Examensarbeit, 2003
76 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1. Die Krise der dualen Berufsausbildung
1.2. Problem- und Aufgabenstellung
1.3. Methodische Vorgehensweise und Gliederung
2. Analyse der Ist-Situation an der Beruflichen Schule E/E in Rostock
2.1. Die Befragungsdurchführung
2.1.1. Methoden der Informationsgewinnung
2.1.2. Methoden der Informationsauswertung
2.2. Auswertung und Darstellung der momentanen Situation
2.2.1. Das Schulumfeld
2.2.2. Die Schule
2.2.3. Der Unterricht
3. Anforderungen an eine offene Berufliche Schule
3.1. Gründe für die Notwendigkeit zur Öffnung der Schule
3.2. Instrument zur Untersuchung der Öffnung Beruflicher Schulen
3.2.1. Die Ebene des Schulumfeldes
3.2.2. Die Schulebene
3.2.3. Die Unterrichtsebene
3.3. Die Modellversuche FEUK, ErkunDa, QuibB
3.3.1. Der Modellversuch FEUK
3.3.2. Modellversuch ErkunDa
3.3.3. Modellversuch QuibB
3.4. Das dänische Berufsschulsystem
3.4.1. Die dänischen Berufsschulen
3.4.2. Der Unterricht an dänischen Berufsschulen
4. Die Öffnung der Beruflichen Schule E/E
4.1. Veränderungen der Beruflichen Schule E/E im Bereich der Rechtsform
4.2. Die Berufliche Schule E/E in ihrem Umfeld
4.3. Die Berufliche Schule E/E als offene Institution
4.4. Die Gestaltung des Unterrichts an der Beruflichen Schule E/E
5. Zusammenfassende Betrachtung und Ausleitung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein Zukunftsszenario für eine „offene Berufsschule“ zu entwickeln, um einen Beitrag zur Überwindung der Krise im dualen Berufsausbildungssystem zu leisten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Berufsschule ihre Aufgaben besser wahrnehmen und sich zu einem regionalen Kompetenzzentrum weiterentwickeln kann, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden.
1.1. Die Krise der dualen Berufsausbildung
Das duale System der beruflichen Erstausbildung in der Bundesrepublik Deutschland galt lange Zeit als Vorbild der Modernisierung der Berufsbildung in anderen Ländern. Derzeit befindet sich das duale System Deutschlands allerdings in einer vielerorts diskutierten Krise. Erkennen lässt sich die Krise insbesondere an den folgenden Punkten:
- die Abwendung traditioneller Bewerbergruppen von der dualen Ausbildung; der zunehmende Run auf Gymnasien und Hochschulen;
- der massive Abbau von Ausbildungsstellen in den industriellen Großbetrieben;
- Rekrutierungsschwierigkeiten und Ausbildungsverzicht bei Klein- und Mittelbetrieben;
- zunehmender Ausstieg aus dem Beruf von Absolventen dualer Ausbildungen, vor allem von Abiturienten und Realschülern;
- anwachsen ungeeigneter Bewerbergruppen und rapide Zunahme von Ausbildungsabbrüchen;
- Verdrängungswettbewerb innerhalb des Systems nach dem Muster: „Den Schwächsten die schlechteste Ausbildung“;
- die Sinnkrise der Berufsschule, der drohende Lehrermangel und die zunehmende Verlagerung der Ausbildungskosten dualer Ausbildung auf den Staat.
Zur Überwindung der dargestellten und weiterer Probleme gibt es verschiedene Ansatzmöglichkeiten. Im Wesentlichen wird die duale Berufsausbildung durch die Ausbildungsbetriebe und die Berufsschule gestaltet, die regionale sowie überregionale Belange zu beachten haben. Als eines der entscheidenden Schwachpunkte des dualen Systems wird dabei insbesondere das derzeitige System der Berufsschulen erkennbar. Dementsprechend stellt sich die Frage, wie die Berufsschule ihre Aufgaben besser wahrnehmen können. Dieser Frage gehe ich in dieser Arbeit nach. Damit soll ein Beitrag zur Überwindung der Krise in der dualen Berufsausbildung geleistet werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Krise des dualen Berufsausbildungssystems und begründet die Notwendigkeit, das Aufgabenprofil der Berufsschulen zu modernisieren.
