Bachelorarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlage
3 Stand der Forschung
4 Vom Taylorismus und Fordismus der Industriegesellschaft zur entgrenzten Arbeit in der Wissensgesellschaft
4.1 Erwerbsarbeit unter den Prinzipien von Frederick Winslow Taylor und Henry Ford in der Industriegesellschaft der deutschen Nachkriegszeit
4.2 Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und die Anforderungen an die Erwerbsarbeit im Postfordismus
4.3 Die Wissensgesellschaft und die aktuellen Anforderungen der Erwerbsarbeit
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den historischen Wandel der Erwerbsarbeit in Deutschland seit 1950 und analysiert, wie sich die Bedeutung der Arbeit durch strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft gewandelt hat. Das primäre Ziel ist es, die These zu belegen, dass Erwerbsarbeit zunehmend ihre instrumentelle Bedeutung verliert und sich zu einem individualisierten und pluralisierten Lebensbereich entwickelt, in dem Anforderungen wie Selbstverwirklichung eine zentrale Rolle spielen.
4.1 Erwerbsarbeit unter den Prinzipien von Frederick Winslow Taylor und Henry Ford in der Industriegesellschaft der deutschen Nachkriegszeit
Ende des 19. Jahrhunderts überstieg die Beschäftigung des sekundären Sektors, die des primären Bereichs (vgl. Abbildung 1). Infolgedessen sprach man nun nicht mehr von der Agrargesellschaft, sondern von der Industriegesellschaft, d.h. „eine Gesellschaft, in der die Wirtschaft durch die industriellen Produktionsverhältnisse bestimmt wird. Merkmale der Industriegesellschaft sind unter anderem: Räumliche Trennung von Betrieb und Familie, hoher Grad von Arbeitsteilung, Konzentration des vorhandenen Kapitals bei wenigen Unternehmen (oder auch beim Staat) zum weiteren Ausbau der Industrie, Ballung von Wohnungen in den Industriegebieten, eine verstärkte Bürokratisierung“ (Fachhochschule Nordostniedersachsen, 1999). Geprägt ist die Industriegesellschaft durch die verarbeitende Wirtschaft, Bergbau, Industrie und Handwerk. Die zentralen Wertschöpfungsfaktoren sind nicht mehr Boden und Landarbeit, sondern Kapital und Fabrikarbeit (vgl. Willke G. , 1999, S. 50). Unter dem Einfluss von technischen Innovationen, wie z.B. der Erfindung der Dampfmaschine oder der Entdeckung des elektrischen Stroms änderte sich Form und Inhalt der Erwerbsarbeit im Vergleich zur Agrargesellschaft grundlegend. Die sich vollziehenden Veränderungen lassen sich mit dem Vorgang der Substitution geistiger Energie durch mechanische Energie umschreiben (vgl. Pot, 1985, S. 137).
Einen besonderen Beitrag zu dieser Entwicklung leisteten der Ingenieur Frederick Winslow Taylor (1856 – 1915) und der Automobilhersteller Henry Ford (1863 – 1947). Taylor begründete mit der Veröffentlichung seines Buches „The Principles of Scientific Management“ 1911 eine extreme Form der Arbeitsteilung, die zu einer beträchtlichen Produktivitätssteigerung führte. Seine Grundidee zielte darauf ab, „[…] der Vergeudung von Arbeitskraft und Arbeitszeit ein Ende [zu] setzen und zugleich – auf wissenschaftlich objektivierter Grundlage – Willkür und Beliebigkeit im Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern [zu] beseitigen und zur Vereinigung der Interessen beider bei[zu]tragen“ (Türk, 2000, S. 312).
1 Einleitung: Hier wird der Begriff der Arbeit definiert und der historische Kontext der Bewertung von Erwerbsarbeit sowie die Zielsetzung der Arbeit skizziert.
2 Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel rekonstruiert die Drei-Sektoren-Hypothese nach Jean Fourastié als theoretisches Gerüst für den sektoralen Strukturwandel.
3 Stand der Forschung: Es werden verschiedene soziologische Thesen zur Zukunft der Arbeitsgesellschaft diskutiert, von der Sorge um das „Ende der Arbeit“ bis zur „Hyperarbeitsgesellschaft“.
4 Vom Taylorismus und Fordismus der Industriegesellschaft zur entgrenzten Arbeit in der Wissensgesellschaft: Das Hauptkapitel analysiert chronologisch die Entwicklung von der klassischen Industriearbeit über den Postfordismus bis hin zur heutigen Wissensgesellschaft und den daraus resultierenden neuen Anforderungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt den Wandel von instrumenteller Erwerbsarbeit hin zu einer stärker individualisierten und entgrenzten Arbeitswelt.
Erwerbsarbeit, Industriegesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Wissensgesellschaft, Taylorismus, Fordismus, Postfordismus, Strukturwandel, Arbeitskraftunternehmer, Entgrenzung, Subjektivierung, Arbeitssoziologie, Beschäftigungsstruktur, Wissensarbeit, Individualisierung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Erwerbsarbeit in Deutschland seit 1950 im Kontext des sektoralen Strukturwandels, von der industriell geprägten Fertigung hin zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft.
Zu den zentralen Themen gehören die Veränderungen in der Beschäftigungsstruktur, die Transformation der Tätigkeitsinhalte, die Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie der Wandel der Arbeitsorganisation.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Erwerbsarbeit ihre einstige rein instrumentelle Bedeutung verliert und sich zunehmend zu einem Bereich entwickelt, in dem das Subjekt, persönliche Entfaltung und Selbstverwirklichung an Bedeutung gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Drei-Sektoren-Hypothese und einer soziologischen Analyse des Wandels von Erwerbsarbeit unter Einbeziehung empirischer Befunde aus verschiedenen Zeiträumen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des tayloristisch-fordistischen Modells der Nachkriegszeit, den Übergang zum Postfordismus und die aktuelle Ausdifferenzierung zur Wissensgesellschaft.
Wichtige Begriffe sind Entgrenzung, Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Pluralisierung und der Wandel der Anforderungen an das Qualifikationsniveau der Beschäftigten.
Dies beschreibt einen neuen Typus von Erwerbstätigen, der die eigene Arbeitskraft wie ein Unternehmer vermarktet und durch steigende Selbstkontrolle sowie ständige Selbstoptimierung im Arbeits- und Alltagsleben gekennzeichnet ist.
Die Entgrenzung führt dazu, dass die klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben schwindet, was einerseits Chancen zur Selbstbestimmung bietet, andererseits aber auch das Risiko der totalen Verwertung der eigenen Person und damit verbundene psychische Belastungen birgt.
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