Bachelorarbeit, 2009
45 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Besiegt, befreit und zerstört. Politik und Gesellschaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Ein Überblick.
2.1 Provisorisch oder souverän: Die Gründung der BRD zwischen Widerspruch und Chaos.
2.2 Die Symbollosigkeit ist das einzige Symbol des deutschen Zustands.
3. War Schwarz-Rot-Gold die einzige Möglichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg?
4. Vom Oppositionellen zum Sympathisanten, vom Demokraten zum Imperialisten: Hoffmann von Fallersleben in den Fehlinterpretationen der Zeit.
5. Vom Heidnischen zum Politischen: Der Bundesadler als legitimer Nachfolger des Pleitegeiers.
6. Schluss
Diese Arbeit untersucht die historische Genese und die politische Einführung der Staatssymbole der Bundesrepublik Deutschland – „Schwarz-Rot-Gold“, „Deutschlandlied“ und „Bundesadler“ – im Kontext der frühen Nachkriegsjahre. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Symbole den provisorischen Charakter des neuen Staates widerspiegelten, wie sie sich von NS-Strukturen abgrenzten und welche Spannungsfelder zwischen den staatlichen Entscheidungsträgern und einer politisch gespaltenen Bevölkerung bei deren Etablierung entstanden.
1. Einleitung
Sommer. Sonne. Die Straße ist voller Menschen. In der großen Menge kann man abtauchen, sich gar verlieren. Doch verloren fühlt sich hier keiner. Nur diejenigen, die nicht Schwarz-Rot-Gold tragen, sind isoliert. Die Fußball WM 2006 in Deutschland hatte alle begeistert und jeder feuerte die Nationalmannschaft an. Auf den sogenannten Fanmeilen, ein Meer aus Schwarz-Rot-Gold. Wer sich früher zu den Nationalfarben bekannte, wurde nicht selten mit argwöhnischem Blick betrachtet. Das änderte sich 2006. Nun durfte jeder mit Stolz sein Land feiern. Die Staatssymbole wurden anerkannt, aber nicht mehr in Frage gestellt, was bedauerlich war, denn meiner Meinung nach sollte man die Symbole kennen, mit denen man seine Mannschaft anfeuert.
Das Ziel der Arbeit ist, die Geschichte der Symbole herauszuarbeiten und die Gründe der Einführung im Hinblick auf den Widerspruch zur Hauptstadtfrage und zum Grundgesetz zu analysieren. Das NS-Regime war 1945 gescheitert und die neue BRD wollte sich von den alten Strukturen abgrenzen. Ebenso sollte das geteilte Deutschland wieder vereint werden. Die Einigungsbestrebungen durfte die BRD aber in ihrer Entwicklung nicht aufhalten. Zwei Aufgaben, die der junge Staat gleichermaßen bewältigen musste. Hieraus ergibt sich der Titel: Symbole für ein Provisorium? Die Einführung der Staatssymbole in der BRD: „Schwarz-Rot Gold“, „Deutschlandlied“ und „Bundesadler“.
Dabei wird im ersten Teil der Arbeit an das Thema herangeführt und der historische Kontext erläutert. Der umfangreiche zweite Teil der Arbeit untersucht jedes Symbol isoliert. Der Schluss führt die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick.
1. Einleitung: Diese Einleitung legt das Ziel der Arbeit fest, die Geschichte der Symbole zu analysieren und deren Einführung in den historischen Kontext der frühen Bundesrepublik zu setzen.
2. Besiegt, befreit und zerstört. Politik und Gesellschaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Ein Überblick.: Dieses Kapitel beleuchtet die politische Situation nach 1945, die Spaltung Deutschlands und die Suche des jungen Staates nach einer provisorischen Identität.
2.1 Provisorisch oder souverän: Die Gründung der BRD zwischen Widerspruch und Chaos.: Es wird der Widerspruch zwischen der Notwendigkeit zur Staatsgründung und dem Wunsch nach Wiedervereinigung in den frühen Besatzungsjahren erläutert.
2.2 Die Symbollosigkeit ist das einzige Symbol des deutschen Zustands.: Das Kapitel thematisiert das Verbot von Symbolen durch die Alliierten und die daraus resultierende Identitätskrise der Bevölkerung.
3. War Schwarz-Rot-Gold die einzige Möglichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg?: Die Entscheidung für die schwarz-rot-goldene Fahne als Symbol für Demokratie und Freiheit trotz konkurrierender Vorschläge wird analysiert.
4. Vom Oppositionellen zum Sympathisanten, vom Demokraten zum Imperialisten: Hoffmann von Fallersleben in den Fehlinterpretationen der Zeit.: Hier wird die ambivalente Rezeption des Deutschlandliedes und dessen ideologische Fehlinterpretationen im 20. Jahrhundert untersucht.
5. Vom Heidnischen zum Politischen: Der Bundesadler als legitimer Nachfolger des Pleitegeiers.: Die traditionsreiche Geschichte des Adlers als Wappentier und dessen Etablierung in der Bundesrepublik werden dargestellt.
6. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Staatssymbole trotz anfänglicher Widersprüche und gesellschaftlicher Spaltung zur demokratischen Stabilität der BRD beigetragen haben.
Staatssymbole, BRD, Deutschlandlied, Schwarz-Rot-Gold, Bundesadler, Identität, Nachkriegszeit, Parlamentarischer Rat, Nationalbewusstsein, Symbolpolitik, Demokratisierung, Geschichte, Mythos, Verfassung, Provisorium
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Einführung der offiziellen Staatssymbole der Bundesrepublik Deutschland – Flagge, Hymne und Wappen – und deren Bedeutung in der frühen Gründungsphase des Staates.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Symbole, die politische Motivation hinter ihrer Wahl durch den Parlamentarischen Rat sowie die Rezeption dieser Symbole durch eine nach dem Zweiten Weltkrieg politisch gespaltene Bevölkerung.
Das Ziel ist es, die Gründe für die Einführung der Symbole vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes zwischen dem provisorischen Charakter des Grundgesetzes und dem Streben nach souveräner staatlicher Identität herauszuarbeiten.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Untersuchung zeitgenössischer Quellen, insbesondere Artikel aus überregionalen Zeitungen wie „Der Spiegel“, „DIE ZEIT“ und „The Times“, um das damalige öffentliche Meinungsbild zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert jedes Symbol – Flagge, Hymne und Adler – isoliert in seinem jeweiligen historischen Kontext, beleuchtet Traditionen, Mythen und die politischen Kontroversen, die mit ihrer Einführung einhergingen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Staatssymbole, Identität, Nachkriegsgeschichte, Demokratisierung und Symbolpolitik beschreiben.
Der Autor erläutert, dass Konrad Adenauer das Lied wählte, um die BRD als ernsthaften außenpolitischen Partner zu etablieren und um einem Wunsch nach Kontinuität in weiten Teilen der Bevölkerung zu entsprechen, ungeachtet der imperialistischen Fehlinterpretationen.
Die bewusste Entscheidung für eine freie, künstlerische Gestaltung des Adlers sollte sich von der Kollektivierung der NS-Zeit abheben und Pluralismus fördern, auch wenn die füllige Form im Bundestag später den humorvollen Spitznamen „fette Henne“ erhielt.
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