Magisterarbeit, 2009
128 Seiten, Note: 2,2
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung und Grundlagen
2.1 Der Medienvergleich
2.2 Der deutsche Kulturbegriff - eine definitorische Annäherung
2.3 Geschichte des Feuilletons
2.4 Vorgehensweise für die Analyse
3. Publikationsform der Formate
3.1 Erscheinungsweise
3.2 Produktion: Sonderfall Kulturzeit
3.3 Sinneswahrnehmungssysteme
4. Selektion der Formate
4.1 Nachrichtenfaktoren
4.2 Kulturgenres
4.3 Hierarchisierung
4.4 Zwischenvergleich
5. Präsentation der Formate
5.1 Journalistische Darstellungsformen
5.1.1 Meinungsbetonte Darstellungsformen
5.1.2 Tatsachenbetonte Darstellungsformen
5.2 Sprache
5.2.1 Subjektivismus
5.2.2 Verständlichkeit
5.3 Zwischenvergleich
6. Abschließender Vergleich
6.1 Rezension von Kultur
6.2 Produktion von Kultur
6.3 Plattform für Kultur
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die strukturellen Unterschiede der drei Massenmedien Fernsehen (Kulturzeit), Radio (Fazit) und Zeitung (Feuilleton der Süddeutschen Zeitung) anhand ihrer Kulturberichterstattung. Ziel ist es, auf Basis einer medienwissenschaftlichen Analyse zu klären, wie die Formate Kultur definieren, welche Darstellungsformen sie wählen und inwiefern ihr Kulturverständnis medienabhängig ist.
1. Einleitung
Wir leben in einer Übergangsphase. Noch gibt es die Papierzeitung und ihr Pendant im Netz. Die Papierzeitung versammelt den politischen Skandal, Boulevardeskes und das gegenwartsanalytische Feuilletonstück. Letzteres mag vergleichsweise wenig Leser finden, verleiht der Zeitung als Ganzes aber Autorität. Sie wird ernst genommen gerade aufgrund jener Beiträge, die nicht von jedem widerstandslos verdaubar sind.
Dieses Zitat des Internetartikels „Das Netz als Feind“ des Onlineportals der Wochenzeitung Zeit verdeutlicht die momentane Situation der Zeitung und damit auch die des Feuilletons. In der Tat rezipieren nur etwa fünf bis zehn Prozent der Zeitungsleser das Feuilleton, doch sein übergeordneter Wert für das Image der Zeitung ist ungleich größer. Gleichwohl hat das gedruckte Wort in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz aus dem Internet bekommen. Unter anderem aus dem Grund, weil die Printausgabe einer Zeitung in der Tat vielleicht nicht mehr lange Gegenstand einer medienwissenschaftlichen Untersuchung sein wird, möchte sich diese Arbeit dem gedruckten Feuilleton einer Zeitung und ausgewählten Pendants im Rundfunk, dem Radio und dem Fernsehen, widmen. Es soll eine Gegenüberstellung vorgenommen werden.
Diese Arbeit will sich mit der These beschäftigen, dass sich die drei Massenmedien Fernsehen, Radio und Zeitung strukturell unterscheiden. Um dies zu untersuchen, werden am Beispiel Kulturberichterstattung drei Formate verglichen. Es wird analytisch erkundet, was die Kulturredaktionen als Kultur präsentieren, welche Darstellungsformen und Genres sie bevorzugen, welche Hierarchisierungen sie vornehmen und welcher Sprache sie sich bedienen. Ebenso soll herausgefunden werden, welche Rolle Nachrichtenfaktoren auf die Berichterstattung haben. Auch wird eine Einteilung in drei verschiedene Sinneswahrnehmungssysteme vorgenommen. Aus all diesen Punkten soll dann in Zwischenvergleichen auf mögliche Medienunterschiede geschlossen werden. Im abschließenden Vergleich wird erläutert, welche Auswirkungen die Mediendifferenzen auf das jeweilige Kulturverständnis haben.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Kulturjournalismus ein, formuliert die Forschungsfrage zur strukturellen Verschiedenheit von Fernsehen, Radio und Zeitung und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2. Begriffsbestimmung und Grundlagen: Das Kapitel definiert den Medienbegriff nach Luhmann, reflektiert den deutschen Kulturbegriff und beleuchtet die historische Entwicklung des Feuilletons als Grundlage für die moderne Kulturberichterstattung.
3. Publikationsform der Formate: Hier werden die strukturellen Rahmenbedingungen der untersuchten Formate (Erscheinungsweise, Produktionsbesonderheiten, Wahrnehmungskanäle) detailliert analysiert.
4. Selektion der Formate: Dieser Abschnitt behandelt die Nachrichtenfaktoren, Kulturgenres und die Hierarchisierung, um zu verstehen, wie Journalisten Wirklichkeit zu Medienrealität formen.
5. Präsentation der Formate: Der Fokus liegt auf der Analyse der journalistischen Darstellungsformen (Rezension, Kommentar, Porträt, Essay, Interview, Nachricht, Feature/Reportage) und der sprachlichen Ausgestaltung.
6. Abschließender Vergleich: Die Ergebnisse werden auf eine Metaebene gehoben, um die Funktionen der Medien als Rezensenten, Produzenten oder Plattformen für Kultur zu bewerten.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse über die medienabhängige Natur des Kulturverständnisses zusammen und wagt eine Prognose zur Zukunft des Feuilletons in Zeiten ökonomischer Krisen.
Kulturjournalismus, Feuilleton, Kulturzeit, Fazit, Süddeutsche Zeitung, Medienvergleich, Kulturbegriff, Nachrichtenfaktoren, Darstellungsformen, Medienstrukturen, Intermedialität, Kulturberichterstattung, Publizistik, Medienanalyse, Massenmedien.
Die Magisterarbeit untersucht die Unterschiede zwischen den drei Massenmedien Fernsehen, Radio und Print (Zeitung) in ihrer Kulturberichterstattung.
Im Zentrum stehen die Selektionsprozesse, die Wahl der journalistischen Darstellungsformen, die sprachliche Gestaltung und die Art der Kulturpräsentation in den Formaten Kulturzeit, Fazit und dem Feuilleton der Süddeutschen Zeitung.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob sich diese Massenmedien strukturell in ihrem Kulturverständnis unterscheiden und ob diese Unterschiede auf die jeweiligen medialen Bedingungen zurückzuführen sind.
Die Arbeit basiert auf einem Medienvergleich von drei spezifischen Formaten, der sowohl quantitative Analysen (Längen, Anteile) als auch qualitative Analysen (Darstellungsformen, Sprache, Hierarchisierung) umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Selektionskriterien (Nachrichtenfaktoren, Genres), die Analyse von Präsentationsweisen und Darstellungsformen sowie einen abschließenden Vergleich zur Rolle der Medien als Kulturproduzenten.
Wesentliche Begriffe sind Kulturjournalismus, Feuilleton, Nachrichtenfaktoren, Medienstrukturen, Intermedialität und Kulturberichterstattung.
Die Arbeit untersucht, ob die Medien zwischen diesen Sphären trennen oder ob sie einen erweiterten Kulturbegriff nutzen, der beide gleichermaßen behandelt.
Die Autorin zeigt auf, dass Aktualität für die elektronischen Medien (Live-Charakter) eine andere Priorität und Umsetzung hat als für das gedruckte Feuilleton, welches stärker auf vertiefende, aber zeitversetzte Analysen setzt.
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