Bachelorarbeit, 2010
37 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Martin Luther und die Juden
2.1 Der „frühe“ Luther und die Juden
2.2 Der „späte“ Luther und die Juden
2.2.1 Inhalt der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543)
2.2.2 Interpretation der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“
3. Dietrich Bonhoeffer und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus
3.1 Inhalt des Aufsatzes „Die Kirche vor der Judenfrage“ (1933)
3.2 Interpretation des Aufsatzes „Die Kirche vor der Judenfrage“
3.3 Kirchengeschichtlicher Exkurs
3.4 Bonhoeffer und die Juden in Anbetracht des Alten Testaments
4. Vergleich – Gemeinsamkeiten und Unterschiede bzgl. des Judenbildes von Luther und Bonhoeffer
5. Eigene theologische Position
Die Bachelorarbeit untersucht das unterschiedliche Verhältnis der beiden bedeutenden Theologen Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer zu den Juden und hinterfragt die theologische sowie historische Motivation hinter ihren jeweiligen Positionen, um daraus Lehren für einen respektvollen jüdisch-christlichen Dialog in der heutigen Zeit abzuleiten.
2.2.2 Interpretation der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“
Nachdem ich den Inhalt von Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ nun detailliert dargelegt habe, empfinde ich das dringende Bedürfnis, Erklärungsansätze für die in der Schrift enthaltenen antijüdischen Aussagen zu suchen, da Luther mir durch seine, wie bereits in der Einleitung erwähnt, richtungsweisenden religiösen Erkenntnissen ans Herz gewachsen ist. Im Zuge der Beschäftigung mit derartigen Aussagen Luthers drängen sich mir folgende quälende Fragen auf: Warum hat der „späte“ Luther sich, im Gegensatz zum „frühen“ Luther, so judenfeindlich geäußert, oder lässt sich hinsichtlich Luthers Position gegenüber den Juden gar keine Differenzierung zwischen dem „späten“ bzw. „frühen“ Luther vornehmen? War Luthers Grundeinstellung schon immer antijudaistisch? Worin besteht die Ursache derartiger Äußerungen?
In den ersten drei Sinnabschnitten seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ bringt Luther religiöse Argumente hervor, um die christliche Lehre gegen die jüdische zu verteidigen. Es geht ihm u.a. um die heilsgeschichtliche Bedeutung des Volks Israels sowie um die Messianität Jesu (S. 419-522), wohingegen er im letzten Sinnabschnitt politisch argumentiert, d.h. er gibt der Obrigkeit konkrete judenfeindliche Ratschläge im Umgang mit den Juden (S. 522-552). Nach Walther Bienert ist Luther in die Rolle eines Kirchenpolitikers geraten. Zur Zeit der Reformation hat sich die Regierungsform eines „corpus Christianum“ nach dem Leitsatz „Ein Staat, eine Religion!“ als mittelalterliches Erbe erneut etabliert, d.h. die Entwicklung von der Landeskirche zur Staatskirche wurde vollzogen. Die Aufgabe des Staates für den Alleinspruch der einen Religion zu sorgen, hatte verheerende Folgen: Innerhalb dieses einen Staates galt ausschließlich der Wahrheitsanspruch der einen christlichen Religion. Das bedeutet, dass alle anderen Religionen als inakzeptabel erachtet wurden und unterbunden werden mussten. Da Luther die christliche Religion durch die jüdische angegriffen sah, appellierte er in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ an den Staat, diese jüdische Religion innerhalb des „corpus Christianum“ zu verbieten.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden Theologen Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer vor und formuliert das Forschungsziel, ihr jeweiliges Verhältnis zum Judentum zu untersuchen sowie Konsequenzen für den heutigen jüdisch-christlichen Dialog zu ziehen.
2. Martin Luther und die Juden: Dieses Kapitel analysiert Luthers anfänglich positive, dann jedoch radikal antijudaistische Haltung, insbesondere anhand seiner Schriften von 1523 und 1543, wobei der Fokus auf der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ liegt.
3. Dietrich Bonhoeffer und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus: Das Kapitel beleuchtet Bonhoeffers mutigen Widerstand gegen die Rassenideologie der Nationalsozialisten und seine theologische Begründung für den Schutz der Juden in seinem Aufsatz „Die Kirche vor der Judenfrage“.
4. Vergleich – Gemeinsamkeiten und Unterschiede bzgl. des Judenbildes von Luther und Bonhoeffer: Hier werden die Positionen der beiden Theologen gegenübergestellt, wobei vor allem die unterschiedliche Bewertung der Gemeinschaft mit Juden und die Rezeption von Luthers Zitaten durch Bonhoeffer im Vordergrund stehen.
5. Eigene theologische Position: In diesem abschließenden Teil entwickelt die Autorin auf Basis der vorangegangenen Analyse Ansätze für einen fruchtbaren, gleichberechtigten jüdisch-christlichen Dialog, der auf gegenseitiger Akzeptanz basiert.
Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Antijudaismus, Judenfrage, Nationalsozialismus, Christentum, Judentum, jüdisch-christlicher Dialog, Reformation, Bekennende Kirche, Nächstenliebe, Antisemitismus, heilsgeschichtliche Bedeutung, corpus Christianum, Arierparagraph.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer zum Judentum und hinterfragt die theologischen Gründe für ihre sehr unterschiedlichen Haltungen.
Die zentralen Themen sind das Judenbild in Luthers Schriften, Bonhoeffers Widerstand gegen den Antisemitismus während des Nationalsozialismus sowie der jüdisch-christliche Dialog.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die historischen Haltungen zu entwickeln, um daraus Lehren für einen vorurteilfreien Dialog zwischen Juden und Christen in der heutigen Gesellschaft abzuleiten.
Es wird eine theologiegeschichtliche Analyse der Primärquellen (Schriften Luthers, Aufsätze Bonhoeffers) sowie eine vergleichende Untersuchung unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Luthers Schriften, eine Untersuchung von Bonhoeffers Theologie im Kontext des Kirchenkampfes und einen direkten Vergleich beider Ansätze.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Antijudaismus, Reformation, Bekennende Kirche, jüdisch-christlicher Dialog und heilsgeschichtliche Bedeutung.
Die Arbeit argumentiert, dass Luthers judenfeindliche Äußerungen in seiner späten Schrift stark durch das mittelalterliche „corpus Christianum“-System und den damaligen gesellschaftlichen Konsens über die „falsche“ Religion geprägt waren.
Bonhoeffer sah in der Gemeinschaft mit Juden eine essenzielle christliche Prüfung; für ihn war das Sein der Kirche dort gegeben, wo Juden und Christen gemeinsam Gottes Wort hörten.
Sie kritisiert scharf, dass die Nationalsozialisten Luthers antijudaistische Aussagen willkürlich für ihre antisemitische Gewaltpolitik missbrauchten, was laut der Autorin jedoch nicht als direkte Schuld des Reformators gewertet werden kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

