Magisterarbeit, 2002
125 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
I. Die Protestbewegung der 60er Jahre
1. Die Ereignisse
a) 1965 bis Mai 1967
b) Der Tod Benno Ohnesorgs und das Attentat auf Rudi Dutschke
c) Zerfall der Studentenbewegung
2. Die ideologischen Grundlagen der Studentenbewegung
a) Herbert Marcuse
b) Antifaschismus und Antiimperialismus
II. Die Entstehung der Roten Armee Fraktion
1. Vorphase
2. Lebensläufe
a) Gudrun Ensslin
b) Andreas Baader
c) Ulrike Meinhof
3. Die Baader-Befreiung – Entstehung der Roten Armee Fraktion
4. „Offensive ´72“ und das Ende der Gründergeneration
III. Die Ideologie der Roten Armee Fraktion
1. Die „Kampfschriften“ der RAF
a) „Das Konzept Stadtguerilla“
b) „Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa“
c) „Dem Volk dienen. Stadtguerilla und Klassenkampf“
2. Der Faschismusvorwurf der Roten Armee Fraktion
3. Die Imperialismustheorie der Roten Armee Fraktion
4. Beurteilung der Ideologie
IV. Zwischenphase 1972-1976
1. Die Gefangenkomitees und die Frage der „Isolationsfolter“
2. Die Hungerstreiks: Der Körper als Waffe
3. Die RAF-Nachfolgegruppe „4.2.“
4. Der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm
5. Der Stammheim-Prozeß
6. Der Selbstmord Ulrike Meinhofs
V. Die „Offensive ´77“
1. Die Ermordung Siegfried Bubacks und Jürgen Pontos
2. Das Attentat auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe
3. Höhepunkt der Gewalt: Der Herbst 1977
a) Die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten
b) Die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“
c) Der Selbstmord in Stammheim
d) Die Ermordung Schleyers
4. Die RAF nach dem Herbst 1977
VI. Ursachen des Terrorismus
1. Psychologische Erklärungsansätze
2. Biographische Erklärungsansätze
3. Normative Erklärungsansätze
VII. Die Terrorismusgesetze als Antwort des Staates auf den Terror
1. Das „Anti-Terrorismusgesetz“ vom 18. August 1976
2. Das „Kontaktsperregesetz“ vom 30. September 1977
3. Beurteilung der gesetzlichen Maßnahmen
VIII. Ausblick
IX. Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Ursprünge, die ideologischen Hintergründe und die Entwicklung der „Roten Armee Fraktion“ (RAF), wobei der Schwerpunkt auf der Hochphase der Gewalt in den Jahren 1977/1978 liegt. Das primäre Ziel ist es, die politischen Radikalisierungsprozesse der 1960er Jahre mit dem späteren Linksterrorismus in Verbindung zu bringen und die ideologischen, psychologischen sowie normativen Ursachen für das Entstehen und Scheitern dieser terroristischen Bewegung kritisch zu analysieren.
Die ideologischen Grundlagen der Studentenbewegung
Im gesamten kann jedoch vorab festgehalten werden, daß die Studenten die Theorien der „Frankfurter Schule“ zu griffigen Schlagworten umfunktionierten, es wurden nur Versatzstücke entnommen. Gerd Langguth spricht hier berechtigterweise von dem Eklektizismus der Studentenbewegung. Als Zweites werden die zwei wichtigsten Schlagworte der Protestbewegung beleuchtet: Antifaschismus und Antiimperialismus.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche Ursachen und Auswirkungen der RAF-Terrorismus hatte und wie sich die Bewegung aus der 68er-Rebellion entwickeln konnte.
I. Die Protestbewegung der 60er Jahre: Der erste Teil skizziert die Radikalisierung der Studentenbewegung von 1965 bis 1968, wobei die Bedeutung von Herbert Marcuse sowie der Antifaschismus- und Antiimperialismus-Diskurs beleuchtet werden.
