Diplomarbeit, 2010
96 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Intention
1.2 Problemstellung
1.3 Zielstellung und Gang der Arbeit
2. Das Konzept „Kennzahlenorientiertes Frühwarnsystem“
2.1 Ausgangspunkt Unternehmenskrise
2.1.1 Tatbestand Unternehmenskrise und Krisendynamik
2.1.2 Krisenursachen und Krisentypologien
2.1.3 Vorhersage und Bewältigung
2.2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.2.1 Die Kennzahl in der Betriebswirtschaftslehre
2.2.2 Kennzahlenarten
2.2.2.1 Quantitative Kennzahlen
2.2.2.1.1 Absolute Kennzahlen
2.2.2.1.2 Verhältniszahlen
2.2.2.2 Qualitative Kennzahlen
2.2.2.3 Systematisierungsmöglichkeiten
2.2.3 Kennzahlensysteme
2.2.3.1 Ordnungssysteme
2.2.3.2 Rechensysteme
2.2.3.3 Balanced Scorecard
2.3 Frühwarnsysteme
2.3.1 Begriffliche Abgrenzung und Aufgaben
2.3.2 Aufbau eines Frühwarnsystems
2.3.3 Kennzahlen als Frühindikatoren im Frühwarnsystem
2.4 Balanced Scorecard und Risikomanagement
2.5 Zwischenfazit
3. Das kleine Handwerksunternehmen als Untersuchungsgegenstand
3.1 Der Situative Ansatz
3.2 Spezifizierung des Begriffs Kleinunternehmen
3.2.1 Ausgewählte Klassifizierungen
3.2.2 Definition des Betriebstypus Kleinunternehmen
3.2.3 Controlling in Kleinstunternehmen
3.2.4 Notwendigkeit eines strategischen Frühwarnsystems
3.3. Spezifizierung von Handwerksunternehmen
3.3.1 Begrifflichkeit und Bedeutung des Handwerks in der Volkswirtschaft
3.3.2 Abgrenzungsparameter Handwerk - Industrie
3.4 Abgrenzungsparameter des kleinen Handwerksunternehmens
3.4.1 Unternehmensführung und Organisation
3.4.2 Leistungsstruktur
3.4.3 Kapitalausstattung und Finanzierungsmöglichkeiten
3.5 Zwischenfazit
4. Entwicklung eines kennzahlenorientierten Frühwarnsystems
4.1 Gestaltung der Risikoscorecard
4.1.1 Grundlagen des Projekts
4.1.2 Strategische Ausrichtung
4.1.3 Ableitung und Verknüpfung strategischer Ziele
4.1.3.1 Finanzperspektive
4.1.3.2 Markterfolg
4.1.3.3 Produkte und Prozesse
4.1.3.4 Entwicklung
4.1.3.5 Marktsituation
4.1.3.6 Erarbeitung und Darstellung der Ursache-Wirkungs-Beziehungen
4.1.4 Identifizierung und Festlegung der Kennzahlen, Zielwerte und Maßnahmen
4.1.5 Visualisierung der Balanced Scorecard
4.2 Einführung der BSC in einem Kleinstunternehmen
4.3 Universelle BSC
5. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines kennzahlenorientierten Frühwarnsystems für kleine Handwerksunternehmen, um diesen bei begrenzten Ressourcen eine frühzeitige Krisenerkennung und -bewältigung zu ermöglichen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie ein solches System auf Basis der Balanced Scorecard für kleine Handwerksbetriebe adaptiert und implementiert werden kann, um eine fundierte Unternehmenssteuerung zu unterstützen.
2.1.1 Tatbestand Unternehmenskrise und Krisendynamik
Die Unternehmenskrise, alternativ Existenzkrise genannt, liegt als Tatbestand vor, wenn der Fortbestand des Unternehmens ernsthaft gefährdet ist. Typisch ist hierbei die Insolvenz wegen Illiquidität oder Überschuldung. Das wird durch die Finanz- und Erfolgsplanung signalisiert, indem bei unveränderter Fortführung der Unternehmenstätigkeit das Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss. Anhand dessen wird deutlich, dass es jedoch noch die Möglichkeit geben muss, diese Gefahr abzuwenden. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Unternehmenskrise ist deren Einzigartigkeit und die damit verbundene individuelle Krisenbewältigung. Die Übertragung eines erfolgreichen Modells der Bewältigung ist daher nicht ohne weiteres möglich. Daraus leitet sich die Frage nach der Möglichkeit der Entwicklung des Referenzmodells eines Frühwarnsystems ab und macht eine weitergehende Betrachtung im Abschnitt 4.3 notwendig.
