Diplomarbeit, 2010
71 Seiten, Note: 2,15
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Neue Institutionenökonomie
2.2 Principal Agent Theory
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Probleme und Lösungsansätze
3. Betriebliches Vorschlagswesen
3.1 Entstehungsgeschichte und Funktionen
3.2 Definition
3.2.1 Klassisches Modell
3.2.2 Vorgesetztenmodell
3.3 Anreizfunktion des Betrieblichen Vorschlagswesens
3.3.1 Grundlagen - Motivation der Mitarbeiter
3.3.2 Chancen und Risiken bei der Nutzung des Betrieblichen Vorschlagswesens als Anreizsystem
4. Darstellung der IHK XY
4.1 Betriebliches Vorschlagswesen der IHK XY
4.1.1 Modell des Betrieblichen Vorschlagswesens in der IHK XY
4.1.2 Ergebnisse einer Bestandsaufnahme des Betrieblichen Vorschlagswesens in der IHK XY
4.2 Umfrage zum Betrieblichen Vorschlagswesen in der IHK XY
4.2.1 Zielgruppendefinition für die Befragung
4.2.2 Analyse der Ergebnisse
4.2.3 Beurteilung der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Betrieblichen Vorschlagswesens (BVW) als Anreizsystem zur Steigerung der Mitarbeitermotivation. Angesichts eines signifikanten Rückgangs eingereichter Verbesserungsvorschläge bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) XY verfolgt die Studie das Ziel, die Ursachen für diese Demotivation zu ergründen und Empfehlungen für eine effektivere Gestaltung des Vorschlagswesens abzuleiten.
2.2.2 Probleme und Lösungsansätze
Die zuvor erwähnten Informationsasymmetrien ermöglichen dem Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer die Ausnutzung seines Informationsvorsprungs zugunsten seiner Position. Bei einem Zielkonflikt entspricht die Absicht des Einen nicht mehr der Absicht des Anderen. Dabei existieren unterschiedliche Grundproblematiken, die im Rahmen der Principal Agent Theory als „hidden characteristics“, „hidden action“ und „hidden information“ bezeichnet werden.
Das Problem „hidden characteristics“ (verborgene Eigenschaften) betrifft zum einen die Eigenschaften des Arbeitnehmers, wie z. B. Risikoneigungen oder Arbeitsaversion. Diese sind dem Arbeitgeber grundsätzlich vor Vertragsabschluss unbekannt, was die Gefahr mit sich bringt, dass der Arbeitgeber den falschen Vertragspartner auswählt. In diesem Fall handelt es sich um „adverse selection“ (negative Auslese). Zum anderen kann im Umkehrschluss jedoch ebenso der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer falsche Eigenschaften vortäuschen.
Der zweite Grundproblem-Typ der asymmetrischen Informationsverteilung der Principal Agent Theory heißt „hidden action“ (verborgenes Handeln). Darunter versteht man die Tatsache, dass der Arbeitgeber aufgrund der Arbeitsergebnisse keine direkten Rückschlüsse auf den tatsächlichen Arbeitseinsatz des Arbeitnehmers ziehen kann. Diese Problematik resultiert daraus, dass das vom Arbeitnehmer erzielte Ergebnis eine Funktion des Arbeitseinsatzes und einer Zufallsvariablen ist. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber nicht zwischen den Kombinationen „hoher Arbeitseinsatz des Arbeitnehmers verbunden mit Pech“ und „geringer Arbeitseinsatz des Arbeitnehmers verbunden mit Glück“ unterscheiden kann. Denn beide Varianten können zum gleichen Arbeitsergebnis führen. Das dabei entstehende Informationsdefizit auf der Arbeitgeberseite kann auf der Arbeitnehmerseite zur Reduzierung seiner eingesetzten Leistung oder zum Verfolgen seiner Interessen genutzt werden. Die innerhalb des „hidden action“ auftretenden Konflikte können durch Anreiz- und Kontrollsysteme begrenzt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Betrieblichen Vorschlagswesens ein und definiert die Problemstellung sowie die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Motivation bei der IHK XY.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Neue Institutionenökonomie und die Principal Agent Theory, um das Verhalten von Akteuren bei asymmetrischer Informationsverteilung in Unternehmen wissenschaftlich zu fundieren.
3. Betriebliches Vorschlagswesen: Hier werden die historischen Ursprünge, die gängigen Modelle (klassisches Modell vs. Vorgesetztenmodell) sowie die Motivations- und Anreizfunktionen des BVW detailliert beschrieben.
4. Darstellung der IHK XY: Dieses Kapitel stellt die Organisation der IHK XY vor, analysiert ihr spezifisches Vorschlagswesen und wertet die Ergebnisse einer Mitarbeiterumfrage zur Identifikation von Motivationsbarrieren aus.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und leitet daraus Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Beteiligung und Motivation der Mitarbeiter am BVW ab.
Betriebliches Vorschlagswesen, BVW, Mitarbeitermotivation, Principal Agent Theory, Anreizsystem, IHK XY, Verbesserungsvorschläge, Hidden Action, Hidden Information, Hidden Characteristics, Arbeitszufriedenheit, Ideenmanagement, Informationsasymmetrie, Mitarbeiterbefragung, Unternehmenskultur.
Die Diplomarbeit untersucht das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) als ein zentrales Instrument der Mitarbeitermotivation und analysiert dessen Wirksamkeit anhand einer empirischen Fallstudie bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) XY.
Die Arbeit behandelt die Principal Agent Theory, die verschiedenen Modelle des Vorschlagswesens, die Grundlagen der Motivation sowie die konkrete Ausgestaltung und Nutzung von Anreizsystemen in der Verwaltungspraxis.
Ziel ist es zu klären, warum die Beteiligung der Mitarbeiter der IHK XY am BVW stark rückläufig ist und inwieweit das bestehende Vorschlagswesen tatsächlich motivierend auf die Belegschaft wirkt.
Die Arbeit basiert auf einem theoretischen Literaturvergleich sowie einer empirischen, anonymen Stichprobenbefragung der IHK-Mitarbeiter mittels eines konzipierten Fragebogens.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Erläuterung der Modelle des BVW, die Vorstellung der IHK XY und eine detaillierte Analyse der Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung zur Identifikation von Demotivationsfaktoren.
Wichtige Begriffe sind Betriebliches Vorschlagswesen, Principal Agent Theory, Anreizsysteme, Mitarbeitermotivation, Informationsasymmetrien, Hidden Action und die IHK XY.
Die Theorie dient dazu, das opportunistische Handeln und die unterschiedlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu erklären, um daraus wirksame Anreiz- und Kontrollsysteme abzuleiten.
Der Autor empfiehlt unter anderem eine höhere Transparenz, die Einführung von Gruppenvorschlägen zur Angstreduktion sowie ein klar strukturiertes, transparentes Prämiensystem, um die Identifikation der Mitarbeiter mit dem BVW zu stärken.
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