Bachelorarbeit, 2019
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Diskursbegriff
2.1 Der Diskurs bei Foucault
4. Begriffsgeschichte und historische Semantik
5. Diskurslinguistik
6. Zur Methode: die Topos-analyse
7. Die Sprache der Öffentlichkeit
8. Diskursive Grundfiguren im Flüchtlingsdiskurs
9. Der Gefahren-Topos
9.1 Schlagwort: Terrorismus
10. Der Kultur – Topos
10.1 Die Unterdrückung der Frau im Islam
10.2 Schlagwort: Freiheit
10.3 Schlagwort: Toleranz
10.4 Schlagwort: Integration
10.5 Schlagwort: Islamisierung
11. „Der Islam gehört zu Deutschland”
12. Resümee: Ursachen und Folgen der Problemzustände
13. Fazit
Die Arbeit untersucht die sprachliche Konstitution des Flüchtlingsdiskurses im Jahr 2015, indem sie aufzeigt, wie diskursive Grundfiguren und spezifische Schlagwörter soziale Wirklichkeit konstruieren und polarisieren.
Die Sprache der Öffentlichkeit
Die Sprache der Öffentlichkeit wird in dieser Arbeit im Kontext politischer Äußerungen untersucht, da es sich bei dem Untersuchungsgegenstand um einen politischen Diskurs handelt. Die sprachlichen Äußerungen der Öffentlichkeit thematisieren meist „Weltanschauungen, verschiedene Perspektiven auf Sachverhalte, verschiedene Problemformulierungen und Lösungsvorschläge zur Darstellung.“
„Gerade in kontroversen Kommunikationsbereichen wie dem des öffentlichen Diskurses über politische Themen , d.h. in einem Bereich abstrakter immaterieller Sachverhalte und daher vorwiegend sprachvermittelnder Vorstellungen, in dem es um Persuasion und Meinungsbildung und Einstellungsbeeinflussung mithilfe sprachlicher Mittel für oder gegen politische Entscheidungen geht, schlägt sich die subjektive Wahrnehmung sozialer Akteure von den Gegenständen, über die sie sprechen, in einem heterogenen Sprachgebrauch nieder, der wiederum Anzeichen für unterschiedliche (politische) Denkweisen und Einstellungen gedeutet werden kann.“
Wörter, welche für diese Art von sprachlicher Auseinandersetzung charakteristisch sind, sind die Schlagwörter. Besonders interessant für die linguistische Diskursanalyse sind sie zum einen, da sie innerhalb eines Diskurses häufig auftreten können und zum anderen, da sie weiterhin die Haltung des Sprechers zu einem bestimmten politischen Programm transportieren. „Mit Hilfe von Schlagwörtern werden Programme, Ideen oder Beschreibungen von Sachverhalten verkürzt ausgedrückt.“ Schlagwörter zeichnen sich also auch durch Vereinfachung komplexer sprachlicher Äußerungen und einer positiven oder negativen Bewertung von Programmen, Ideen und Sachverhalten aus.
1. Einleitung: Die Einleitung benennt das Jahr 2015 als historisch signifikant für den Flüchtlingsdiskurs und legt die Zielsetzung sowie die methodische Strategie der Arbeit fest.
2. Der Diskursbegriff: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Diskursbegriffs und insbesondere die Sichtweise von Michel Foucault auf den Diskurs als Machtphänomen.
4. Begriffsgeschichte und historische Semantik: Hier wird die historische Semantik als notwendige theoretische Ergänzung zur Diskursanalyse diskutiert, um die soziale Einbettung von Wörtern zu verstehen.
5. Diskurslinguistik: Es erfolgt eine Einordnung der Disziplin als heterogenes Forschungsprogramm, das transtextuelle Analysen ermöglicht und über die klassische Semantik hinausgeht.
6. Zur Methode: die Topos-analyse: Die Arbeit stellt die Topos-Analyse nach Martin Wengeler als methodisches Instrumentarium vor, um implizite Argumentationsmuster aufzudecken.
