Magisterarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 „Symbolische Politik“ und ihre Bedeutung
3 Der Kampf um das knappe Gut der Aufmerksamkeit in der Wettbewerbsdemokratie
3.1 Funktion der Massenmedien
3.2 Nachrichten als Ware: Kriterien der Nachrichtenselektion
3.3 Einsetzen „symbolischer Politik“ durch Inszenierungsstrategien des Theaters
3.4 Personalisierung und Privatisierung als Mittel zur Einführung „symbolischer Politik“
4 Folgen und Probleme „symbolischer Politik“ und ihrer Inszenierung
4.1 Zwischen Schein und Wirklichkeit
4.2 Politainment – eine form der Entpolitisierung?
4.3 Verfall der Parteiendemokratie?
5. Die Inszenierung der Politik – eine notwendige Zugangsbedingung zur politischen Medienbühne
6 „Symbolische Politik“ – ein Politik-Ersatz?
7 „Symbolische Politik“ – Notwendigkeit der demokratischen Legitimation
8 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Rolle der „symbolischen Politik“ als rhetorisches Instrument zur Legitimation politischen Handelns innerhalb der medialen Vermittlung durch das Fernsehen. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Inszenierung von Politik eine notwendige Voraussetzung für die demokratische Legitimation im Medienzeitalter darstellt oder lediglich eine trügerische Scheinpolitik zur Wählertäuschung ist.
3.2 Nachrichten als Ware: Kriterien der Nachrichtenselektion
Da die Zuschauer die Kontrolle über das Umschalten der Fernsehsendungen besitzen, sehen sich die Sender gezwungen, jede Programmsequenz mit dem Ziel zu inszenieren, minutiös das Wegschalten des Zuschauers zu verhindern. Dieser Zwang forciert die Tendenz, Sendungen laufen zu lassen, die der Masse gefallen und sie als eine ununterbrochene Reihung von spannungserzeugenden Spektakeln zu realisieren. Dies drückt fortwährend auf das kulturelle und politische Anspruchsniveau.
Dabei wird der „am wenigsten gebildete Durchschnittsgeschmack des Massenpublikums zur Richtschnur. Der Wettlauf um die Gunst des Massenpublikums schleift das Besondere, Herausragende oder einfach nur Anspruchsvolle als untragbares Risiko ab, weil es der Mehrheit nicht gefällt. Legitim erscheint in der Demokratie, wenn sie die Kultur ergreift, nur noch das, was mehrheitsfähig ist.“
Die Landesmedienanstalten in Deutschland haben eine wissenschaftliche Langzeitstudie zur Lage und Entwicklung des Fernsehens in Auftrag gegeben, die im Jahr 2000 zu dem Ergebnis kam, dass die Unterhaltung im Fernsehen das Maß aller Dinge sei. Die politische Berichterstattung befinde sich im Allgemeinen auf dem Rückzug. Die Unterhaltungsprogramme verdrängen die politische Informationsvermittlung mit ihren politischen Sendungen, die aufgrund von mangelndem Interesse oft auf die Sendeplätze in der Nacht abgedrängt werden. Hinzu kommt die schon länger zu beobachtbare Lockerung traditioneller Parteibindungen und die Erhöhung des Wechselwählerpotenzials, die die Fähigkeiten der Wahlkampfstrategen, Themen in die politische Kommunikation einzubringen und in den Massenmedien durchzusetzen, in besonderer Weise fordert. Jene Partei, der das besser gelingt, „hat meistens schon die besseren Aussichten auf Erfolg“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Legende der Fernseh-Debatte zwischen Kennedy und Nixon ein und skizziert die wachsende Bedeutung des Fernsehens für politische Kommunikation und die Inszenierung von Politik.
2 „Symbolische Politik“ und ihre Bedeutung: Das Kapitel definiert den Begriff „Symbol“ und „symbolische Politik“ und erläutert die Bedeutung symbolischen Handelns für die Komplexitätsreduktion politischer Kommunikation.
