Bachelorarbeit, 2010
58 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen der kommunalen Finanzierung und des US-Cross-Border-Leasings
2.1. Das kommunale System Deutschlands
2.1.1 Öffentliche Finanzwirtschaft
2.1.1.1 Grundlagen des kommunalen Finanzsystems
2.1.1.2 Aufgabenerfüllung über kommunale Unternehmen
2.1.1.3 Gegenwärtige Finanzlage der Kommunen
2.1.2 Traditionelle Gestaltungsmöglichkeiten kommunaler Finanzierung
2.1.2.1 Steuer- bzw. Abgabenerhöhungen
2.1.2.2 Klassische Kreditfinanzierungen
2.1.3 Innovative Finanzierungsarten
2.1.3.1 Kreditleistungen der Kommunen untereinander
2.1.3.2 Public Private Partnerships
2.1.3.3 Kommunales Leasing
2.2. Cross- Border- Leasing
2.2.1 Cross-Border-Leasing als Sonderform des Leasing
2.2.2 Historie des Cross-Border-Leasing
2.2.3 Strukturen des Cross-Border-Leasing
2.2.3.1 Rahmenbedingungen nach deutschem Recht
2.2.3.2 Beteiligte am Leasingprozess
2.2.3.3 Expliziter Leasingverlauf
2.2.3.4 Zahlungsströme
2.2.3.5 Ökonomischer Kerngedanke
3. Cross-Border-Leasing als strukturiertes Finanzierungsprodukt
3.1. Chancen und Vorteile des Cross-Border-Leasing
3.1.1 Liquiditätsgewinn durch den Barwertvorteil
3.1.2 Weitere Chancen und Vorteile
3.2. Risiken und Nachteile des Cross-Border-Leasing
3.2.1 Manifeste Nachteile des Cross-Border-Leasing-Geschäftes
3.2.1.1 Transaktionskostenrisiko
3.2.1.2 Unrechtmäßigkeitsrisiko
3.2.1.3 Verständnis- bzw. Translationsrisiko
3.2.1.4 Bürokratischer Mehraufwand
3.2.1.5 Nachteil der fehlenden Flexibilität
3.2.1.6 Vertragsverletzungsrisiko der Kommune
3.2.2 Latente Nachteile des Cross-Border-Leasing-Geschäftes
3.2.2.1 Anlagen- und Betriebsrisiko
3.2.2.2 Rückkaufrisiko/ Risiko der Einschränkung der Daseinsvorsorge
3.2.2.3 Ratingrisiko
3.2.2.4 Insolvenzrisiko
3.2.2.4.1 Insolvenz des US-Investors bzw. des US-Trust
3.2.2.4.2 Insolvenz einer Erfüllungsübernahmebank
3.2.2.4.3 Insolvenz der Kommune
3.2.2.5 Bonitäts- und Rechtsänderungsrisiko
3.2.2.6 Währungs- und Zinsrisiko
3.2.3 Ethisch-moralische Problematiken und Risiken
4. Fazit
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Beurteilung des US-Cross-Border-Leasings als Finanzierungsalternative für deutsche Kommunen. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung von der anfänglichen Wahrnehmung als attraktive Liquiditätsquelle hin zur kritischen Bewertung als risikobehaftetes Finanzgeschäft nachzuzeichnen und den beteiligten Kommunen Handlungsoptionen aufzuzeigen.
3.2.1.1 Transaktionskostenrisiko
Das erste Risiko, verbunden mit finanziellen Nachteilen, auf das sich die Kommune einlässt, besteht darin das die Transaktion gar nicht zu Stande kommt. Das erscheint auf den Blick verwirrend. Gemeint ist jedoch das Risiko, die notwendigen Transaktions(start)kosten umsonst aufzuwenden. Gemeint sind damit beispielsweise Kosten für Berater, Gutachter, Anwälte und Arrangeure.
