Bachelorarbeit, 2024
116 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Veganismus
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Vegane Ernährung und ihre Formen
2.1.3 Soziodemographische Merkmale von Veganer*innen
2.1.4 Motive von Veganer*innen
2.1.5 Ernährungsphysiologische Bewertung des Veganismus
2.2 Kognitive Dissonanz
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Möglichkeiten der Dissonanzreduktion
2.2.3 Folgen der kognitiven Dissonanz im Hinblick auf individuelles Verhalten und gesellschaftliche Normen
2.3 Soziale Konflikte
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Theorie der sozialen Identität
2.4 Das Phänomen Meat-Paradox
2.4.1 Begriffsbestimmung
2.4.2 Invisibilisierung der fleischhaltigen Nahrung
2.4.3 Soziale Auswirkungen des Meat-Paradox
2.4.4 Bewältigung von kognitiver Dissonanz und sozialen Konflikten in Bezug auf den Fleischkonsum
2.5 Zusammenfassung des theoretischen Hintergrundes
3 Forschungsfragen und Hypothesen
3.1 Präsentation der drei Hypothesen
4 Methodik
4.1 Studiendesign
4.2 Stichprobe
4.3 Operationalisierung der Variablen
4.4 Fragebogen
4.4.1 Entwicklung
4.4.2 Aufbau und Inhalt
4.4.3 Pretest
4.5 Datenerhebung
4.6 Auswertung der erhobenen Daten
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Analyse
5.2 Interferenzstatistische Analyse
5.2.1 Analyse der Hypothese 1
5.2.2 Analyse der Hypothese 2
5.2.3 Analyse der Hypothese 3
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der relevanten Ergebnisse
6.2 Ergebnisinterpretation
6.3 Kritische Reflexion des eigenen Vorgehens
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das „Meat-Paradox“ – die Diskrepanz zwischen der Zuneigung zu Tieren und dem Konsum von Fleisch – und die daraus resultierende kognitive Dissonanz bei Fleischkonsumenten. Das Ziel besteht darin, durch eine quantitative Online-Befragung zu analysieren, wie psychologische Abwehrmechanismen und Identitätsnormen das Empfinden von Fleischkonsumenten gegenüber vegan lebenden Personen beeinflussen.
2.4.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff Meat-Paradox, deutsch „Fleischparadoxon“ beschreibt das Phänomen, dass Menschen Fleisch gerne essen, aber gleichzeitig die Tötung und das Leiden von Tieren ablehnen. Das Paradox erklärt demnach die Diskrepanz zwischen dem Genuss am Fleischessen und dem Mitgefühl für Tiere, die für diesen Genuss getötet werden. Dieses Phänomen führt oft zu kognitiver Dissonanz, einem Zustand mentalen Unbehagens, der durch widersprüchliche Überzeugungen, Werte oder Einstellungen verursacht wird (Bastian, Loughnan, Haslam, & Radke, 2012, S. 247 - 248). Diese kognitive Dissonanz führt dazu, dass Menschen verschiedene psychologische Strategien anwenden, um diese Widersprüche zu bewältigen. Studien zeigen, dass dieses Paradoxon durch die Trennung der Wahrnehmung von Tieren als Lebewesen und als Nahrungsquelle erklärt werden kann. Menschen neigen dazu, die Herkunft des Fleisches zu verleugnen oder zu rationalisieren, um den moralischen Konflikt zu minimieren (Aaltola, 2019, S. 3). Fleischessende stehen demnach im Konflikt zwischen ihrem Essverhalten und ihrer Zuneigung zu Tieren. Das „Fleisch-Paradox“ hebt Diskrepanzen zwischen Verhalten und verschiedenen Idealen hervor, weshalb sich zahlreiche Studien auf die Theorie der kognitiven Dissonanz konzentrieren, um die Psychologie des Fleischessens zu erklären (Rothgerber, 2020, o.S.). Das Meat-Paradox wird als Folge räumlicher, sozialer und kultureller Entfremdungsprozesse zwischen Konsument*innen und den Tieren, welche gegessen werden, betrachtet. Während des größten Teils der Agrargeschichte lebten Menschen in enger Nähe zu ihren Tieren und entwickelten enge Beziehungen zu ihnen. In vielen modernen Gesellschaften sind Nutztiere jedoch zunehmend konzentriert und isoliert, ihre Identitäten auf die von Vieh oder Maschinen in einer Fabrik reduziert. In modernen Gesellschaften hat die Industrialisierung der Fleischproduktion die Distanz zwischen Konsumenten und Tieren vergrößert. Die Konsumenten sind von den Prozessen und Ritualen der Fleischproduktion entfremdet, was das Verständnis und die Rechtfertigung des Fleischkonsums erschwert.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Meat-Paradox ein, erläutert die Relevanz des steigenden Fleischverzichts in Deutschland und definiert die Zielsetzung sowie Struktur der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Säulen – Veganismus, kognitive Dissonanz, soziale Konflikte und das Meat-Paradox – umfassend erläutert und wissenschaftlich eingeordnet.
