Diplomarbeit, 2009
139 Seiten
1 Einleitung
2 Mexiko
2.1 Historischer Überblick
2.1.1 Kurze Vorgeschichte
2.1.2 Der Krieg Mexiko – USA (1846- 1848)
2.1.3 Die Mexikanische Revolution (1910- 1929)
2.1.4 Die Zeit nach der Revolution bis heute
2.2 Soziopolitische Situation
2.2.1 Die Grenze zwischen Mexiko und den USA
2.2.2 Das Bracero- Programm
2.2.3 La Maquiladora
2.2.4 Das NAFTA- Abkommen
2.3 Kulturelles Erbe
2.3.1 Begriffsbestimmung der nationalen Identität
2.3.2 Die Suche nach einer lateinamerikanischen Identität
2.3.3 Das Projekt Mexicanidad
3 Die Vereinigten Staaten von Amerika
3.1 Historischer Überblick
3.1.1 Die Gründungsgeschichte und der Unabhängigkeitskrieg (1607- 1783)
3.1.2 Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861- 1865)
3.1.3 Die Industrialisierung und das 20. Jahrhundert
3.1.4 Der Eintritt in das 21. Jahrhundert
3.2 Soziopolitische Lage
3.2.1 Die Einwanderungspolitik der USA
3.2.2 Die Migration am Beispiel der mexikanischen Einwanderung
3.2.3 Gründe der Migration
3.2.4 Innen- und außenpolitische Folgen der Migration
3.3 Kulturelles Erbe
3.3.1 Das kulturelle Erbe der Puritaner
3.3.2 Identitätssuche der Americanity
3.3.3 Melting Pot und Multikulturalismus
4 Die Mexikaner in den USA – Chicanos, Mexicanos, Americanos?
4.1 Kulturelles Erbe
4.1.1 Problematik eines einheitlichen Terminus
4.1.2 Definition Hispanic/ Latino
4.1.3 Definition Mexican- American
4.1.4 Definition Chicano
4.1.5 Identitätssuche der Chicanos
4.1.6 Die Bedeutung von Sprache als Teil kultureller Identität
4.1.7 Die Kontaktsprache Spanglish
4.2 Soziale Situation
4.2.1 Sozioökonomische Situation
4.2.2 Kriminalität und Diskriminierung
4.2.3 Die Situation der illegalen Mexikaner
4.2.4 Der Integrationsprozess am Beispiel der Mischehe
4.2.5 Der Zugang zur Sozialhilfe und dem Gesundheitssystem
4.2.6 Soziale Beispielprojekte für legale und illegale Zuwanderer
4.3 Politische Situation
4.3.1 Die Bedeutung der mexikanischen Arbeiterkraft
4.3.2 Der Einfluss der Chicanos auf die Politik
4.3.3 Der Wahlkampf und die Einwanderungspolitik von Georg W. Bush und Barack Obama im Vergleich
4.3.4 Der Kampf um die US- Staatsbürgerschaft
5 Methodologische Untersuchung zur Situation der Mexikaner in den USA
5.1 Methoden (Halbstrukturiertes Interview)
5.2 Auswertung
5.3 Zusammenfassung
6 Fazit
6.1 Die US-amerikanische und deutsche Integrationspolitik im Vergleich
6.2 Resumée
Die Diplomarbeit untersucht die soziokulturellen und politischen Einflüsse mexikanischer Migranten (Chicanos) auf die US-amerikanische Gesellschaft, um die komplexe Wechselbeziehung zwischen Auswanderungs- und Einwanderungsland zu verdeutlichen. Forschungsleitend ist dabei die Frage nach den Integrationsprozessen, der Identitätssuche und dem politischen Gewicht dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe.
2.2.1 Die Grenze zwischen Mexiko und den USA
Die Grenze, die sich zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika entlang zieht, hat nicht nur territorialen, sondern auch symbolischen Charakter. Historisch gesehen exportierte bereits der Diktator Porfirio Díaz einen Teil seiner mexikanischen Arbeiterkraft in den Norden. Nicht unbeteiligt an der illegalen Migration und den niedrigen Löhne und schlechten Arbeitsbedingungen waren auch u.a. das 1942 abgeschlossene Bracero- Programm zwischen Mexiko und den USA, das nach Ablauf viele Mexikaner anzog, weiterhin illegal in den USA zu verweilen. Auch die maquiladora,, die als Auffangbecken für die von den USA rekrutierten und wiederkehrenden mexikanischen Gastarbeiter (braceros) dienen sollte, führten dazu, die Arbeitslöhne niedrig zu halten.
Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens NAFTA (North American Free Trade Agreement) 1994 zog eine Überflutung des Landes von Billigware nach sich sowie eine Verdrängung der klein- und mittelständischen einheimischen Arbeiter.
Die Grenze zwischen Mexiko und den USA dehnt sich über eine Länge von 3153 km aus und ist einer der längsten und auch gefährlichsten der Welt. Das Grenzgebiet wird insgesamt von ca. 10.5 Millionen Menschen bewohnt, von denen 6,2 Millionen Menschen (59 %) auf US-amerikanischen und 4,2 Millionen Menschen (41 %) auf mexikanischem Territorium leben. Jährlich kommen hunderte von Mexikanern ums Leben, bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren. Schätzungen des mexikanischen Außenministeriums zufolge waren es im Jahre 2005 ungefähr 473 Menschen, die den Grenzübertritt nicht überlebten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der Migration zwischen Mexiko und den USA ein und definiert das Ziel der Arbeit, diese spezifische Völkerwanderung und deren soziokulturelle sowie politische Implikationen zu analysieren.
2 Mexiko: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung Mexikos, von der Kolonialzeit über die Revolution bis zur modernen wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA, und analysiert die Suche nach einer nationalen Identität.
3 Die Vereinigten Staaten von Amerika: Hier wird die historische und soziopolitische Entwicklung der USA untersucht, mit besonderem Fokus auf die Entstehung der amerikanischen Identität und die Gestaltung der Einwanderungspolitik.
4 Die Mexikaner in den USA – Chicanos, Mexicanos, Americanos?: Dieses Kapitel setzt sich intensiv mit der kulturellen, sozialen und politischen Situation der mexikanisch-amerikanischen Gruppe (Chicanos) auseinander, einschließlich der Bedeutung von Sprache und Integrationsbemühungen.
5 Methodologische Untersuchung zur Situation der Mexikaner in den USA: Die Autorin beschreibt hier das methodische Vorgehen ihrer eigenen empirischen Befragung (halbstrukturierte Interviews) sowie deren Auswertung und Zusammenfassung.
6 Fazit: Das Fazit vergleicht die US-amerikanische mit der deutschen Integrationspolitik und zieht in einem Resümee Bilanz über die Rolle der Mexikaner als unabdingbarer Teil der US-Gesellschaft.
Migration, Mexiko, USA, Chicanos, Integration, Identitätssuche, NAFTA, Maquiladora, Arbeitsmigration, Grenze, Soziale Lage, Politische Partizipation, Spanglish, Einwanderungspolitik, Sozialhilfe
Die Diplomarbeit befasst sich mit der komplexen Migrationsgeschichte zwischen Mexiko und den USA und untersucht, wie sich diese Bewegung auf die Identität und die gesellschaftliche Rolle der mexikanisch-stämmigen Bevölkerung (Chicanos) in den USA auswirkt.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung beider Staaten, die soziopolitische Lage der Migranten, Fragen der kulturellen Identität sowie den politischen Einfluss der mexikanischen Diaspora auf die US-amerikanische Politik und Wirtschaft.
Das Ziel ist es, die tiefe wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mexiko und den USA aufzuzeigen und ein besseres Verständnis für die Lebensrealität und die Integrationsprozesse von in den USA lebenden Mexikanern zu entwickeln.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der historischen und soziopolitischen Hintergründe mit einer eigenen empirischen Untersuchung in Form von halbstrukturierten Interviews mit in den USA lebenden Mexikanern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Herkunfts- und Zielland, die detaillierte Analyse der Chicano-Identität sowie die Darstellung von Lebensbedingungen, Problemen und politischen Partizipationsmöglichkeiten der mexikanischen Bevölkerung in den USA.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Chicanos", "Spanglish", "NAFTA", "Identity" (Identitätssuche), "Borderlands" und die soziopolitische "Doppelmoral" der Einwanderungspolitik.
Das Projekt Mexicanidad wird als ein zentraler Identitätsdiskurs nach der Mexikanischen Revolution eingeführt, um den Bruch mit kolonialen Traditionen zu verarbeiten und ein eigenständiges mexikanisches Selbstbild zu schaffen, was als Kontrast zur Identität in den USA dient.
Spanglish wird nicht als Ausdruck mangelnder Sprachkenntnisse, sondern als "verbale Strategie" und hybride kulturelle Ausdrucksform verstanden, die es Chicanos ermöglicht, ihre Zugehörigkeit zu beiden Kulturen gleichzeitig auszudrücken.
Die Arbeit stellt fest, dass die mexikanische Arbeiterkraft eine tragende Säule der US-amerikanischen Wirtschaft ist, obwohl sie häufig prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt ist und von der offiziellen Politik oft nur instrumentalisiert wird.
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