3 Der Kampf um das knappe Gut der Aufmerksamkeit in der Wettbewerbsdemokratie: Hier wird analysiert, wie politische Akteure das Medium Fernsehen nutzen, um in einer wettbewerbsorientierten Demokratie Aufmerksamkeit zu generieren und politische Entscheidungen zu legitimieren.
4 Folgen und Probleme „symbolischer Politik“ und ihrer Inszenierung: Dieses Kapitel behandelt die negativen Implikationen wie die Verschwimmung von Schein und Wirklichkeit, Politainment und den Wandel zur Mediendemokratie.
5. Die Inszenierung der Politik – eine notwendige Zugangsbedingung zur politischen Medienbühne: Es wird dargelegt, warum die mediale Inszenierung heute als unumgängliche Voraussetzung gilt, um überhaupt auf der politischen Medienbühne sichtbar zu sein.
6 „Symbolische Politik“ – ein Politik-Ersatz?: Das Kapitel diskutiert, ob symbolische Politik tatsächlich einen reinen Ersatz darstellt oder historisch tief in der politischen Kultur verwurzelt ist.
7 „Symbolische Politik“ – Notwendigkeit der demokratischen Legitimation: Es wird argumentiert, dass symbolische Politik eine essenzielle ordnende Funktion besitzt, um in einer komplexen Gesellschaft Zustimmung und Vertrauen in die Demokratie zu sichern.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass symbolische Politik ein ambivalentes, aber notwendiges Element der modernen Politikvermittlung ist, das nicht vorschnell als reine Volksverdummung abgelehnt werden sollte.
Symbolische Politik, Mediendemokratie, Politainment, Inszenierung, Wahlkampfkommunikation, Massenmedien, Fernsehen, politische Legitimation, Nachrichtenwert, Personalisierung, Parteiendemokratie, Komplexitätsreduktion, Scheinpolitik, Mediencharisma, öffentliche Meinung.
Die Arbeit befasst sich mit der Medialisierung der Politik und dem gezielten Einsatz von Symbolik durch politische Akteure, um in einer von Massenmedien dominierten Gesellschaft Aufmerksamkeit und Legitimität zu erlangen.
Zentrale Themen sind die Rolle des Fernsehens, die Inszenierungstechniken politischer Akteure, das Konzept des Politainments und der Wandel von der klassischen Parteiendemokratie hin zur Mediendemokratie.
Die Arbeit untersucht, ob die Inszenierung von Politik als „symbolische Politik“ eine notwendige Methode zur Sicherung demokratischer Legitimation ist oder ob sie die politische Realität durch eine trügerische Scheinwelt ersetzt.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf politikwissenschaftlicher Fachliteratur, Medienanalysen und kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen basiert.
Der Hauptteil analysiert die Funktionen der Massenmedien, die Kriterien der Nachrichtenselektion, die Übernahme theatraler Strategien in die Politik sowie die damit verbundenen Risiken wie Entpolitisierung und Vertrauensverlust.
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Symbolische Politik, Politainment, Mediendemokratie, Inszenierung und politische Legitimation.
Symbolische Politik setzt weniger auf inhaltliche Debatten als auf die Darstellung von Handlungen und Persönlichkeiten durch Zeichen und Symbole, um Emotionen zu wecken und Aufmerksamkeit im Medienwettbewerb zu erzielen.
Das Fernsehen fungiert als Selektionsinstanz, die durch ihren Bedarf an unterhaltsamen, spannenden und visuell präsentierbaren Inhalten Politiker dazu zwingt, ihre Kommunikation an die Gesetze der Medialität anzupassen.
Ja, die Arbeit argumentiert, dass Parteien im direkten Vergleich zur spontanen Medienpräsenz der Spitzenpolitiker zu langsam und schwerfällig wirken, wodurch die Parteiidentifikation zugunsten eines medialen Personen-Kults schwindet.
Nein, die Autorin kommt zu dem Schluss, dass symbolische Politik in einer komplexen Welt als notwendiges Mittel zur Komplexitätsreduktion dient und somit ein unverzichtbarer Bestandteil der demokratischen Konsensbildung sein kann.
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