Examensarbeit, 2010
96 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. EINLEITUNG
2. ZWEISPRACHIGKEIT – EIN ÜBERBLICK
2.1 Definitionen von Zweisprachigkeit
2.2 Kategorien der Zweisprachigkeit
2.2.1 Simultane vs. sukzessive Zweisprachigkeit
2.2.2 Ausgewogene vs. dominante Zweisprachigkeit
2.2.3 Additive vs. subtraktive Zweisprachigkeit
2.2.3.1 Sprachverlust
2.2.4 Fazit
2.3 Theorien des Zweitspracherwerbs
2.3.1 Hypothese der Kritischen Periode
2.3.2 Sensitive Period
2.3.3 Eine allumfassendere Betrachtung
2.3.4 Fazit
2.4 Einflüsse der Zweisprachigkeit
2.4.1 Zweisprachigkeit und Intelligenz
2.4.1.1 Negative, neutrale und positive Auswirkungen
2.4.1.2 Neuere Untersuchungen
2.4.1.3 Fazit
2.4.2 Zweisprachigkeit und Sprachstörungen
2.4.2.1 Sprachverweigerung
2.4.2.2 Sprachmischungen und Interferenz
2.4.2.3 Fazit
3. ZWEISPRACHIGKEIT IN DER FAMILIE
3.1 Methoden der Zweisprachigkeitserziehung
3.1.1 One Person/One Language
3.1.2 Familiensprache = Nichtumgebungssprache
3.1.3 Situativer Sprachgebrauch/Mixed Languages
3.1.4 Fazit
3.2 Zentrale Aspekte für den Erfolg der Zweisprachigkeitserziehung in der Familie
3.2.1 Erziehungs- und Persönlichkeitsmerkmale der Eltern
3.2.2 Ethnische Identität der Eltern
3.2.3 Einstellungen zur kindlichen Zweisprachigkeit
3.2.4 Nebenaspekte
3.2.5 Fazit
4. AUSGEWÄHLTE FALLSTUDIEN
4.1 Ein gescheiterter Versuch künstlicher zweisprachiger Erziehung
4.1.1 Beschreibung
4.1.2 Analyse
4.2 Zweisprachigkeit in einer Immigrantenfamilie
4.2.1 Beschreibung
4.2.2 Analyse
4.3 Ein Fall von Mixed Languages
4.3.1 Beschreibung
4.3.2 Analyse
4.4 Ein Fall von Verlust der Erstsprache
4.4.1 Beschreibung
4.4.2 Analyse
4.5 Ein Fall von One Person/Two Languages
4.5.1 Beschreibung
4.5.2 Analyse
4.6 Zusammenfassung
5. SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht explorativ das Phänomen der familiären Zweisprachigkeit. Ziel ist es, theoretische Grundlagen der Zweisprachigkeitsforschung und der Erziehungsmethoden mit der praktischen Realität in verschiedenen Familienkonstellationen zu verknüpfen, um Erfolgsfaktoren und Hindernisse für eine gelungene zweisprachige Erziehung zu identifizieren.
2.2.1 Simultane vs. sukzessive Zweisprachigkeit
Bei der Unterscheidung zwischen simultaner und sukzessiver Zweisprachigkeit steht das Lebensalter, in dem mit dem Zweitspracherwerb begonnen wird, im Mittelpunkt. Von simultanem Zweitspracherwerb oder doppeltem Erstspracherwerb (2L1) spricht man, wenn ein Kind von Geburt an mit zwei Sprachen aufwächst, also beide Sprachen gleichzeitig erworben werden (vgl. Anstatt/Dieser 140; Seupel 20). Hierbei wird die Erstsprache L1 und die zeitgleich erworbene Sprache 2L1 genannt (vgl. Tracy 87; Meisel 104). Bei sukzessivem kindlichen Zweitspracherwerb (cL2) handelt es sich um den versetzt begonnenen Zweitspracherwerb, das heißt L1 wird als erste Sprache erlernt. L2 folgt zwischen dem dritten und elften Lebensjahr (vgl. Anstatt/Dieser 140; Seupel 20; Arnberg 66). Erfolgt der Zweitspracherwerb ab einem Alter von zehn Jahren, wird vom sogenannten erwachsenen Zweitspracherwerb (aL2) gesprochen (vgl. Anstatt/Dieser 140).
