Masterarbeit, 2023
175 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Begriffsvielfalt der Spieltherapie in Kontext des klinischen Handelns mit Kindern
2.1 Die Spieltherapie als Methode in der psychosozialen Arbeit mit Kindern
2.2 Die Spieltherapie als Methode der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
2.3 Die Spieltherapie als therapeutisches Nutzbarmachen der Spieltätigkeit des Kindes
2.4 Die Spieltherapie als Methode der spezialisierten Pädagogik
2.5 Die Spieltherapie als ein Handlungskonzept der Heilpädagogik
2.6 Das Konzept »Heilpädagogische Spieltherapie«
2.7 Die Personzentrierte Spieltherapie
3. Der aktuelle Stand der historischen Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie
4. Das Forschungsdesign
4.1 Die qualitative Sozialforschung als Grundlage der Re- und Dekonstruktion der historischen Zugänge
4.2 Historische Zugänge durch die Analyse der veröffentlichten Texte Hildegard Justs und anderer historischer Texte
4.3 Historische Zugänge durch die Befragung von Expert*innen und weiterführenden vertieften Recherchen
5. Historische Zugänge zur Heilpädagogischen Spieltherapie (Darstellung der Ergebnisse)
5.1 Der Ursprung am Heilpädagogischen Seminar Freiburg
5.2 Der Zeitgeist: Die Freiburger Schule in den 1960er Jahren
5.3 Just (1971): Zur Behandlung aggressiver Kinder‘
5.4 Der Zeitgeist: Die Entwicklung spieltherapeutischer Methoden ab den 1970er-Jahren
5.5 Just (1973): Gedanken zur heilpädagogischen Spieltherapie
5.6 Just (1974): Heilpädagogische Spieltherapie für behinderte Kinder
5.7 Der Zeitgeist: Die Konkurrenz zwischen den Praxiskonzepten HpÜ und HpS
5.8 Die Klientenzentrierte Kinderspieltherapie
5.9 Just (1982): Kindzentrierte Spieltherapie mit aggressiven Kindern
5.10 Just (1992): Heilpädagogische Spieltherapie als Beziehungsprozess
5.11 Der Zeitgeist: Die Personzentrierte Kindertherapie im Kontext von Pädagogik und Psychotherapie
5.12 Die Bedeutung der Person Hildegard Just für die Entwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie
6. Schlussfolgerungen für die spieltherapeutische Könnerschaft
6.1 Der Begriff der Könnerschaft
6.2 Das Bewusstsein für die professionelle Beziehungsgestaltung als zentrale Basis spieltherapeutischer Könnerschaft
6.3 Die Aneignung von Wissen legt das weiteres Fundament spieltherapeutischer Könnerschaft
6.4 Das Erproben von Praxissituationen durch Training
6.5 Die Praxiserfahrung, das Fallverstehen und die Interventionsplanung erfolgen zeitlich und institutionell aufeinander bezogen
6.6 Die Selbstprüfung und Selbstreflexion als persönlichkeitsbildendes Element spieltherapeutischer Könnerschaft
6.7 Die institutionelle Ausstattung
6.8 Das Primat der Diagnostik, der Indikation und der Bezugspersonenarbeit
7. Schlussbetrachtung, oder: Der spieltherapeutischen Könnerschaft Deutlichkeit verleihen
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Entstehungsgeschichte und das Praxiskonzept der Heilpädagogischen Spieltherapie unter besonderer Berücksichtigung der Lehrtätigkeit von Prof.in Hildegard Just zu rekonstruieren und in den Kontext der Personzentrierten Spieltherapie einzuordnen, um daraus fundierte Erkenntnisse für die moderne spieltherapeutische Professionalität abzuleiten.
5.3 Just (1971): Zur Behandlung aggressiver Kinder‘
Der Fokus des ersten Artikels von Just in der Fachzeitschrift ‚Jugendwohl‘ (1971) des Deutschen Caritasverbandes liegt auf den Fragen, welche Ursachen der Durchbruch wilder Aggression in menschlichem Verhalten hat und durch welche angemessene Behandlungsmöglichkeit massiv destruktiv-aggressive Kinder im Kontext der Heimsituation behandelt werden können. Just (1971: 97) ordnet Aggression in psychoanalytische Zusammenhänge ein. Sie fordert, sich die „Einstellung Freuds anzueignen.“ In der Darlegung der Theoriebezüge pendelt sie zwischen einer libidinösen Triebtheorie und der Theorie einer reaktiven Tendenz (Ausdruck von Frustration, Angst). Just rezipiert maßgeblich die Autoren Freud und Mitscherlich und grenzt die heilpädagogische Behandlung aggressiver Kinder von der Therapie der Ich-Störung im Sinne der Psychoanalyse ab: „Wenn Psychotherapie, dann ist sie erst der zweite Schritt.“ (101). Der erste Schritt ist für Just, die Stärkung der Ich-Funktionen des Kindes sowie die Bildung eines Vertrauensfundamentes zur Auflösung der negativen Abwehrsysteme“ (ebd.). Just (102) spricht von einer „Heimbehandlung“, die als langfristige stationäre Gruppenbehandlung notwendig ist und in der alle Mitarbeitenden in einen Gesamtplan eingebunden sind.
