Examensarbeit, 2007
41 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Chancen und Herausforderungen des Lernorts "KZ-Gedenkstätte"
3. Die Besonderheiten der Gedenkstätte Vught und ihre didaktischen Konsequenzen
4. Das Pilotprojekt
4.1 Die Vorbereitungsseminare
4.2 Der Gedenkstättenbesuch
4.3 Die Nachbereitung
5. Evaluation und Reflexion
6. Benutzte Quellen, Literatur, elektronische Medien und Hilfsmittel
7. Anlagen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption, praktischen Durchführung und Evaluation eines Pilotprojekts, das den Besuch einer ehemaligen Konzentrationslager-Gedenkstätte als festen Baustein im Schulprogramm eines gymnasialen Geschichtsunterrichts etabliert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie ein solcher Besuch didaktisch so vorbereitet und nachbereitet werden kann, dass er über eine reine Besichtigung hinausgeht und einen nachhaltigen Lernprozess fördert.
Die Besonderheiten der Gedenkstätte Vught und ihre didaktischen Konsequenzen
An dieser Stelle soll nicht die Geschichte des Konzentrationslagers Herzogenbusch dargestellt werden. Vielmehr sollen jene Aspekte skizziert werden, die bei der Auswahl dieser Gedenkstätte sowie bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Fahrt dorthin von Belang waren. Der Gedanke, Herzogenbusch/Vught zum Ziel des Pilotprojekts zu machen, folgte zunächst pragmatischen Erwägungen. Da in der Jahrgangsstufe 10 im zweiten Halbjahr die zentralen Abschlussprüfungen anstanden, war für die Schulleitung nur ein geringer Ausfall regulären Unterrichts vertretbar. Konkret bedeutete dies, dass eine mehrtägige Fahrt etwa nach Dachau, Bergen-Belsen oder Buchenwald ausschied. Eine eintägige Veranstaltung wurde allerdings genehmigt. Nahe gelegen hätte eine Exkursion in das EL-DE-Haus in Köln oder zur Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Beide Einrichtungen bieten aber nicht die oben skizzierten Lernmöglichkeiten einer KZ-Gedenkstätte. Die Bonner Gedenkstätte ist Authentizität nicht zu bescheinigen, dem EL-DE-Haus nur eingeschränkt auf einen thematischen Aspekt.
Mein Ziel war es, unter den gemachten Vorgaben eine durchführbare Alternative für den Besuch einer KZ-Gedenkstätte zu schaffen. Durch eine gerade erschienene Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung wurde ich auf Herzogenbusch/Vught aufmerksam. Bei der Lektüre gewann ich den Eindruck, dass Vught sich als Ziel einer Exkursion nach den o.g. Leitlinien eignen könnte. Um diesen Eindruck zu verifizieren sowie erste Planungen für die Gestaltung der Fahrt anstellen zu können, habe ich mir vor Ort ein Bild gemacht und ein Gespräch mit den Mitarbeitern über die Gestaltungsmöglichkeiten des Besuchs geführt. Dabei wurden mir die Ausstellung und die Stationen der üblichen Führung gezeigt.
Herzogenbusch war das einzige Konzentrationslager westlich der Grenze des Deutschen Reiches. Hier waren 31.000 Menschen eingesperrt, neben 12.000 Juden politische Gefangene, Widerstandskämpfer, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, sog. "Asoziale" und Kriminelle. Mindestens 479 Männer, Frauen und Kinder fanden im Lager den Tod. Herzogenbusch stellte eine "Besonderheit" dar, weil es als "Modelllager" galt, das der niederländischen Bevölkerung die angebliche Harmlosigkeit von Konzentrationslagern demonstrieren sollte und zur "Internierung verschiedenster Häftlingsgruppen in Lagerteilen mit sehr differenten Lebensbedingungen" diente. Auch wenn "Herzogenbusch" kein Vernichtungslager war und als "Musterlager" fungieren sollte, wird an diesem Ort das verbrecherische System des Nationalsozialismus sichtbar.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Anlässe und das Ziel des Pilotprojekts am Städtischen XY-Gymnasium, Gedenkstättenbesuche als festen Bestandteil des Geschichtsunterrichts zu implementieren.
