Bachelorarbeit, 2024
70 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entwicklungsfördernde familiäre Bedingungen
2.1 Erfahrung stabiler Familienstrukturen
2.2 Sichere Eltern-Kind-Bindung
3 Elterliche Trennung und Scheidung
3.1 Trennungsgründe von Eltern
3.2 Konflikthaftigkeit bei Trennungen
3.2.1 Entstehung von Hochstrittigkeit
3.2.2 Merkmale von Hochstrittigkeit
3.2.3 Das Eskalationsmodell nach Alberstötter
4 Gesetzliche Grundlagen elterlicher Rechte und Pflichten
4.1 Elterliche Sorge
4.2 Umgangsrecht
4.3 Rechtliches bei Trennungen und Kindeswohlgefährdung
5 Elterliche Trennung aus Kindersicht
6 Folgen elterlicher Trennung und Scheidung für Kinder
6.1 Physische und psychische Reaktionen und Folgen
6.1.1 Kritische Trennungsphasen – Triangulierung und ödipale Phase
6.1.2 Kinder im Alter von unter drei Jahren
6.1.3 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren
6.1.4 Verhaltensunterschiede bei Jungen und Mädchen
6.2 Veränderungen der Lebensumstände
6.2.1 Trennungsbewältigung der Eltern
6.2.2 Diverse Umgangsmodelle
6.2.3 Finanzielle Situation
6.2.4 Wechsel des Wohnorts
6.2.5 Fremdbetreuung
6.3 Zusätzliche Stressoren durch elterliche Hochstrittigkeit
6.3.1 Das Kind zwischen den Fronten
6.3.2 Elterlicher Kontakt vs. Kontaktabbruch
6.3.3 Parentifizierung
6.4 Langzeitfolgen
7 Förderung kindlicher Trennungsbewältigung
8 Funktion von Kindertagesstätten in Trennungskrisen
8.1 Unterstützung durch Kindertagesstätten
8.1.1 Mögliche Maßnahmen der pädagogischen Fachkräfte
8.1.2 Mögliche Maßnahmen der Kita-Leitung
8.1.3 Mögliche Maßnahmen des Trägers
8.2 Herausforderungen und Grenzen der Unterstützung
9 Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher Trennungs- und Scheidungskonflikte auf Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren. Ziel ist es, in einer Literaturanalyse die Stressoren für Kinder zu identifizieren und die Rolle von Kindertagesstätten als unterstützende Institution bei der Bewältigung dieser familiären Krisensituationen aufzuzeigen.
3.2.1 Entstehung von Hochstrittigkeit
Laut Diplom-Psychologin Keil de Ballón ist mit eskalierenden Trennungen eher nicht zu rechnen, wenn der Wunsch nach Trennung oder Scheidung beidseitig vorhanden ist. Allerdings kann es trotz dessen aufgrund schmerzlicher Erfahrungen in der Vergangenheit während der Beziehung zu Hochstrittigkeit kommen. Dies ist z.B. bei Untreue bzw. Ehebruch, empfundene Herabwürdigung, Machtkämpfen, toxischer Beziehungsmuster oder ungleichen Ansichten im Erziehungs- oder Lebensstil der Fall. Ebenfalls ist die Gefahr einer Konflikteskalation gegeben, wenn nur einer der beiden Partner sich trennen möchte oder gar wegen einer neuen Beziehung – im schlimmsten Fall mit einer Person aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis – die bisherige beendet. Solche Fälle wirken auf die seelisch-emotionale Verfassung von Eltern ein, was die Trennung als Krise auf emotionaler Ebene deutlich verschärft. Betreffende zeigen regressives Verhalten, welches die Konfliktlösefähigkeit massiv einschränkt und zu unreifen und impulsiven Handlungen führen kann (2018: 3 f.). Der akute Auslöser der Trennung scheint somit zunächst ein wichtiger Faktor hinsichtlich hochstrittiger Verhaltensweisen zu sein.