Just (102) fordert die „sorgfältige Gestaltung der psychischen Atmosphäre und der Gesamtumgebung“. Sie spricht sich für therapeutische Zielsetzungen aus, die das Wesen heilpädagogischer Behandlung ausmachen, indem sie das längerfristige, kontinuierliche Beziehungsangebot zwischen dem Heimmitarbeitenden und dem Kind (Bezugsbetreuung) hervorhebt und fordert, die Regeln und Gebräuche im Heim auf ein Minimum zu reduzieren sind. Die Einhaltung von Regeln unterliegt der Gefahr, durch entsprechend erzieherisch-verhaltenstherapeutische Interventionen im Heim traumatisierend für Kinder zu sein und das fehlgeleitete Verhalten zu verstärken. Nach Just (106) ist ein Klima zu schaffen, welches Frustrations- und Abwertungssituationen minimiert. An den Erzieher bzw. die Erzieherin im Heim appelliert Just (103), erstens dem Kind durch das Angebot des freien (Rollen-)Spiels Ich-Kontrolle und Ich-Korrektur zu ermöglichen.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer hohen Qualifikation in der heilpädagogischen Praxis und setzt sich mit der Verflachung von Kompetenzbegriffen auseinander.
2. Die Begriffsvielfalt der Spieltherapie in Kontext des klinischen Handelns mit Kindern: Eine theoretische Dekonstruktion des nicht geschützten Begriffs Spieltherapie und dessen Verortung in verschiedenen klinischen und pädagogischen Fachfeldern.
3. Der aktuelle Stand der historischen Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie: Darstellung der Forschungslücke bezüglich der historischen Entwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie und der Bedeutung von Hildegard Just.
4. Das Forschungsdesign: Erläuterung der qualitativen Vorgehensweise, basierend auf Dokumentenanalysen und einem Leitfaden-Experteninterview mit Zeitzeugen.
5. Historische Zugänge zur Heilpädagogischen Spieltherapie (Darstellung der Ergebnisse): Analyse der Entstehungsgeschichte, eingebettet in den zeitgeschichtlichen Kontext und die akademische Entwicklung am Seminar in Freiburg.
6. Schlussfolgerungen für die spieltherapeutische Könnerschaft: Definition von Könnerschaft als Verbindung von Wissen, Praxis und Reflexion zur Sicherung professionellen Handelns.
7. Schlussbetrachtung, oder: Der spieltherapeutischen Könnerschaft Deutlichkeit verleihen: Ein finales Plädoyer für Professionalität und die Bewahrung fachlicher Identität in der heilpädagogischen Arbeit.
Heilpädagogische Spieltherapie, Personzentrierte Spieltherapie, Hildegard Just, professionelle Beziehung, Heilpädagogik, spieltherapeutische Könnerschaft, Aggression, Kinderpsychotherapie, Klinische Heilpädagogik, Praxisberatung, Diagnostik, Entwicklungsförderung, Psychodynamik, Reflexion, Beziehungsgestaltung.
Die Arbeit untersucht historisch die Entwicklung und die konzeptionelle Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie im Kontext der Lehre von Prof.in Hildegard Just an der Katholischen (Fach-)Hochschule Freiburg.
Zentral sind die Verbindung von Theorie und Praxis, die historische Entwicklung therapeutischer Konzepte in der Heilpädagogik sowie die Frage, wie "spieltherapeutische Könnerschaft" professionell entwickelt werden kann.
Das Ziel ist es, der oft beobachteten Verflachung heilpädagogischer Praxiskonzepte entgegenzuwirken und durch historische Aufarbeitung klare Standards für eine fundierte spieltherapeutische Ausbildung zu definieren.
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung, die historische Dokumente (Originaltexte von Just) mit narrativen Experteninterviews von Zeitzeugen kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Heilpädagogischen Spieltherapie in den späten 1960er bis 1990er Jahren und setzt diese in Bezug zur Personzentrierten Spieltherapie sowie zum damaligen Zeitgeist der Psychotherapielandschaft.
Könnerschaft, Beziehungsgestaltung, Klinische Heilpädagogik, Personzentrierung und das "Sich-Einarbeiten" in die Lebenswelten der Kinder durch Reflexion sind die prägenden Begriffe.
Just war maßgeblich an der Konzeptentwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie beteiligt und etablierte diese als eigenständiges, pädagogisch orientiertes Fach an der Hochschule, wobei sie den Fokus stark auf die Diagnostik und Elternarbeit legte.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Heilpädagogische Spieltherapie nach Just eine pädagogisch orientierte Begleitung darstellt, die sich über ihren integrativen, ethnisch reflektierten Ansatz von der medizinisch-psychotherapeutischen Psychotherapie unterscheidet.
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