2. Analyse der Ist-Situation an der Beruflichen Schule E/E in Rostock: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme der momentanen Situation an der untersuchten Berufsschule, basierend auf empirischen Interviews und Fragebogenauswertungen.
3. Anforderungen an eine offene Berufliche Schule: Hier werden theoretische Anforderungen an eine moderne Schule sowie Ergebnisse aus Modellversuchen und dem dänischen Vorbild präsentiert, um Qualitätsverbesserungen abzuleiten.
4. Die Öffnung der Beruflichen Schule E/E: In diesem zentralen Kapitel werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, die eine Öffnung der Schule in den Bereichen Rechtsform, Vernetzung mit dem Umfeld und Unterrichtsgestaltung ermöglichen sollen.
5. Zusammenfassende Betrachtung und Ausleitung: Das Fazit fasst die wesentlichen Empfehlungen zur Transformation in ein Kompetenzzentrum zusammen und weist auf die langfristigen Anforderungen für Schulleitung und Lehrkräfte hin.
Duale Berufsausbildung, offene Berufsschule, Qualitätsverbesserung, Schulentwicklung, Unterrichtsgestaltung, Lernfelder, Kompetenzzentrum, Berufsnetzwerk, Schulorganisation, Schulumfeld, Projektunterricht, Lehrerbildung, Kundenorientierung, Berufliche Schule E/E, Zukunftsmodell.
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung der beruflichen Bildung in Deutschland, speziell am Beispiel einer Berufsschule für Elektronik/Elektrotechnik, um dieser zu ermöglichen, als "offene Institution" auf Krisen im dualen System zu reagieren.
Im Fokus stehen die Analyse der Ist-Situation einer konkreten Schule, die Anforderungen an eine moderne Schulentwicklung, die Vernetzung mit regionalen Akteuren sowie die Optimierung der Unterrichtsstrukturen durch lernfeldorientierte Ansätze.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Zukunftsszenarios für eine "offene Berufsschule". Die Forschungsfrage lautet, wie die Institution Schule ihre Aufgaben besser wahrnehmen kann, um als leistungsfähiger Partner in einem regionalen Bildungsnetzwerk zu fungieren.
Der Autor nutzt die Zukunftsszenario-Methode zur Entwicklung zukunftsfähiger Ansätze. Ergänzend dient eine empirische Bestandsaufnahme (Interviews und Fragebögen) als Grundlage für die Analyse der Ist-Situation.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die Herleitung theoretischer Anforderungen an eine "offene Schule", die Auswertung von Modellversuchen, die Untersuchung des dänischen Vorbilds sowie konkrete Maßnahmenempfehlungen für die Berufliche Schule E/E.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Duale Berufsausbildung, offene Berufsschule, Qualitätsverbesserung, Lernfelder, Kompetenzzentrum und Schulentwicklung.
Das dänische System gilt durch seine hohe Flexibilität, die Selbstverwaltung der Schulen und die enge Ausrichtung auf Kundenorientierung sowie Wirtschaftskooperationen als internationales Best-Practice-Beispiel für eine zukunftsorientierte Berufsbildung.
Der Autor argumentiert, dass die aktuelle Rechtsform als nicht rechtsfähige öffentliche Anstalt die notwendige unternehmerische Eigenständigkeit einschränkt; daher wird eine Umwandlung in eine juristische Person des öffentlichen Rechts empfohlen, um mehr Autonomie in Personal-, Finanz- und Organisationsfragen zu erlangen.
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