Bachelorarbeit, 2024
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sexualität als Politikfeld
2.1. Sexualität in der deutschen Bundespolitik der 1980er-Jahre
2.2. Sexualität in der gegenwärtigen deutschen Bundespolitik
3. Christlich Demokratische/Soziale Union – Leitbild und Ideologie
4. Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren
4.1. Offizielle Parteilinie
4.2. Zeitgeist des Ausschweigens? Die Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen der Grünen zum Vergleich
4.3. Schismen innerhalb der Union
5. Gegenwärtige Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität
5.1. Offizielle Parteilinie
5.2. Schismen innerhalb der Union
6. Neue Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen? Ein Vergleich
7. Fazit
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der Unionsparteien CDU und CSU im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren und der Gegenwart, um Muster, Wandel und politische Strategien zur Machtabsicherung durch Abgrenzung aufzudecken.
4.1. Offizielle Parteilinie
Als „Leidvoller Zwang“ betitelte der Spiegel im Februar 1980 die Situation von Transpersonen im Rahmen der Berichterstattung zur Beratung des Gesetzesentwurfes des TSGs im Innenausschuss des Bundestages. Während sich die sozialliberale Regierungskoalition, bestehend aus SPD und FDP, dem „leidvollen“ Zwang einer „im Fühlen radikalen Minderheit“ durch die bereits zuvor ausgeführten kleinen und großen Lösungen annehmen wollte, taten sich CDU und CSU im Bundestag mit Teilen des Gesetzes schwer.
Eigentlich schien Transidentität für die Union kein Thema zu sein. Weder in ihrer Grundsatz- noch in ihrer Wahlprogrammatik findet sich dieses Thema in den 1970er- und 1980er-Jahren wieder. Es war kein Thema, dem sich die Unionsparteien von selbst widmeten. Doch erkannten sie die Notwendigkeit des Handelns an. Im März 1976 wurde durch die SPD-Fraktion im Bundestag ein Antrag zur Änderung des Personenstandsgesetzes gestellt und im April an den Innenausschuss überwiesen. Die Richter, die bisher in jedem vor Gericht gebrachten Fall der Geschlechtseintragsänderung einzeln entscheiden mussten, sollten durch ein spezifisches Gesetz und eine generelle Regelung von dieser Arbeit entlastet und von rechtlichen Unsicherheiten befreit werden. Auch für Transpersonen sollte, durch die Möglichkeit der Namens- und Geschlechtseintragsänderung, die freie Persönlichkeitsentfaltung nach Art. 2 GG möglich werden. Der vom Bundestag eingesetzte Innenausschuss, in welchem auch Unionsabgeordnete saßen, empfahl dem Bundestag in Übereinstimmung mit dem Antrag der SPD-Fraktion, eine gesetzliche Regelung zu schaffen. Mit den Stimmen der Unionsabgeordneten wurde am 10. Juni 1976 der Antrag zur Schaffung eines Gesetzes zur Änderung des Personenstandsgesetzes im Sinne transidenter Personen einstimmig im Bundestag angenommen und die Bundesregierung hiermit beauftragt.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Untersuchungsrahmen ab und stellt die These auf, dass die Union das Politikfeld Sexualität gezielt zur Profilschärfung und Abgrenzung nutzt.
2. Sexualität als Politikfeld: Dieses Kapitel definiert Sexualität als komplexes Spannungsfeld zwischen Trieb, Biologie und soziokulturellen Normen und führt in die drei relevanten Dimensionen des Politikfeldes ein.
3. Christlich Demokratische/Soziale Union – Leitbild und Ideologie: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln der Union und arbeitet das christlich-ideologische Menschenbild als konstitutive Basis ihrer gesellschaftspolitischen Grundhaltung heraus.
4. Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren: Hier werden die Haltungen der Union zu Transsexualität (TSG), Vergewaltigung in der Ehe und Kindesmissbrauch in den 1980er-Jahren unter Anwendung der Diskursanalyse untersucht.
5. Gegenwärtige Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität: Dieses Kapitel analysiert die aktuellen Positionen der Union, insbesondere die Ablehnung des Selbstbestimmungsgesetzes und die Verknüpfung mit der Gender-Debatte.
6. Neue Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen? Ein Vergleich: Der Vergleich zwischen den 1980er-Jahren und der Gegenwart zeigt den Wandel von einer Strategie des diskreten Schweigens hin zu einer offensiven, teils polemischen Inszenierung in der Opposition.
7. Fazit: Das Fazit bestätigt die These grundlegender Liberalisierungstendenzen bei gleichzeitiger Beibehaltung konservativer Kernwerte und arbeitet die Rolle der politischen Konkurrenz als Taktgeber für die Positionsfindung der Union heraus.
Unionsparteien, CDU, CSU, Sexualpolitik, TSG, Selbstbestimmungsgesetz, Vergewaltigung in der Ehe, Kindesschutz, Transidentität, Christliches Menschenbild, Diskursanalyse, Impressions-Management, Politische Kommunikation, Binarität, Ideologie.
Die Arbeit untersucht, wie die Unionsparteien in der Bundespolitik das Politikfeld Sexualität nutzen, um sich in verschiedenen Jahrzehnten zu positionieren, und ob sich dabei spezifische Inszenierungsstrategien nachweisen lassen.
Die Untersuchung konzentriert sich explizit auf die Debatten um das Transsexuellengesetz (TSG) bzw. das Selbstbestimmungsgesetz (SelbstBestG) sowie auf die Diskurse zu Vergewaltigung, insbesondere in der Ehe, und sexuellem Kindesmissbrauch.
Der Fokus liegt auf einem historischen Vergleich zwischen den 1980er-Jahren und der Gegenwart (ab 2017 bis Anfang 2024).
Neben der historisch-kritischen Methode wird die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger sowie die Theorie des Impressions-Managements zur Analyse der strategischen Selbstdarstellung verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Unionspolitik der 1980er-Jahre und eine Untersuchung der gegenwärtigen Diskurspositionen, ergänzt durch einen direkten Vergleich der Strategien.
Wichtige Begriffe sind neben den Parteien (CDU/CSU) das Christliche Menschenbild, die Strategie des Schweigens bzw. der offensiven Inszenierung, Transidentität sowie der Schutzauftrag bei Kindern.
Das christliche Menschenbild dient der Union als ideologisches Fundament, aus dem sie ihr Verständnis der hetero-normativen Familie und der binären Geschlechterordnung ableitet, welche in den untersuchten Debatten als Referenzpunkt dient.
Seit die Union in der Opposition ist, hat sie ihre Strategie von einer eher zurückhaltenden, "schweigenden" Art hin zu einer offensiven und teilweise polemischen Inszenierung gewandelt, bei der sie Themen im Politikfeld Sexualität häufig mit der sog. Gender-Debatte verknüpft.
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