Das von Bröning entwickelte Modell zeigt jedoch weitere sich gegenseitig bedingende Risikofaktoren auf, die zur Entstehung von Hochstrittigkeit beitragen. Den Ursprung stellen eigene biographische Erlebnisse der Eltern dar, welche die Entwicklung ihrer Persönlichkeit geprägt haben. So können traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit Persönlichkeitsmerkmale, wie z.B. starre Denkmuster, emotionale Labilität, die Unfähigkeit empathisch zu Handeln oder Bewältigungsstrategien zu entwickeln, hervor-bringen. Diese Merkmale stehen in Wechselwirkung zu ökonomischen und sozialen Risikofaktoren, sowie zu Risikofaktoren in der Elternbeziehung und Merkmalen des Kindes, welche schlussendlich alle das Risiko zur Entstehung von Hochstrittigkeit erhöhen (2013: 24f.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Trennungssituationen als gesellschaftliches Thema und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Entwicklungsfördernde familiäre Bedingungen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Voraussetzungen wie stabile Familienstrukturen und die Bindungstheorie nach Bowlby als Basis für eine gesunde kindliche Entwicklung.
3 Elterliche Trennung und Scheidung: Es werden die Ursachen von Trennungen analysiert und der Begriff der Hochstrittigkeit sowie das Eskalationsmodell nach Alberstötter theoretisch fundiert beschrieben.
4 Gesetzliche Grundlagen elterlicher Rechte und Pflichten: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Familienrecht, insbesondere die elterliche Sorge und das Umgangsrecht, unter Berücksichtigung des Kindeswohls.
5 Elterliche Trennung aus Kindersicht: Der Fokus liegt hier auf der subjektiven Wahrnehmung der Kinder und den emotionalen Belastungen, die eine Trennung für sie darstellen.
6 Folgen elterlicher Trennung und Scheidung für Kinder: Es werden detailliert die physischen und psychischen Reaktionen in verschiedenen Altersstufen sowie die Auswirkungen äußerer Veränderungen wie Umzüge oder Fremdbetreuung behandelt.
7 Förderung kindlicher Trennungsbewältigung: Dieses Kapitel diskutiert Schutzfaktoren wie Resilienz und die Bedeutung von stabilen sozialen Netzwerken für die Bewältigung der Trennungskrise.
8 Funktion von Kindertagesstätten in Trennungskrisen: Hier werden konkrete Handlungsoptionen für das pädagogische Fachpersonal, Kitas und Träger abgeleitet, um Familien in Trennungssituationen professionell zu begleiten.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die präventive Rolle der Kita als "Inselort" für Kinder, weist jedoch auch auf die Grenzen der Unterstützung durch Personalmangel hin.
Elterliche Trennung, Scheidung, Hochstrittigkeit, Kindeswohl, Kindertagesstätte, Erziehungspartnerschaft, Bindungstheorie, Parentifizierung, Resilienz, Umgangsrecht, emotionale Belastung, Bewältigungsstrategien, Kinder in Krisen.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren, deren Eltern sich trennen oder scheiden lassen. Sie analysiert die emotionalen Folgen und die Rolle der Kindertagesstätte als unterstützendes System.
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Bindung, die Dynamik von Hochstrittigkeit, rechtliche Aspekte der elterlichen Sorge sowie die pädagogische Unterstützung in Kindertageseinrichtungen.
Ziel ist es, Stressoren zu identifizieren, denen Kinder bei einer elterlichen Trennung ausgesetzt sind, und Wege aufzuzeigen, wie Kitas präventiv und begleitend unterstützen können.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Literaturanalyse, die verschiedene psychologische, soziologische und rechtliche Fachquellen zusammenführt.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Trennung insbesondere die verschiedenen Reaktionsmuster von Kindern sowie die konkreten Interventionsmöglichkeiten für pädagogisches Fachpersonal und Leitungsebenen in Kitas detailliert ausgearbeitet.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Trennungsfolgen, Kindeswohl, Resilienz, Hochstrittigkeit und Erziehungspartnerschaft.
Hochstrittigkeit zeichnet sich laut der Arbeit durch eine anhaltende Unfähigkeit zur Kommunikation, ausbleibende Konfliktlösung, oftmalige gerichtliche Auseinandersetzungen und eine Instrumentalisierung der Kinder aus, die diese massiv belastet.
Die Kita bietet dem Kind als stabile Bezugsinstitution "Inselorte" und Kontinuität, wenn das häusliche Umfeld durch die Trennung der Eltern destabilisiert ist.
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