Bachelorarbeit, 2021
37 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Vorstellung der Vampirinnen
2.1 Goethes Die Braut von Korinth
2.2 Gottfried Peter Rauschniks Die Totenbraut
2.3 E. T. A. Hoffmanns Cyprians Erzählung
2.4 Ernst Benjamin Raupachs Lasst die Toten ruhen
2.5 Theodor Hildebrands Der Vampyr oder die Todtenbraut
3. Die dämonisierte Weiblichkeit
3.1 Das Geschlecht als Konstrukt
3.2 Furchteinflößende Frauen
4. Leben und Tod
4.1 Von Müttern und vampirischem Leben
4.2 Der Tod einer schönen Mörderin
5. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die literarische Figur der Vampirin in der deutschen Romantik, um zu analysieren, inwiefern das Motiv der Blutsaugerin als Ausdruck einer geschlechtsspezifischen Dämonisierung fungiert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Verknüpfung von Geschlechterkonstruktionen, Tabus hinsichtlich weiblicher Sexualität und der paradoxen Verbindung von Leben und Tod in der Schauerliteratur.
2.3 E. T. A. Hoffmanns Cyprians Erzählung
E. T. A. Hoffmanns Vampir-Erzählung von 1821 weicht von den bereits beschriebenen Vampirinnen weiter ab. Zugleich ist der Vampirismus auf mehreren Ebenen angesiedelt. Der am einfachsten zu fassende Vampirismus äußert sich in der Binnenerzählung. Hier gibt es wie bei Goethe und Rauschnik eine vampirische Liebesgeschichte, die im Tod der Vampirin Aurelie endet. Ihr Opfer, diesmal zum Ende hin ihr Ehemann, verfällt dem Wahnsinn und verstirbt nicht. Einen weitaus größeren Unterschied nehmen die Natur und die Vergangenheit der attraktiven, jedoch unsicher und wahnsinnig wirkenden Vampirin ein, denn im Gegensatz zu den bereits beschriebenen Untoten steigt sie nicht aus dem Grab. Aurelie wird aufgrund eines Fluchs, ausgesprochen von ihrer unattraktiven Mutter, die selbst eine Untote zu sein scheint, und aufgrund einer angedeuteten Schwangerschaft zur leichenfressenden Vampirin. Ihren Trieben geht sie in einer größeren Gruppe von halbnackten Frauen nach, die bei Nacht auf dem Friedhof Menschenfleisch verspeisen, was an die antiken Lamien erinnert. Das Saugen von Herzensblut wird zum Schluss angedeutet, aber nicht verifiziert.
Die Binnenerzählung ist durchzogen von Phantastik, Wahnsinn und Andeutungen. Während der Wahnsinn eine Folge von Katastrophen zu sein scheint, für die der menschliche Geist keine rationale zufriedenstellende Erklärung findet, tragen zur Phantastik die vielen Andeutungen bei, die wiederum in Katastrophen enden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Genese des Vampirmythos von volkstümlichen Vorstellungen des Nachzehrers bis hin zur Entdeckung als literarisches Motiv in der deutschen Romantik.
2. Vorstellung der Vampirinnen: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über primärliterarische Werke wie Goethes "Braut von Korinth" sowie Erzählungen von Rauschnik, Hoffmann, Raupach und Hildebrand, um die verschiedenen Motivlagen zu verdeutlichen.
3. Die dämonisierte Weiblichkeit: Hier wird der historische Kontext der Geschlechterdefinition hinterfragt und geprüft, ob Vampirismus als Metapher für weibliche Sexualität und eine patriarchale Angst vor dem "furchteinflößenden" Geschlecht interpretiert werden kann.
4. Leben und Tod: Dieses Kapitel thematisiert die symbolische Bedeutung von Blut und die Rolle der Frau als Mutter-Negativ, die zwischen Leben und Tod wandelt und dabei existenzielle Ängste der Zeitgenossen verkörpert.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Gemeinsamkeiten der untersuchten Vampirinnen und bestätigt deren komplexe Rolle als attraktive, aber trügerische Figuren, die tradierte Rollenvorstellungen in der patriarchalen Gesellschaft der Romantik untergraben.
Vampirin, deutsche Romantik, Schauerliteratur, Dämonisierung, Weiblichkeit, Geschlechterkonstruktion, Sexualität, Tod, Identität, Körperlichkeit, Mythos, Literaturwissenschaft, Verführerin, Transformation, patriarchale Rollenbilder.
Die Arbeit analysiert die Darstellung weiblicher Vampire in der deutschen Literatur der Romantik und untersucht deren Bedeutung im Kontext gesellschaftlicher Vorstellungen jener Zeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Weiblichkeit, der Dämonisierung erotischer Lust, dem Motiv der "Schwarzen Romantik" sowie der Verbindung von Leben und Tod.
Das Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der dargestellten Vampirinnen zu ermitteln und aufzuzeigen, wie diese literarischen Figuren das gesellschaftliche Unbehagen an weiblicher Autonomie reflektieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Primärtexte unter Einbeziehung des historischen Kontexts und existierender Forschungsliteratur.
Der Hauptteil erörtert die spezifischen Texte (u.a. von Goethe, Hoffmann und Raupach), historische Geschlechterdefinitionen sowie die symbolträchtige Figur der Vampirin als Grenzgängerin.
Die Arbeit bewegt sich primär im Spannungsfeld zwischen Vampirismus, weiblicher Identität, Literaturkritik und der soziokulturellen Dämonisierung der Frau während des 19. Jahrhunderts.
Die Schwarze Romantik dient als literarischer Rahmen, der das Unheimliche, Abgründige und die Tabuisierung von Sexualität in den Vordergrund rückt, was die Vampirin zur idealen Projektionsfläche macht.
Hoffmanns Vampirin, Aurelie, zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht aus dem Grab steigt, sondern eine psychisch-physische Transformation durchläuft und nekrophage Züge zeigt, was eine Verknüpfung mit psychologischen Störungen erlaubt.
Die Bezeichnung rührt daher, dass sie physisch und ontologisch zwischen den Lebenden und den Toten vermittelt und gleichzeitig gesellschaftliche Schwellen, wie die zwischen tugendhafter Frau und "Hure", transzendiert.
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