7. Die Sprache der Öffentlichkeit: Dieses Kapitel definiert politische Äußerungen im Diskurs und führt die zentrale Rolle von Schlagwörtern für die Meinungsbildung und Ideologietransportierung ein.
8. Diskursive Grundfiguren im Flüchtlingsdiskurs: Die Dichotomie zwischen „dem Eigenen“ und „dem Fremden“ wird als tragende Grundfigur für die Strukturierung des untersuchten Diskurses identifiziert.
9. Der Gefahren-Topos: Dieses Kapitel analysiert, wie muslimische Einwanderer diskursiv als Bedrohung der „offenen Gesellschaft“ geframt werden, ergänzt durch das Schlagwort Terrorismus.
10. Der Kultur – Topos: Die Unterkapitel detaillieren, wie kulturelle Unterschiede, Religion und Integrationsfähigkeit als Differenzmarker zwischen Zuwanderern und Mehrheitsgesellschaft konstruiert werden.
11. „Der Islam gehört zu Deutschland”: Es wird die Vieldeutigkeit und politische Kontroverse hinter dieser spezifischen Aussage als diskursives Phänomen untersucht.
12. Resümee: Ursachen und Folgen der Problemzustände: Das Resümee verbindet die analysierten Topoi mit der gesellschaftlichen Stimmung und der Legitimation politischer Strömungen.
13. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Sprache des Flüchtlingsdiskurses primär durch die Abgrenzung zum „Fremden“ und die Aufladung mit Werten wie Freiheit und Toleranz geprägt ist.
Flüchtlingsdiskurs, Diskurslinguistik, Topos-Analyse, Migration, Islam, Schlagwörter, politische Kommunikation, Foucault, Multikulturalismus, Integration, Freiheit, Toleranz, kollektive Identität, Ideologie, Sprachgebrauch
Die Arbeit analysiert sprachliche Muster und Argumentationsstrukturen im öffentlichen Flüchtlingsdiskurs des Jahres 2015 in Deutschland mit Hilfe linguistischer Methoden.
Im Fokus stehen die diskursive Konstruktion von Gruppenzugehörigkeit (Eigenes vs. Fremdes), die Rolle von Religion (Islam) und die Verwendung politisch aufgeladener Schlagwörter.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch bestimmte Argumentationsmuster und Schlagwörter eine soziale Wirklichkeit konstruiert wird, die Flüchtlinge und den Islam in spezifischer, oft polarisierender Weise definiert.
Die Autorin nutzt primär die Topos-Analyse nach Martin Wengeler, eingebettet in einen diskurslinguistischen Rahmen, der auch historische Semantik und transtextuelle Analysen berücksichtigt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Diskursbegriffs, die methodische Einordnung und die detaillierte Analyse von Topoi (Gefahren-Topos, Kultur-Topos) sowie spezifischer Schlagwörter in Leserbriefen der FAZ.
Neben dem zentralen Begriff "Flüchtlingsdiskurs" prägen Ausdrücke wie "Diskursive Grundfiguren", "Schlagwörter", "Kollektives Eigenes/Fremdes" und "Topos-Analyse" die Arbeit.
Fahnenwörter (z.B. Freiheit) werden genutzt, um eigene positive Werte zu betonen, während Stigmawörter (z.B. Islamisierung) dazu dienen, den politischen Gegner negativ zu markieren und abzuwerten.
Es fungiert als zentrales Unwertwort, das diskursiv häufig mit dem Islam verknüpft wird, wobei die Arbeit auch die semantische Konkurrenz aufzeigt, in der staatliche Maßnahmen selbst als terroristisch kritisiert werden.
Die Arbeit identifiziert diese Aussage als hochgradig umstrittenen diskursiven Raum, der aufgrund seiner semantischen Vieldeutigkeit je nach politischem Standpunkt völlig unterschiedlich ausgelegt und legitimiert wird.
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