Wenn das Geschäft in der Vertragsanbahnungsphase ins Stocken gerät bzw. letztlich gar nicht zu Stande kommt, so sind doch Anlaufkosten entstanden, die der Kommune in diesem Falle nicht reguliert werden würden. Wenn sich eine Kommune also auf den Weg in ein Cross-Border-Leasing-Geschäft begibt, so sollte sie sich sicher sein, einen Vertragsabschluss erzielen zu können. Andererseits kann dieses Risiko über spezielle Arrangeur-Verträge gebannt werden. Gegen eine Sonderzahlung an den Arrangeur kann man eine Art von Versicherung abschließen, um sich gegen das Kostenrisiko abzusichern.
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einleitung in die Thematik der kommunalen Finanznot und der ambivalenten Rolle von Cross-Border-Leasing-Transaktionen als Finanzierungsinstrument.
2. Grundlagen der kommunalen Finanzierung und des US-Cross-Border-Leasings: Erläuterung des deutschen kommunalen Systems sowie der historischen und strukturellen Grundlagen von Cross-Border-Leasing, einschließlich der Beteiligten und Zahlungsströme.
3. Cross-Border-Leasing als strukturiertes Finanzierungsprodukt: Detaillierte Analyse der Chancen, wie des Barwertvorteils, sowie der manifesten und latenten Risiken, wie Insolvenz- und Ratingrisiken.
4. Fazit: Gesamtabwägung des Finanzinstruments mit dem Ergebnis, dass der Nutzen oft hinter den erheblichen Risiken und dem bürokratischen Aufwand zurückbleibt.
Cross-Border-Leasing, Kommunalfinanzierung, Barwertvorteil, US-Investor, Kommunale Haushaltsnotlage, Risikomanagement, Leasinggeschäft, Sale-and-Lease-Back, Insolvenzrisiko, Finanzkrise, Daseinsvorsorge, Finanzierungsalternative, Vertragsmanagement, Zinseffekte, Transaktionskosten.
Die Arbeit untersucht das US-Cross-Border-Leasing als Instrument der kommunalen Finanzierung und bewertet kritisch, ob sich der finanzielle Nutzen für Kommunen gegen die damit verbundenen, teils erheblichen Risiken rechtfertigen lässt.
Die zentralen Felder umfassen die kommunale Fiskalpolitik, die rechtlichen Rahmenbedingungen von grenzüberschreitenden Leasingverträgen, die Analyse von Zahlungsströmen und das Risikomanagement bei komplexen Finanztransaktionen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum sich die Wahrnehmung des Cross-Border-Leasings gewandelt hat, und den Kommunen auf Basis einer fundierten Risikoanalyse aufzuzeigen, wie sie solche Verträge bewerten und handhaben können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen mit der praktischen Anwendung und den ökonomischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen verbindet, ergänzt durch eine Retrospektive auf die Hochphase dieser Transaktionen.
Der Hauptteil erörtert zunächst die Grundlagen des kommunalen Finanzsystems, erläutert die Funktionsweise von Cross-Border-Leasing inklusive der Vertragsparteien und Zahlungsströme, und analysiert anschließend die Chancen und die vielfältigen manifesten und latenten Risiken.
Wichtige Begriffe sind Cross-Border-Leasing, Barwertvorteil, kommunale Haushaltsnotlage, Risikomanagement, Sale-and-Lease-Back und finanzwissenschaftliche Analyse.
Der Barwertvorteil ist der zentrale, liquiditätsschonende Anreiz, der Kommunen dazu bewog, ihr Eigentum in diese komplexen Leasingkonstrukte einzubringen, um sofort verfügbare Mittel für den Haushalt zu generieren.
Durch die Finanzkrise sind latente Risiken wie Ratingverschlechterungen der beteiligten Banken und das Risiko der Insolvenz von Erfüllungsübernahmebanken in den Fokus gerückt, was die Rentabilität der Geschäfte infrage stellt und Kommunen vor unkalkulierbare Herausforderungen stellt.
Es beschreibt das Risiko, dass erhebliche Anlaufkosten für Berater, Anwälte und Gutachter entstehen, selbst wenn das komplexe Geschäft am Ende gar nicht zustande kommt.
Manifeste Risiken ergeben sich direkt aus vertraglichen Festlegungen, während latente Risiken, wie z.B. Rating-Herabstufungen oder unvorhergesehene Insolvenzen, durch äußere Umwelteinflüsse während der langen Vertragslaufzeit entstehen können.
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