Bachelorarbeit, 2010
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kurzbiografie von Dietrich Bonhoeffer
3. Die Zeit von 1933- 1945
3.1 Die Stellung der Kirche im Dritten Reich
3.2 Christen und Kirche im Zwiespalt zwischen Anpassung und Widerstand
3.3 Kirche und Staat vor der Judenfrage
4. Glaube ist …
4.1 Glaube ist Kirche
4.2 Glaube ist Christus
4.3 Glaube ist Nachfolge
5. Interpretation des Gedichts „Christen und Heiden“ im Kontext
6. Schluss
Diese Arbeit befasst sich mit dem Glaubensverständnis Dietrich Bonhoeffers vor dem Hintergrund der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es zu untersuchen, wie Bonhoeffer den Glauben in einer Phase kirchlicher und gesellschaftlicher Bedrängnis definierte und wie er diesen durch sein Handeln als Theologe und Widerstandskämpfer konkret im Leben und in der Nachfolge Christi umsetzte.
3.2 Christen und Kirche im Zwiespalt zwischen Anpassung und Widerstand
In der Zeit des Nationalsozialismus standen viele Christen vor einer unausweichlichen Frage: „Widerstand oder Anpassung?“ Der größte Teil der Christen merkte noch nicht einmal, dass etwas in die falsche Richtung zu laufen schien. Dementsprechend war es umso bemerkenswerter, wie sich einzelne Christen für eine bessere Welt einsetzten. Zu diesen gehörten u.a. Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller. Dietrich Bonhoeffer erkannte schon früh den Ernst der Lage.
„Als der Arierparagraph in der Kirche durchgeführt werden soll, entwirft er mit Martin Niemöller eine Erklärung, in der es heißt: „Wer einem solchen Bruch des Bekenntnisses seine Zustimmung gibt, schließt sich damit selbst aus der Gemeinschaft der Kirche aus.“28
Dies war einer der ersten und wenigen Versuche des Widerstands von Seiten der Kirche her. Viele Christen wussten in dieser Situation nicht weiter und entzogen sich aus den Angelegenheiten der Kirche, das heißt, sie versuchten sich anzupassen. Für viele war es auch schwer plötzlich an etwas Neuem festzuhalten und nicht auf ihren „traditionellen“ Glauben zu beharren. Denn schon seid Luthers Zeit wird streng an die Bibel erinnert, in welcher steht:
„Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet (Röm 13,1).“29
Durch diese Verse dürfte es jedem Christen schwergefallen sein die richtige Einsicht zu gewinnen, zumal man meinte, dass Hitler, der von Gott gesandte Führer war. Weiterhin gab es auch keine Richtlinien in der Geschichte an denen sich die Christen im Kirchenkampf hätten orientieren können. Mit der Einführung des Arierparagraphen gründeten deutsche Theologen den sogenannten Pfarrernotbund. Sie stellten sich bewusst gegen die Deutschen Christen, welche jegliche jüdische Elemente aus der Kirche verbannen wollten. Der Pfarrernotbund blieb bis zum Ende des dritten Reiches bestehen. Mit dem Pfarrernotbund begann der aktive Kirchenkampf.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Dietrich Bonhoeffers ein und erläutert die Forschungsfrage nach seinem Glaubensverständnis während des Nationalsozialismus.
2. Kurzbiografie von Dietrich Bonhoeffer: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Bonhoeffers von seiner Kindheit und Ausbildung bis hin zu seinem Engagement im Widerstand und seinem Tod.
3. Die Zeit von 1933- 1945: Hier werden die politische und kirchliche Situation im Dritten Reich, die Rolle der Deutschen Christen sowie die Ausgrenzung jüdischer Mitbürger analysiert.
4. Glaube ist …: In diesem Hauptteil wird das Glaubensverständnis Bonhoeffers in den Dimensionen Kirche, Christusbeziehung und Nachfolge theologisch hergeleitet und erläutert.
5. Interpretation des Gedichts „Christen und Heiden“ im Kontext: Dieses Kapitel interpretiert Bonhoeffers Gefängnisgedicht hinsichtlich seiner theologischen Tiefe und Bedeutung für den Glauben.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die bleibende Bedeutung Bonhoeffers als Vorbild für einen bedingungslosen Glauben.
Dietrich Bonhoeffer, Nationalsozialismus, Kirchenkampf, Widerstand, Bekennende Kirche, Glaube, Nachfolge, Christologie, Judenfrage, Arierparagraph, Religion, Gott, Christus, Zeitzeugen, Gefängnisgedichte.
Die Arbeit untersucht das Glaubensverständnis von Dietrich Bonhoeffer vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und kirchlichen Bedingungen während des Nationalsozialismus.
Zentrale Themen sind der Kirchenkampf, die Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie, das Verständnis von christlicher Nachfolge und die theologische Deutung des Leidens.
Das Ziel ist es, Antworten auf die Fragen zu finden, was Glaube für Dietrich Bonhoeffer unter den Bedingungen der Unterdrückung bedeutete und wie dieser Glaube als Widerstand praktiziert wurde.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse sowie eine textanalytische Interpretation, um Bonhoeffers theologisches Denken und seine Lyrik aus der Haftzeit zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zeitumstände, die systematische Darstellung von Bonhoeffers Begriffen von Glaube, Kirche und Nachfolge sowie eine exemplarische Interpretation seiner Gefängnisgedichte.
Wesentliche Begriffe sind Dietrich Bonhoeffer, Widerstand, Glaube, Nachfolge, Christologie, Bekennende Kirche und Judenfrage.
Für Bonhoeffer war Nachfolge keine theoretische Überzeugung, sondern ein konkreter Lebensvollzug, der bedingungslose Hingabe an Jesus Christus und die Bereitschaft, das Leiden in einer gottlosen Welt mitzutragen, erforderte.
In seinem Gedicht „Christen und Heiden“ verdeutlicht Bonhoeffer, dass Gott sich beiden Gruppen in der Not zuwendet und Jesus Christus ohne Ansehen von Unterschieden für alle Menschen den Kreuzestod starb.
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