Eine Unternehmenskrise tritt nicht einfach in Erscheinung, sondern weist eine Krisendynamik auf. Ausgangspunkt sind die Insolvenzursachen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Die Überschuldung als Verzehr des Eigenkapitals stellt einen erfolgswirtschaftlichen Prozess dar, wohingegen die Illiquidität das Ergebnis eines finanzwirtschaftlichen Prozesses ist. Beide Prozesse können im Zuge der Krise isoliert als auch kombiniert auftreten. Sie stellen den Höhepunkt der Krise und gleichzeitig den Tiefpunkt der geschäftlichen Tätigkeit des Unternehmens dar.
Die letzte Phase vor der Insolvenz kann mit dem Begriff Liquiditätskrise bezeichnet werden. Es treten hauptsächlich finanzwirksame Belastungen auf, wie beispielsweise Forderungsausfälle, das Ausbleiben von Anzahlungen oder die Zahlbarstellung von Kreditlinien. Aus der Verschuldung resultiert die Überschuldung und mit einem sehr kleinen, kaum vorhandenen Handlungsspielraum nähert sich das Unternehmen der Insolvenz.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation für die Untersuchung von Unternehmensrisiken in kleinen Handwerksbetrieben und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Das Konzept „Kennzahlenorientiertes Frühwarnsystem“: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Krisen, Kennzahlensystemen und Frühwarnansätzen dargelegt, die als Fundament für die spätere Modellentwicklung dienen.
3. Das kleine Handwerksunternehmen als Untersuchungsgegenstand: In diesem Teil erfolgt die Spezifizierung und Abgrenzung von Kleinstbetrieben im Handwerk, wobei die spezifischen situativen Faktoren wie Personal und Finanzierung analysiert werden.
4. Entwicklung eines kennzahlenorientierten Frühwarnsystems: Dies bildet das Kernstück der Arbeit, in dem eine Risikoscorecard unter Berücksichtigung strategischer Ziele und spezifischer Handwerksmerkmale entwickelt und visualisiert wird.
5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die praktische Anwendbarkeit sowie zukünftigen Forschungsbedarf.
Frühwarnsystem, Unternehmenskrise, Handwerk, Kleinstunternehmen, Balanced Scorecard, Risikoscorecard, Kennzahlensysteme, Liquiditätssicherung, Strategische Planung, Controlling, Risikomanagement, Unternehmenserfolg, Insolvenzprävention, Marktsituation, Kennzahlen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines Frühwarnsystems für kleine Handwerksbetriebe, um diese bei der rechtzeitigen Erkennung und Bewältigung von Unternehmensrisiken zu unterstützen.
Die zentralen Themen umfassen die betriebswirtschaftliche Analyse von Unternehmenskrisen, die Nutzung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen sowie die spezifische Anpassung der Balanced Scorecard für Kleinstunternehmen.
Das primäre Ziel ist es, die Lücke bei der Anwendung von Frühwarninstrumenten in kleinen Handwerksbetrieben durch ein praxistaugliches Referenzmodell zu schließen.
Die Arbeit basiert auf einem theoretischen Fundament und nutzt den Situativen Ansatz, um ein spezifisches, kennzahlenorientiertes Frühwarnsystem auf Basis der Balanced Scorecard zu entwickeln.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Risikoscorecard, der Definition der strategischen Ziele und der Identifizierung geeigneter Kennzahlen sowie Maßnahmen für verschiedene Unternehmensbereiche.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Frühwarnsystem, Unternehmenskrise, Handwerk, Kleinstunternehmen, Balanced Scorecard, Risikoscorecard und Controlling.
Da kleine Handwerksbetriebe oft unter Ressourcenknappheit leiden und über kein spezialisiertes Controlling verfügen, bietet die Risikoscorecard ein strukturiertes, aber einfach handhabbares Instrument, um existenzbedrohende Situationen frühzeitig zu erkennen.
Die Ziele werden über kausale Ursache-Wirkungs-Beziehungen innerhalb einer Ziel-Pyramide abgeleitet, die vom Fundament der Finanzausstattung bis hin zur Spitze der Produktivität und des Markterfolgs reicht.
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