Masterarbeit, 2009
37 Seiten, Note: 2,0
1. Die Physiotherapie-Ausbildung
2. Das Lernfeldkonzept als neuer Bestandteil der Physiotherapie-Ausbildung
2.1. Kompetenzorientierung als Leitbegriff des Lernfeldkonzeptes
2.2 Handlungsorientierter Unterricht als didaktischer Grundsatz des Lernfeldkonzeptes
2.3. Fächerintegration als Teilaspekt des Lernfeldkonzeptes
2.4. Teamarbeit als wichtige Voraussetzung für die Realisierung des Lernfeldkonzeptes
3. Derzeitige Prüfungsformen in der Physiotherapie-Ausbildung in Bayern
3.1. Schriftliche Prüfungen
3.2. Mündliche Prüfungen
3.3. Praktische Prüfungen
3.4. Die staatliche Examensprüfung
4. Die Problemfelder der derzeitigen Ausbildungssituation
5. Begriffsbestimmung Lernerfolgskontrolle
6. Unterschiedliche Aspekte von Lernerfolgskontrollen
7. Funktionen von Lernerfolgskontrollen
7.1. Allokationsfunktion
7.2. Pädagogische Funktionen: Lerndiagnose und -prognose
8. Gütekriterien an Lernerfolgskontrollen
8.1. Objektivität
8.2. Reliabilität
8.3. Validität
8.4. Angemessenheit
8.5. Trennschärfe
8.6. Handhabbarkeit
8.7. Transparenz
8.8. Sinnhaftigkeit
9. Berufliche Handlungskompetenz
10. Prinzipien von kompetenzorientierten Lernerfolgskontrollen
10.1 Prinzip der Handlungsorientierung
10.2 Prinzip der Fächerintegration
10.3 Prinzip der Gruppenleistung
10.4 Prinzip der Selbsteinschätzung und der wechselseitigen Beurteilung
10.5 Prinzip der Problemorientierung
11. OSCE: Objective Structured Clinical Examination
12. OSCE in der Physiotherapie-Ausbildung?
13. Grenzen einer PT-OSCE
14. DISKUSSION
15. AUSBLICK
Diese Arbeit untersucht, wie kompetenzorientierte Prüfungsinstrumente in der Physiotherapie-Ausbildung gestaltet sein müssen, um dem Lernfeldkonzept gerecht zu werden, und prüft in diesem Kontext die Eignung der OSCE als neues Bewertungsinstrument.
12. OSCE in der Physiotherapie-Ausbildung?
Die OSCE könnte sich in modifizierter Form sehr gut als kompetenzorientiertes Prüfungsinstrument auch in der Physiotherapie-Ausbildung eignen. Im Folgenden werde ich an einer exemplarischen „PT-OSCE“ mögliche Einsatzvarianten diskutieren.
PT-OSCE am Wirkort Kniegelenk:
PC-gestützte Station: Der Schüler sieht sich in einer Videoaufnahme mehrmals das Gangbild einer realen Patientin an und soll anschließend die beobachteten Auffälligkeiten schriftlich dokumentieren.
Prozedurstation: An der nachfolgenden Station bekommt der Schüler eine schriftliche Ganganalyse vorgelegt (z.B. von der Patientin der vorherigen Station) und soll eine geeignete Technik anwenden, um das vorhandene Problem zu behandeln (z.B. eine eingeschränkte Knieextension).
Weitere Fragestationen könnten sein: Ergänzungsfragen zu anatomischen Abbildungen, in die der Schüler z.B. bestimmte Muskeln einzeichnen soll; Auszüge aus Operationsberichten, zu denen der Schüler das Nachbehandlungsprozedere beschreiben muss; Röntgenbilder, z.B. eines Mono- und Doppelschlittens, zu denen der Schüler standardisierte Fragen in einem Fachgespräch beantworten muss, oder z.B. Abbildungen einzelner Gangphasen, die der Schüler in die richtige Reihenfolge bringen muss.
Für weitere Prozedurstationen eignen sich beispielsweise folgende Aufgabenstellungen: der Schüler soll einen kurzen Bericht an den Arzt schreiben mit der Begründung, warum seine Patientin (schriftliches Fallbeispiel) weiterhin Physiotherapie benötigt; der Schüler soll mit einer Patientin ein Beratungsgespräch z.B. zur Hilfsmittelversorgung durchführen; der Schüler wird von einer Patientin in ein Konfliktgespräch verwickelt; der Schüler soll einer Patientin eine geeignete Eigenübung anleiten, etc.
1. Die Physiotherapie-Ausbildung: Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Struktur der Physiotherapie-Ausbildung in Deutschland sowie die Implementierung des Lernfeldkonzepts.
