4. Der ÖFA sieht nur mit einem Auge
4.3.5. Das Doublecounting
4.3.6. Die Kernenergie
4.3.7. Die CO²-Fläche
4.4. Schwachstellen im Verfahren
4.4.1. Die Datensituation
4.4.2. Die Umrechnungsfaktoren
4.4.3. Die hohe Aggregation
4.5. Zur Begrifflichkeit
5. didaktisch methodische Potenziale in der gymnasialen Oberstufe
5.1. Nachhaltigkeit im Unterricht
5.2. Umweltbewusstsein im Konztext von Bildung und Werteorientierung
5.3. Der Ökologische Fußabdruck
5.3.1. Problematisierung
5.3.1.1. Schwerpunkt: Overshoot
5.3.1.2. Schwerpunkt: Wohlstand für alle – eine Utopie?
5.3.2. Der persönliche Ökologische Fußabdruck im Unterricht
5.3.3. Arbeiten mit den Ökologischen Fußabdruck
5.3.3.1. Anwendungsbeispiele außerhalb des Footprintrechners
5.3.3.2. Unsere Bedürfnisse in der Nachhaltigkeitsfalle
5.3.3.3. Footprint und nun? Konstruktive Weiterarbeit
5.3.3.3.1. Individuelle Ebene - Die Zukunft selbst in die Hand nehmen
5.3.3.3.2. Kollektive Ebene - gemeinsam aktiv durchstarten
5.3.3.4. Das Dilemma des zu hohen Fußabdrucks
5.4. Probleme bei der Arbeit mit dem Ökologischen Fußabdruck
6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
7. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks hinsichtlich seiner fachlichen Grundlagen und erarbeitet dessen didaktische Potenziale für den Geographieunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Das zentrale Ziel ist es, den Nutzen des Indikators zur Bewusstmachung ökologischer Probleme zu bewerten, ohne dabei die konzeptionellen Schwachstellen und die notwendige kritische Einordnung zu vernachlässigen.
3.1. Die Grundidee des Ökologischen Fußabdrucks
Das menschliche Leben auf unserem Planeten, jeder Konsum von Gütern und Dienstleistungen ist auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie angewiesen, die von der Natur bereitgestellt werden. Die Grundfrage, mit der sich William E. Rees und Mathis Wackernagel auseinandergesetzt haben (M. Wackernagel 1996) stellt das Konzept der ökologischen Tragfähigkeit auf den Kopf, indem nicht danach gefragt wird, wie viele Menschen die Erde „tragen“ kann, sondern wie viele Erden die Menschen bräuchten:
Es stellte sich die Frage: Wie groß müssten die biologisch produktiven Flächen sein, um unseren Konsum ökologisch nachhaltig, das heißt im Sinne der starken Nachhaltigkeit ohne Abbau von Naturkapital, abdecken zu können (Ebd. S.55).
Naturkapital im Sinne des ÖFA ist der gesamte Umfang der Produktionsfaktoren der Natur. Das Naturkapital bleibt erhalten, wenn bei gleicher Bewirtschaftungsweise kein Ertragsverlust erfolgt. Die Umwidmung von Flächennutzungsarten sowie die Änderung der Qualität an Naturressourcen bzw. Diversität der Arten geben keinen Ausschlag für den Betrag des Naturkapitals.
Der Ökologische Fußabdruck ist ein Instrument, mit dem der Verbrauch von Natur bzw. biologisch produktiver Fläche bilanziert werden kann. Er ist ein Nachhaltigkeitsindikator der den Flächenverbrauch mit der verfügbaren Fläche vergleicht (J. Kitzes 2007). Er fasst zahlreiche Umweltdaten in einem aggregierten Wert zusammen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert den Ökologischen Fußabdruck als Instrument zur Untersuchung der ökologischen Tragfähigkeit und dessen didaktisches Potenzial.
2. Wissenschaftshistorie: Das Kapitel zeichnet die Ideengeschichte der Nachhaltigkeit und Tragfähigkeit nach, von frühneuzeitlichen forstwirtschaftlichen Ansätzen bis hin zu modernen Systemanalysen wie "The Limits to Growth".
3. Fachliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die mathematischen und methodischen Berechnungsgrundlagen, einschließlich Faktoren wie Globalhektar, Äquivalenz- und Ertragsfaktoren sowie die Rolle der Biokapazität.
4. Kritische Betrachtungen: Hier werden methodische Grenzen, die Aggregationsproblematik und konzeptionelle Schwachstellen wie die Vernachlässigung qualitativer Umweltaspekte und der Umgang mit CO² kritisch hinterfragt.
5. didaktisch methodische Potenziale in der gymnasialen Oberstufe: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Anwendung im Unterricht, inklusive der Problematisierung globaler Ungleichheiten, dem Einsatz von digitalen Tools und der Förderung individueller Gestaltungskompetenz.
6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Ökologische Fußabdruck zwar fachlich umstritten ist, aber als didaktisches Instrument zur Sensibilisierung für den persönlichen Ressourcenverbrauch und globale Zusammenhänge unverzichtbar bleibt.
7. Literatur: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturangaben zur Arbeit.
Ökologischer Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Biokapazität, Tragfähigkeit, Flächenverbrauch, Globalhektar, CO²-Emissionen, Umweltbildung, Oberstufe, Geographieunterricht, Overshoot, Naturkapital, Ressourcenkonsum, ökologisches Defizit, Werteorientierung.
Die Arbeit untersucht das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks sowohl aus fachwissenschaftlicher als auch aus fachdidaktischer Sicht für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Herleitung der ökologischen Tragfähigkeit, die mathematische Berechnungsmethodik, die Kritik am Indikator sowie die pädagogische Aufbereitung zur Förderung von Umweltbewusstsein.
Das Ziel ist es, das didaktische Potenzial des Ökologischen Fußabdrucks zu evaluieren, um Schülern einen Zugang zu globalen ökologischen Zusammenhängen und zur Reflexion des eigenen Lebensstils zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Modellen des Global Footprint Networks sowie verschiedenen wissenschaftlichen Diskursen zur Nachhaltigkeit.
Der Hauptteil gliedert sich in fachliche Grundlagen, eine umfassende kritische Betrachtung der Schwachstellen und ein didaktisches Kapitel, das konkrete methodische Ansätze für den Unterricht vorstellt.
Hauptbegriffe sind der Ökologische Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Biokapazität, Flächenverbrauch und die didaktische Gestaltung im Geographieunterricht.
Der Graue Footprint umfasst Infrastruktur und Allgemeingüter, die dem Nutzer automatisch angerechnet werden, was dem Schüler seine individuelle Einflussmöglichkeit nimmt und zu Frustration führen kann.
Die Lehrperson sollte die emotionale Auseinandersetzung einfühlsam begleiten, da die Konfrontation mit der globalen Übernutzung Schuldgefühle oder Überforderung auslösen kann, und diese in eine konstruktive Handlungsperspektive lenken.
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