Bachelorarbeit, 2010
55 Seiten, Note: 1,3
1 Prolog
2 Beschreibung der Einrichtung
2.1 Leitbild und Organisation des Krankenhauses
2.2 Palliativmedizinische Betreuung am Krankenhaus
2.3 KlientInnen - Wünsche & Wirklichkeit - Eindrücke aus der Palliativabteilung
2.4 Reflexion zur Situation sterbender PatientInnen
2.5 Aufgaben & Projekte im Rahmen des Praktikums
2.5.1 A – Administrative Tätigkeiten
2.5.2 S – Stationstätigkeiten
2.5.3 B – Beratungsgespräche
2.5.4 P – Projekttätigkeiten
3 Fallanalyse im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
3.1 Zentrale Aufgaben, Methoden und Zugänge der Sozialen Arbeit
3.1.1.1 Das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit im Palliativbereich
3.1.1.2 Herausforderungen für die Soziale Arbeit
3.1.1.3 Psychosoziale Begleitung von PatientInnen
3.1.1.4 Psychosoziale Begleitung von Angehörigen
3.1.1.5 Trauerbegleitung
3.1.1.6 Qualitätskriterien im Begleit- und Beratungsprozess
3.1.2 Methoden Sozialer Arbeit im Palliativkontext
3.1.3 Fachliche Voraussetzungen für SozialarbeiterInnen
3.1.4 Soziale Arbeit im Krankenhaus versus Klinische Sozialarbeit
3.1.5 Berufliche Positionsbestimmung der Sozialen Arbeit im Krankenhaus
3.2 Falldarstellung des Herrn B. im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
3.2.1 Anamnese – Sammlung an Vorinformationen
3.2.2 Diagnose – Problemdefinition
3.2.3 Intervention – Handlungsstrategien und Methoden
3.2.4 Evaluation – sozialarbeiterische Bewertung des Falls
3.3 Beantwortung der Fragestellung
4 Reflexion & Epilog
4.1 Mehrdimensionale Betrachtung des Todes und Reflexivität
4.2 Epilog
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Rolle der Sozialen Arbeit im Palliativkontext zu beleuchten, Erfahrungen aus einem Praktikum kritisch zu reflektieren und den professionellen Beitrag dieser Disziplin bei der Begleitung sterbender Menschen und deren Angehöriger darzustellen. Dabei wird anhand einer konkreten Fallanalyse untersucht, wie sozialarbeiterische Interventionen zur Handlungsfähigkeit und Lebensqualität in einer akuten Krisensituation beitragen können.
2.3 KlientInnen - Wünsche & Wirklichkeit - Eindrücke aus der Palliativabteilung
So manchen Patienten, welchen ich in meiner Praktikumszeit begleiten durfte, ist es nicht leicht gefallen, Ängste und Sorgen zum Thema Tod und Sterben mitzuteilen. Es gab jedoch Momente, wo der Zugang zu Gesprächen gelang und so durfte ich einige Erlebnisse von Leid und Schicksal, aber auch von Dankbarkeit und Hoffnung in mein Praktikumstagebuch aufnehmen, wie z. B. folgende drei Kurzeindrücke schwer erkrankter Menschen:
Patientin 69 Jahre, Diagnose - fortgeschrittenes Pankreaskarzinom, Prognose - unheilbar; Eine Dame welche als Pensionistin verwitwet war und ihr ganzes Leben sich stets bester Gesundheit erfreuen konnte, musste sich vor kurzem einer Operation unterziehen, um einen Krebstumor entfernen zu lassen. Die anschließenden Chemotherapien waren leider erfolglos und so erhielt sie die traurige Nachricht vom Oberarzt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben habe, da alle Versuche den Tumor zu bekämpfen erfolglos blieben. In diesem Zusammenhang kamen ihr sehr rasch Gedanken zum Thema Sterben und Tod. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es nach dem körperlichen Tod noch etwas geben sollte, obwohl sie es sich wünschte. Am Anfang war eine gewisse Auflehnung, man könnte fast sagen Aggression zu spüren, wobei sich diese Auflehnung in langsamen Schritten zu einem Lernprozess und Gesinnungswandel veränderte. Ich besuchte sie fast täglich, um mit ihr über ihre Gedanken und Ängste zu sprechen. Nach ca. einem Monat verschlechterte sich ihre gesundheitliche Situation, trotzdem merkte ich, wie sie immer gelassener wurde. Als ich sie darauf ansprach, wie sie sich fühle, sagte sie mit leiser Stimme: „Wissen sie, ich spüre, dass mein Mann auf mich wartet. Ich habe ja hier nichts mehr zu erledigen. Meine zwei Töchter leben schon seit Jahren in England und haben dort ein schönes zu Hause. Ich habe hier, soweit ich konnte, immer versucht mich einzusetzen. Ich glaube, es ist mir soweit gelungen. Ich habe auch nicht mehr die Kraft, mich gegen diese Krankheit zu wehren. Ich kann nicht mehr.“ Nach diesen Worten merkte ich, dass sie dem Abschied zustimmte.