2. Das Lernfeldkonzept als neuer Bestandteil der Physiotherapie-Ausbildung: Darstellung der vier zentralen Säulen des Lernfeldansatzes, insbesondere Kompetenzorientierung, Handlungsorientierung, Fächerintegration und Teamarbeit.
3. Derzeitige Prüfungsformen in der Physiotherapie-Ausbildung in Bayern: Analyse der bestehenden schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungsverfahren inklusive der staatlichen Examensprüfung.
4. Die Problemfelder der derzeitigen Ausbildungssituation: Identifikation der Diskrepanz zwischen der geforderten Lernfeldorientierung und den traditionell fachsystematisch ausgerichteten Prüfungsmethoden.
5. Begriffsbestimmung Lernerfolgskontrolle: Definition des Begriffs der Lernerfolgskontrolle als Instrument zur Leistungsbewertung und Lernbeurteilung.
6. Unterschiedliche Aspekte von Lernerfolgskontrollen: Unterscheidung zwischen der summative Leistungsbewertung und der formativen Lernbeurteilung als fortlaufendem pädagogischem Prozess.
7. Funktionen von Lernerfolgskontrollen: Erläuterung der Allokations- und pädagogischen Funktionen, insbesondere im Hinblick auf Lerndiagnose und -förderung.
8. Gütekriterien an Lernerfolgskontrollen: Diskussion der wissenschaftlichen Qualitätskriterien für Prüfungen, wie Objektivität, Reliabilität, Validität, Angemessenheit, Trennschärfe, Handhabbarkeit, Transparenz und Sinnhaftigkeit.
9. Berufliche Handlungskompetenz: Detaillierte Definition der vier ineinandergreifenden Kompetenzbereiche: Fach-, Personal-, Sozial- und Methodenkompetenz.
10. Prinzipien von kompetenzorientierten Lernerfolgskontrollen: Herleitung didaktischer Prinzipien für Prüfungen, die auf die Messung von Handlungskompetenz abzielen.
11. OSCE: Objective Structured Clinical Examination: Einführung in das Prüfungsformat OSCE als Parcours-System mit Fokus auf praktische Fertigkeiten und Prozessqualität.
12. OSCE in der Physiotherapie-Ausbildung?: Konzeptionelle Anwendung der OSCE auf physiotherapeutische Inhalte (PT-OSCE) anhand konkreter Szenarien.
13. Grenzen einer PT-OSCE: Erörterung praktischer Hürden wie hoher personeller Aufwand, Finanzierung von Simulationspatienten und Stressfaktoren bei der Implementierung.
Physiotherapie-Ausbildung, Lernfeldkonzept, Berufliche Handlungskompetenz, Kompetenzorientierung, OSCE, PT-OSCE, Lernerfolgskontrolle, Handlungsorientierter Unterricht, Fächerintegration, Prüfungsdidaktik, Qualitätssicherung, Simulationspatienten, Formative Prüfung, Summative Prüfung, Bewertungsinstrumente.
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung neuer, kompetenzorientierter Prüfungsmethoden in der Physiotherapie-Ausbildung, basierend auf dem Lernfeldkonzept.
Die zentralen Themen sind das Lernfeldkonzept, die Definition beruflicher Handlungskompetenz, Gütekriterien von Prüfungen und die Eignung der Objective Structured Clinical Examination (OSCE).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie bisherige Prüfungsverfahren, die oft nur Faktenwissen abfragen, durch kompetenzorientierte Designs ersetzt oder modifiziert werden können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Grundlagen analysiert und diese auf das spezifische Berufsfeld der Physiotherapie überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der derzeitigen Ausbildungssituation, eine theoretische Fundierung von Kompetenzorientierung und die konkrete Ausarbeitung eines PT-OSCE-Modells.
Wichtige Begriffe sind Physiotherapie-Ausbildung, Lernfeldkonzept, berufliche Handlungskompetenz, PT-OSCE und kompetenzorientierte Lernerfolgskontrollen.
Es ist zu stark fächersystematisch und reproduktionsorientiert und bildet daher die geforderte berufliche Handlungskompetenz, die ein Lernfeldkonzept anstrebt, nur unzureichend ab.
Die PT-OSCE ist ein strukturierter Parcours, der systematisch verschiedene Teilkompetenzen (Fach-, Sozial-, Methoden- und Personalkompetenz) in simulierten Situationen abprüft, anstatt nur eine isolierte Technik zu demonstrieren.
Sie ermöglichen eine realitätsnahe, standardisierte Prüfungssituation, in der der Schüler nicht nur eine Technik anwendet, sondern auch kommunikative und soziale Kompetenzen unter Beweis stellen muss.
Die Autorin schlägt vor, Schüler aus niedrigeren Semestern als Simulationspatienten einzusetzen und die Prüfung organisatorisch in etablierte Schulstrukturen zu integrieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