II. Die Entstehung der Roten Armee Fraktion: Hier wird der Übergang von der Protestbewegung zum bewaffneten Kampf, inklusive der Biographien von Baader, Ensslin und Meinhof, sowie der Baader-Befreiung 1970 analysiert.
III. Die Ideologie der Roten Armee Fraktion: Dieses Kapitel untersucht die zentralen Kampfschriften der RAF und bearbeitet die theoretischen Haupttheoreme wie den Faschismusvorwurf und die Imperialismustheorie.
IV. Zwischenphase 1972-1976: Betrachtet werden die Jahre zwischen der ersten und zweiten Generation, insbesondere die Haftbedingungen, Hungerstreiks und die Aktionen der Nachfolgegruppen.
V. Die „Offensive ´77“: Der Höhepunkt der Gewalt im "Deutschen Herbst" wird hier analysiert, einschließlich der Entführung Schleyers, der Landshut-Entführung und dem Stammheim-Selbstmord.
VI. Ursachen des Terrorismus: In diesem Kapitel werden wissenschaftliche Deutungsmodelle (psychologisch, biographisch, normativ) vorgestellt, um die Entstehung von Terrorismus in einer Demokratie zu erklären.
VII. Die Terrorismusgesetze als Antwort des Staates auf den Terror: Eine Analyse der gesetzlichen Reaktionen der Bundesrepublik, speziell der Anti-Terrorismus-Gesetze und des Kontaktsperregesetzes, auf die Bedrohung durch die RAF.
VIII. Ausblick: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Abriss über die Entwicklung der RAF in den 80er und 90er Jahren bis hin zur offiziellen Auflösung 1998.
IX. Schlußbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, wie das politische Klima der 68er-Jahre als Fundament für den Terrorismus dienen konnte und wie der Rechtsstaat reagierte.
Rote Armee Fraktion, RAF, Linksterrorismus, Studentenbewegung, 68er-Bewegung, Stadtguerilla, Antiimperialismus, Antifaschismus, Deutscher Herbst, Stammheim, Rechtsstaat, Terrorismusbekämpfung, Ideologie, politische Radikalisierung, Ulrike Meinhof
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Entstehung, Ideologie und dem Wirken der Roten Armee Fraktion (RAF) in der Bundesrepublik Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Hochphase der terroristischen Gewalt in den Jahren 1977 und 1978.
Zentrale Felder sind die Radikalisierung der 68er-Studentenbewegung, der Weg der Gründergeneration in den Untergrund, die ideologische Fundierung der Stadtguerilla-Strategie sowie die rechtlichen und gesellschaftlichen Reaktionen des deutschen Staates auf den Terror.
Ziel ist es zu ergründen, warum aus einer studentischen Protestbewegung eine terroristische Gruppe entstehen konnte und welche psychologischen, biographischen sowie normativen Faktoren diesen Prozess begünstigten.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Herangehensweise, indem sie historische Ereignisse darstellt, zeitgenössische Quellen sowie ideologische Schriften der RAF auswertet und verschiedene wissenschaftliche Deutungsmodelle zur Ursachenforschung gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung der RAF-Generationen, die detaillierte Analyse der "Kampfschriften" und der ideologischen Dogmen (Faschismus/Imperialismus) sowie die Untersuchung der "Offensive 77" und der staatlichen Gegenmaßnahmen.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie RAF, Linksterrorismus, 68er-Bewegung, Stadtguerilla, Antiimperialismus, Stammheim und Rechtsstaat beschreiben.
Die Arbeit sieht in der Kontaktsperre eine gesetzgeberische Reaktion, die vor dem Hintergrund der dramatischen Schleyer-Entführung in einem Schnellverfahren erarbeitet wurde, um die Kommunikation zwischen inhaftierten Führungskadern und den aktiven Terroristen zu unterbrechen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die RAF an ihrer fundamentalen Realitätsferne und ihrem Unvermögen scheiterte, eine tragfähige Alternative zum bestehenden Gesellschaftssystem anzubieten; die propagierte Revolution blieb letztlich wirkungslos.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