1 Prolog: Einleitung in die Thematik der Sozialen Arbeit im Palliativkontext sowie Formulierung der Forschungsfragen basierend auf persönlichen Praktikumserfahrungen.
2 Beschreibung der Einrichtung: Darstellung des Leitbildes und der palliativmedizinischen Versorgung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sowie eine Übersicht der praktischen Aufgabenfelder.
3 Fallanalyse im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder: Theoretische Fundierung der Sozialen Arbeit im Palliativbereich und detaillierte Darstellung einer komplexen Fallbegleitung inklusive Diagnostik und Evaluation.
4 Reflexion & Epilog: Reflexion über die mehrdimensionale Bedeutung des Todes sowie ein abschließendes Resümee über den professionellen Nutzen des Praktikums.
Soziale Arbeit, Palliativmedizin, Sterbebegleitung, Casemanagement, Empowerment, Krankenhaus, Trauerbegleitung, psychosoziale Betreuung, Krisenintervention, Lebensbewältigung, Angehörigenarbeit, Interdisziplinarität, Sozialberatung, Klinische Sozialarbeit, Qualitätskriterien.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit im Krankenhaus, speziell in der mobilen und stationären Palliativbetreuung von sterbenskranken Menschen und deren Angehörigen.
Zu den zentralen Themen gehören die psychosoziale Begleitung in der Sterbephase, Methoden der professionellen Beratung, die Arbeit mit Angehörigen und die Bewältigung komplexer Lebenskrisen.
Das Ziel ist es, den eigenständigen fachlichen Beitrag der Sozialen Arbeit im Palliativkontext zu definieren und aufzuzeigen, wie sie Betroffene durch professionelle Methoden in ihrer Lebensbewältigung unterstützen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine multiperspektivische Fallanalyse nach Burkhard Müller sowie theoretische Modelle wie Casemanagement und Empowerment zur Strukturierung und Bewertung der sozialarbeiterischen Intervention.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Handlungsfeldes, stellt die professionelle Rolle der Sozialarbeit gegenüber der klinischen Arbeit dar und dokumentiert anhand eines Fallbeispiels konkrete Maßnahmen der Unterstützung.
Wesentliche Begriffe sind Soziale Arbeit, Palliativmedizin, Sterbebegleitung, Empowerment, Casemanagement, Krisenintervention und Lebensbewältigung.
Da der Patient kurz vor seinem Tod keine Vorsorge traf und durch familiäre Spannungen sowie soziale Isolierung aufgrund einer Inzesthandlung belastet war, musste der Sozialdienst nach seinem Ableben essenzielle organisatorische Hilfen für die hinterbliebene Familie leisten.
Durch die Einbindung ehrenamtlicher Mitarbeiter und die Strukturierung ihrer persönlichen Finanzen und Wohnungssituation wurde Frau B. befähigt, ihre Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen und eine stabile Lebensperspektive für sich und ihren Sohn zu entwickeln.
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