3 Forschungsfragen und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden die wissenschaftliche Fragestellung sowie drei zentrale Hypothesen zur moralischen Kollision, Identitätsabwehr und Verhaltensverteidigung formuliert.
4 Methodik: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsdesign einer quantitativen Querschnittsanalyse, die Stichprobengewinnung sowie die Konstruktion und den Pretest des verwendeten Online-Fragebogens.
5 Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden deskriptiv ausgewertet und im Rahmen einer interferenzstatistischen Analyse auf die aufgestellten Hypothesen hin geprüft.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, mit bestehender Literatur abgeglichen und kritisch im Hinblick auf methodische Limitationen der Studie reflektiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze sowie für die Praxis der Ernährungsberatung ab.
Meat Paradox, Kognitive Dissonanz, Veganismus, Ethische Konsumentscheidungen, Identitätsabwehr, Moralische Kollision, Ernährungsverhalten, Tierethik, Umweltbewusstsein, Fleischkonsum, Psychologische Abwehrmechanismen, Quantitative Forschung, Online-Befragung, Soziale Identität, Verhaltensverteidigung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten „Meat-Paradox“, also dem psychologischen Konflikt zwischen der Sympathie für Tiere und der gleichzeitigen Entscheidung, diese als Nahrungsmittel zu konsumieren.
Die zentralen Felder sind die Theorie der kognitiven Dissonanz (nach Leon Festinger), der Veganismus als Lebensweise sowie die Theorie der sozialen Identität im Hinblick auf Ernährungsentscheidungen.
Ziel ist es, herauszufinden, wie Menschen mit dem durch Fleischkonsum verursachten moralischen Unbehagen umgehen und ob dies zu Abwehrreaktionen gegenüber vegan lebenden Personen führt.
Es wurde eine quantitative, empirische Querschnittsanalyse mittels einer Online-Umfrage durchgeführt, die statistisch in SPSS ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen Theorieblock, die Ableitung der Forschungsfragen/Hypothesen, die Beschreibung der methodischen Durchführung (inklusive Pretest) und die anschließende Ergebnisanalyse.
Wesentliche Begriffe sind das Meat-Paradox, kognitive Dissonanz, Identitätsabwehr, Verhaltensverteidigung und moralische Kollision.
Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass Fleischessende, die ethische Bedenken hinsichtlich der Tierhaltung teilen, eine erhöhte kognitive Dissonanz erleben, die zu Abwehrmechanismen führen kann.
Diese Hypothese konnte nicht bestätigt werden; es lassen sich keine signifikanten Hinweise darauf finden, dass Fleischkonsumenten eine starke Abwehrhaltung aus einer Bedrohung ihrer traditionellen Identität heraus entwickeln.
Der Pretest war entscheidend, um die Verständlichkeit der Fragen zu prüfen und sicherzustellen, dass keine technischen Hindernisse den Befragungsprozess beeinträchtigen.
Die Autorin weist darauf hin, dass die Wahl einer nicht-repräsentativen Stichprobe und die teilweise schwache interne Konsistenz einiger Skalenelemente die Interpretationskraft der Ergebnisse einschränken.
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