Bachelorarbeit, 2010
42 Seiten, Note: 1,0
1. VORWORT
2. LA RÉUNION – FRANKREICH 10.000 KILOMETER FERNAB VON PARIS
3. DIE ENTWICKLUNG DER HEUTIGEN REUNIONESISCHEN GESELLSCHAFT ALS SCHAUPLATZ EINER DIGLOSSISCHEN SPRACHREALITÄT
3.1 Von den Anfängen bis zum Ende der Kolonialzeit
3.1.1 La société d’habitation
3.1.2 La société de plantation
3.1.3 Von der kreolischen Diglossie zur klassischen kolonialen Diglossie
3.2 La Réunion im Spannungsfeld von Assimilierung und Identitätssuche
3.2.1 Entwicklungsschub und Anpassungsdruck
3.2.2 Jüngere und gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen
4. SPRACHLICHE WIRKLICHKEIT IM WANDEL
4.1 Das Kontinuum als theoretische Grundlage
4.2 Das français régional réunionnais
4.3 Sprachvermischung und Interlekt als zunehmende sprachliche Phänomene
4.4 Lokale Medien als Instanzen der Verbreitung und Legitimation üblichen Sprachverhaltens
4.4.1 Beobachtungen im Bereich der Presse
4.4.2 Beobachtungen im Hörfunk
4.5 Jugendliche Nähekommunikation oder Hybridisierung im Fokus
4.5.1 Kreolisch in französischen Kontexten
4.5.2 Französisch in kreolischen Kontexten
4.5.3 Zusammenschau
4.6 Das Ende der Diglossie?
5. RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die gegenwärtige soziolinguistische Situation auf La Réunion. Ziel ist es, die sprachliche Realität – geprägt durch das Spannungsfeld zwischen dem Standardfranzösischen der ehemaligen Kolonialmacht und dem Réunion-Kreolischen – im Kontext aktueller gesellschaftlicher Wandlungsprozesse bei der jüngeren Generation zu beschreiben.
4.4.2 Beobachtungen im Hörfunk
Mit der Öffnung der medialen Landschaft ab 1976 entstanden auf La Réunion zahlreiche unabhängige Radiosender wie beispielsweise Radio FreeDOM25, die seither durch das Angebot interaktiver Sendungen dem Kreolischen bzw. alltäglichem reunionesischem Sprachverhalten einen öffentlichen Raum verleihen. Waren noch Ende der 70er-Jahre das Kreolische und Sprachwechsel- bzw. Sprachmischungs-Phänomene ganz dem Familienkreis bzw. der privaten Umgangssprache vorbehalten (cf. Ledegen 2004: 121), so gehören sie heute zum üblichen Klangbild der besonders unter Jugendlichen äußerst beliebten Radioprogramme, in denen sich die Hörer per Telefon zu einem vorgegebenen oder frei wählbaren Thema äußern können. Die enorme Resonanz erklärt sich Ledegen in der gleichzeitigen Berührung zweier gegensätzlicher Bedürfnisse innerhalb der heutigen Inselgesellschaft, nämlich das des (bis Ende der 60er Jahre üblichen) traditionellen nahen Kontakts und mündlichen Austauschs mit dem Nächsten einerseits, sowie die zunehmende Distanz und Anonymität der modernen Gesellschaft anderseits (cf. Ledegen 2004: 122).
So suggerieren jene Sendekonzepte ihrer treuen Hörerschaft eine gewisse Vertrautheit und Nähe zum Moderator, die die Hemmschwelle für eine aktive Teilnahme sinken lässt. Gleichzeitig gewährt die ausschließlich auditive Verbindung über das Telefon eine ausreichende Anonymität; die vertraute Umgebung der eigenen Wohnung gibt Sicherheit. Eine Atmosphäre der Toleranz und Gleichbehandlung (Hautfarbe, Ethnienzugehörigkeit, Bildungsgrad usw. spielen scheinbar keine Rolle) schließlich sorgt dafür, dass sich jeder Hörer akzeptiert und ernstgenommen fühlt – kurz, all diese Faktoren versuchen das weithin beobachtbare ungezwungene Sprachverhalten ohne diglossiegeschuldete sprachliche Unsicherheit zu erklären.26
1. VORWORT: Einleitung in die Entstehungsgeschichte der Bachelorarbeit und Überblick über die methodische Vorgehensweise.
2. LA RÉUNION – FRANKREICH 10.000 KILOMETER FERNAB VON PARIS: Darstellung der geografischen, demografischen und politischen Gegebenheiten der Insel als französisches Überseedepartement.
3. DIE ENTWICKLUNG DER HEUTIGEN REUNIONESISCHEN GESELLSCHAFT ALS SCHAUPLATZ EINER DIGLOSSISCHEN SPRACHREALITÄT: Historische Herleitung der Diglossie aus der kolonialen Geschichte und Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen.
4. SPRACHLICHE WIRKLICHKEIT IM WANDEL: Zentrale Analyse des linguistischen Kontinuums, der Sprachvermischungsphänomene und der Rolle von Medien und Jugendkommunikation.
5. RÜCKBLICK UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die künftige Entwicklung des Verhältnisses zwischen Französisch und Kreolisch.
La Réunion, Réunion-Kreolisch, Französisch, Diglossie, Sprachkontinuum, Sprachvermischung, Interlekt, Identität, Soziolinguistik, Hybridisierung, Sprachwandel, Medien, Jugendkommunikation, Akkulturation, Code-Switching
Die Arbeit analysiert die sprachliche Situation auf der Insel La Réunion, insbesondere das Spannungsfeld zwischen dem Französischen als Amtssprache und dem Réunion-Kreolischen als Alltagssprache.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Diglossie, aktuelle soziolinguistische Trends, die Rolle der Medien bei der Legitimation von Sprachvarietäten sowie die sprachlichen Gewohnheiten der jungen Generation.
Das Ziel ist es, zu beschreiben, wie sich die sprachliche Wirklichkeit auf La Réunion aktuell darstellt und inwieweit soziolinguistische Entwicklungen das etablierte Diglossie-Konzept verändern.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung umfangreicher soziolinguistischer Forschungsarbeiten, Studien zu Sprachkorpora sowie eine Analyse der reunionesischen Medienlandschaft.
Im Hauptteil werden das Modell des Kontinuums, die Phänomene der Sprachvermischung (Interlekt), die Rolle von Presse und Hörfunk sowie spezifische Untersuchungen zur jugendlichen Nähekommunikation diskutiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem La Réunion, Diglossie, Sprachkontinuum, Interlekt, Hybridisierung und Identitätssuche.
Der Interlekt beschreibt kreative sprachliche Mischformen, die sich nicht eindeutig dem Französischen oder dem Kreolischen zuordnen lassen und die durch die Interferenz beider Sprachen im reunionesischen Sprachalltag entstehen.
Die jüngere Generation ist laut der Arbeit der wesentliche Träger des sprachlichen Wandels, da sie Sprachvermischung als Teil ihrer Identität begreift und damit das traditionelle diglossische System aufbricht.
Die Medien wirken als Instanzen der Legitimation, indem sie das alltagsnahe, gemischte Sprachverhalten widerspiegeln und es dadurch aus der Privatsphäre in den öffentlichen Raum heben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

