Bachelorarbeit, 2010
46 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Religiosität im Wandel
1.2 Das Bedürfnis nach Spiritualität
1.3 Herausforderung der evangelischen Kirche
2. Spiritualität: Ein Begriff zwischen christlicher Frömmigkeit und Esoterik
2.1 Abgrenzung: Christliche Spiritualität – esoterische Spiritualität
2.2 Abgrenzung: Christliche Spiritualität – Frömmigkeit
3. Die Evangelische Kirche: Spiritualität oder protestantische Nüchternheit?
3.1 Merkmale der evangelischen Spiritualität
3.1.1 Konzentration auf Jesus Christus
3.1.2 Konzentration auf die Individualität des Glaubens
3.1.3 Konzentration auf das Handeln in der Gesellschaft
3.2 Zwischenfazit: Evangelische Spiritualität im Wandel der Zeit
4. Die Freikirchen Deutschlands: Wahre christliche Spiritualität?
4.1 Spiritualität des charismatischen Pfingstlertums: Konzentration auf den Heiligen Geist
4.2 Spiritualität der Baptisten: Konzentration auf die Glaubensgemeinde
4.3 Spiritualität des Quäkertums: Konzentration auf die spirituelle Erfahrung
4.4. Zwischenfazit: Freikirchliche Spiritualität im Wandel der Zeit
5. Evangelische Spiritualität jenseits der Hauptströmung
5.1 Konzentration auf den dreieinigen Gott: Spiritualität im Gebet und in der Meditation
5.2 Konzentration auf die Gemeinschaft: Spiritualität des Kirchentags
5.3 Karitatives Handeln aus der Spiritualität: Spiritualität in evangelische Kommunitäten
6. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht, ob freikirchliche Gemeinden eine Form der christlichen Spiritualität praktizieren, die den Bedürfnissen moderner Menschen stärker entspricht als die derzeitige Praxis der evangelischen Kirche, und ob sich daraus Ansätze zur Erneuerung der evangelischen Spiritualität ableiten lassen.
3.1.2 Konzentration auf die Individualität des Glaubens
Luther stärkte zwar den einzelnen Christen, indem er die Bibel zur einzigen autarken Autorität (sola scriptura) innerhalb des evangelischen Christentums machte und dadurch das Individuum von der klerikalen Bevormundung befreite, dennoch war es nicht seine Intension, die christliche Gemeinschaft zu entwerten. Er betonte in seinem 3. Glaubensartikel des kleinen Katechismus sogar, dass die Beziehung zwischen Gott und dem Individuum komplementär mit der Beziehung zwischen Gott und der Gemeinschaft anzusehen ist.
Entgegen der lutherischen Lehre entwickelte sich in der heutigen Zeit eine Form der Spiritualität, die weitestgehend von Individualismus, Subjektivismus und Innerlichkeit geprägt ist. Der Grund dafür könnte in der Individualisierung der Gesellschaft gefunden werden. Dieser soziologische Prozess führte dazu, dass innerhalb der evangelischen Kirchen kein kollektives Verständnis mehr von Spiritualität zu finden ist, sondern vielmehr eine Vielzahl von individuellen Auffassungen anzutreffen sind. Jeder Christ glaubt seinen eigenen individuellen Glauben. Zur Folge hat diese Entwicklung, dass mit der gemeinschaftlichen Erfahrung und der Sozialität mit der Zeit zwei wichtige Dimensionen der Spiritualität verloren gegangen sind.
1. Einleitung: Beschreibt den Wandel der Religiosität in der modernen Gesellschaft, charakterisiert durch den Gegensatz von Säkularisierung und einer wachsenden Sehnsucht nach Spiritualität.
2. Spiritualität: Ein Begriff zwischen christlicher Frömmigkeit und Esoterik: Klärt die Begriffe Spiritualität, Frömmigkeit und Esoterik, um eine klare Abgrenzung der christlichen Spiritualität zu ermöglichen.
3. Die Evangelische Kirche: Spiritualität oder protestantische Nüchternheit?: Analysiert die evangelische Spiritualität, die durch eine starke Konzentration auf Jesus Christus, Individualität und karitatives Handeln geprägt ist, und zeigt deren Defizite auf.
4. Die Freikirchen Deutschlands: Wahre christliche Spiritualität?: Untersucht verschiedene freikirchliche Modelle wie Pfingstbewegung, Baptisten und Quäker, die alternative Schwerpunkte in ihrer spirituellen Praxis setzen.
5. Evangelische Spiritualität jenseits der Hauptströmung: Stellt Formen der evangelischen Spiritualität vor, wie Meditation und Kommunitäten, die neue Wege für eine ganzheitliche spirituelle Praxis aufzeigen.
6. Fazit: Fasst zusammen, dass eine Rückbesinnung auf trinitarische Aspekte und eine stärkere Gemeinschaftsorientierung notwendig sind, um die spirituelle Anziehungskraft der evangelischen Kirche zu erneuern.
Spiritualität, Evangelische Kirche, Freikirchen, Säkularisierung, Individualisierung, Pfingstbewegung, Baptisten, Quäkertum, christliche Identität, Gottesbeziehung, Gemeinschaft, Trinität, Meditation, christliches Handeln, kirchliche Erneuerung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Religiosität in der modernen Gesellschaft und vergleicht, wie die evangelische Kirche im Vergleich zu Freikirchen auf das wachsende Bedürfnis nach Spiritualität reagiert.
Die Themenfelder umfassen die Säkularisierung, das Phänomen der Respiritualisierung, die soziologische Individualisierung der Gesellschaft sowie unterschiedliche Ansätze zur christlichen Lebensgestaltung und Gottesbeziehung.
Ziel ist es herauszufinden, ob freikirchliche Modelle bei der Befriedigung spiritueller Bedürfnisse erfolgreicher sind als die evangelische Volkskirche, und daraus Lösungswege für eine spirituelle Erneuerung der evangelischen Praxis abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse, basierend auf theologischen und soziologischen Quellen, um die Merkmale evangelischer und freikirchlicher Spiritualität gegenüberzustellen.
Im Hauptteil werden die Merkmale evangelischer Spiritualität (Christozentrik, Individualität, karitative Arbeit) kritisch analysiert und mit dem Ansatz der Pfingstkirchen, der Baptisten sowie der Quäker verglichen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Individualisierung, christliche Spiritualität, Trinität, Gemeinschaftsdimension und die Unterscheidung zwischen evangelischer Nüchternheit und lebendiger Spiritualität geprägt.
Die Pfingstbewegung zeichnet sich durch eine starke Konzentration auf den Heiligen Geist und eine erlebnisorientierte Frömmigkeit aus, die pneumatische Erfahrungen wie die Geistestaufe in den Mittelpunkt stellt.
Das Innere Licht bezeichnet die Erkenntnis, dass in jedem Menschen ein Funke Gottes ruht, was zu einer radikalen Ethik der Gleichheit und zu einer spirituellen Praxis der stillen Andacht führt.
Laut der Untersuchung leidet sie unter einer zu starken Rationalisierung und Individualisierung, die dazu führt, dass der "religiöse Kick" und die Erfahrung von Gemeinschaft in der Gottesdienstpraxis verloren gehen.
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