Die genannten Alterszeitpunkte von drei und zehn, beziehungsweise elf Jahren, dürfen nur als Anhaltspunkte für die Abgrenzung zwischen simultanem Zweitspracherwerb (2L1), sukzessivem kindlichen Zweitspracherwerb (cL2) und erwachsenem Zweitspracherwerb (aL2) betrachtet werden. In der Wissenschaft findet sich aktuell keine Einigung bezüglich der genauen Altersgrenzen. Vor allem hinsichtlich des erreichbaren Kompetenzgrades ist die Bedeutung des Alters noch umstritten. So setzt Meisel (vgl. 104) die untere Grenze für kindlichen Zweitspracherwerb ebenfalls bei drei bis vier Jahren an, die Altersgrenze für den Übergang von kindlichem zu erwachsenem Zweitspracherwerb liegt für ihn jedoch bereits bei sieben bis acht Jahren. Hemsley, Holm und Dodd (vgl. 454) sprechen von kindlichem Zweitspracherwerb, wenn der Erwerb während der ersten fünf Lebensjahre stattfindet und von erwachsenem Zweitspracherwerb, wenn die Zweitsprache ab dem späten Kindesalter erworben wird.
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Thema ein und begründet die Relevanz der Zweisprachigkeit in der heutigen Gesellschaft sowie den Fokus dieser explorativen Arbeit.
2. ZWEISPRACHIGKEIT – EIN ÜBERBLICK: Hier werden zentrale Definitionen, Kategorien der Zweisprachigkeit sowie Theorien zum Spracherwerb und die Auswirkungen auf Intelligenz und Sprachstörungen dargelegt.
3. ZWEISPRACHIGKEIT IN DER FAMILIE: Dieser Abschnitt behandelt verschiedene Erziehungsmethoden und analysiert zentrale Aspekte wie Elternmerkmale und ethnische Identität für einen erfolgreichen Erziehungsprozess.
4. AUSGEWÄHLTE FALLSTUDIEN: Anhand von fünf spezifischen Familienbeispielen werden die theoretischen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln praxisnah untersucht und bewertet.
5. SCHLUSS: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Erkenntnis betont, dass bilinguale Kompetenz eine spezielle sprachliche Konfiguration darstellt, die von vielen individuellen Faktoren abhängt.
Zweisprachigkeit, Bilingualismus, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Spracherziehung, Familiensprache, Sprachstörungen, Intelligenz, Sprachverlust, Ethnische Identität, Immigrantenfamilien, Mehrsprachigkeit, Language Acquisition Device, Sprachmischung, Sprachverweigerung
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Themenfeld der Zweisprachigkeit, insbesondere mit dem Aufwachsen von Kindern in zweisprachigen Familien und den dabei auftretenden Herausforderungen und Rahmenbedingungen.
Die Arbeit gliedert sich in theoretische Aspekte wie Definitionen, Spracherwerbstheorien und Einflüsse auf die kognitive Entwicklung sowie in praktische Aspekte der Erziehungsmethoden und deren Erfolg in realen Fallstudien.
Das Ziel ist es, die vielschichtigen Einflussfaktoren einer erfolgreichen zweisprachigen Erziehung in der Familie zu explorieren und zu zeigen, dass es kein einzelnes Erfolgsrezept gibt, sondern eine individuelle Kombination von Faktoren entscheidend ist.
Es handelt sich um eine explorative, qualitative Studie, die auf Fachliteratur sowie auf face-to-face Interviews mit fünf verschiedenen Familien basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Zweisprachigkeitsforschung detailliert erläutert, gefolgt von einer Analyse verschiedener Erziehungsmethoden und der Vorstellung sowie Auswertung von fünf konkreten Fallstudien.
Zentrale Begriffe sind Bilingualismus, Spracherziehung, Familiensprache, Erst- und Zweitspracherwerb sowie spezifische Phänomene wie Sprachverlust, Sprachverweigerung und Sprachmischung.
Die ethnische Identität ist ein wesentlicher Faktor. Eine ausgeprägte Identität kann zur Stärkung der Sprache beitragen, erfordert jedoch einen Balanceakt zwischen Assimilation und dem Erhalt der Herkunftskultur, um den Spracherwerb positiv zu beeinflussen.
Obwohl diese Methode funktional ist, zeigen die Fallstudien, dass viele weitere Variablen – wie Konsequenz der Eltern, emotionale Bindung und gesellschaftlicher Druck – darüber entscheiden, ob das Ziel der Zweisprachigkeit erreicht wird.
Die Autorin betont, dass die Studie explorativ und nicht repräsentativ ist. Sie zeigt auf, dass jede Familiensituation individuell betrachtet werden muss, da individuelle Faktoren und deren Kombinationen maßgeblich für den Ausgang der Erziehung sind.
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