2. Chancen und Herausforderungen des Lernorts "KZ-Gedenkstätte": Dieses Kapitel analysiert das pädagogische Potenzial von Gedenkstätten als außerschulische Lernorte und diskutiert methodische Anforderungen wie Authentizität und gegenwartsbezogenes Lernen.
3. Die Besonderheiten der Gedenkstätte Vught und ihre didaktischen Konsequenzen: Das Kapitel begründet die Auswahl von Vught als Exkursionsziel unter pragmatischen wie didaktischen Gesichtspunkten und skizziert die historische Bedeutung dieses spezifischen Lagerortes.
4. Das Pilotprojekt: Hier wird die konkrete Konzeption des Pilotprojekts beschrieben, das sich in Vorbereitungsseminare, den eigentlichen Gedenkstättenbesuch und Phasen der Nachbereitung unterteilt.
5. Evaluation und Reflexion: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse des Projekts basierend auf Schülerfeedback aus und reflektiert den Lernerfolg sowie die Übertragbarkeit des gewählten Ansatzes.
6. Benutze Quellen, Literatur, elektronische Medien und Hilfsmittel: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.
7. Anlagen: Verweis auf supplementäres Material, das ergänzend zum Dokument existiert.
Gedenkstättenpädagogik, Geschichtsunterricht, Nationalsozialismus, Herzogenbusch, KZ-Gedenkstätte, Vught, außerschulischer Lernort, Projektunterricht, Erinnerungskultur, historische Authentizität, Holocaust, NS-Verfolgungspolitik, Lernort, Empathie, Exkursionsdidaktik
In der Arbeit geht es um die Entwicklung, Durchführung und didaktische Reflexion eines Pilotprojekts, das den Besuch der KZ-Gedenkstätte Herzogenbusch (Vught) als integralen, nachhaltigen Baustein in das Schulprogramm eines Gymnasiums integriert.
Zentrale Themen sind die didaktischen Herausforderungen außerschulischer historischer Lernorte, die Spezifik des Lagers Herzogenbusch, Methoden der projektorientierten Vorbereitung im Geschichtsunterricht sowie die Reflexion über die Wirkung von Gedenkstättenbesuchen auf Schülerinnen und Schüler.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass ein Gedenkstättenbesuch durch eine intensive Vor- und Nachbereitung sinnvoll in den regelmäßigen Unterricht integriert werden kann und so einen wertvollen Beitrag zur historischen Bildung sowie zur Erziehung zu demokratischen Werten leistet.
Die Arbeit basiert auf einem handlungsorientierten didaktischen Forschungsansatz, der durch eine empirische Evaluation (Fragebögen, Feedback-Gespräche der Schüler) ergänzt wird, um das Gelingen des Pilotprojekts zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begründung des Gedenkstättenbesuchs, eine detaillierte Projektplanung (Vorbereitungsseminare, Exkursionstag mit Vor-Ort-Führung, Nachbereitung) und die anschließende Evaluation der Erfahrungen der Lernenden.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Gedenkstättenpädagogik, Authentizität, projektorientiertes Lernen, Geschichtsbewusstsein und NS-Verfolgungspolitik charakterisiert.
Die Gedenkstätte Vught wurde aufgrund pragmatischer Anforderungen (Möglichkeit einer eintägigen Exkursion für Abschlussklassen) sowie aufgrund ihrer besonderen historischen Rolle als "Modelllager" der SS ausgewählt, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie ermöglicht.
Die Evaluation zeigt eine überwiegend sehr positive Resonanz. Die Schülerinnen und Schüler empfanden die Exkursion als vertiefend und motivierend, wobei die intensive Vorbereitung und der "forschende" Zugang vor Ort besonders hervorgehoben wurden.
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