Bachelorarbeit, 2022
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Psychische Erkrankungen
2.1. Geschichtlicher Hintergrund der Psychiatrie
2.2. Beispiel – Affektive Störung
2.3. Beispiel – Angststörung
3. Selbstbestimmung – Rechte und Grenzen
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Menschenrechte und Grundgesetz
3.3. UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
3.4. Bundesteilhabegesetz (BTHG)
3.5. Psychisch-Kranken-Gesetz (Psych-KG)
3.6. Paternalismus
4. Theoretische Grundlagen
4.1. Salutogenese
4.2. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession nach Staub-Bernasconi
4.3. Soziale Arbeit als Daseinsmächtige Lebensführung nach Röh
5. Methoden zur Realisierbarkeit von Selbstbestimmung
5.1. Empowerment
5.2. Psychoedukation
5.3. Case Management
5.4. Recovery
5.5. Open Dialogue
6. Fazit & Schlussfolgerung
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit bei der Realisierung des Rechts auf Selbstbestimmung von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung professioneller Handlungsansätze.
2. Psychische Erkrankungen
Die Inanspruchnahme professioneller Hilfe aufgrund von psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen steigt. Zu diesem Resultat gelangt die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. (DPtV) in den Ausführungen des Report Psychotherapie aus dem Jahr 2021. Einerseits wirkten sich psychische Erkrankungen auf die alltäglichen, unmittelbaren Lebensumstände der Menschen aus, in dem sie diese wesentlich einschränken oder beeinflussen. Auf der anderen Seite seien psychische Erkrankungen auch auf gesellschaftlicher Ebene sichtbar, denn sie machen z.B. eine der überwiegenden Krankheitsursachen bei Fehltagen von Arbeitnehmenden aus. Außerdem seien sie sogar für die meisten Fälle verantwortlich, in denen Menschen vor dem üblichen Renteneintrittsalter aus gesundheitlichen Gründen die Rente vorziehen. (vgl. DPtV 2021: 10)
Das Robert Koch-Institut (RKI) erhebt in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) seit dem Jahr 2008 Daten zur allgemeinen Gesundheitsbeurteilung der erwachsenen Bevölkerung (vgl. RKI o.J.). Neben der physischen Gesundheit wurde die Studie auch ein Modul zur psychischen Gesundheit (DEGS-MH) erweitert. An der Erhebung des Zusatzmoduls nahmen mehrere tausend Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren teil. Die Forschenden kamen nach der ersten Erhebung zu dem Ergebnis, dass etwa 27,7 Prozent der Gesamtbevölkerung über den Zeitraum eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Dies würde auf die erwachsene Bevölkerung in Deutschland bezogen einem Anteil von rund 17,8 Millionen Menschen entsprechen. Daraus lässt sich schließen, dass fast jede*r vierte Erwachsene betroffen ist. Die größten Anteile machen dabei Angststörungen (15,3%) und Affektive Störungen (9,3%) aus. Zu den Angststörungen zählen beispielsweise die Generalisierte Angststörung oder die Soziale Phobie. Beispiele für Affektive Störungen sind die Diagnosen einer Bipolaren Störung oder einer Depression. (vgl. Jacobi et al. 2014: 77 ff.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Selbstbestimmung bei psychisch erkrankten Menschen ein und formuliert das Erkenntnisinteresse der Autorin.
2. Psychische Erkrankungen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über psychische Erkrankungen bei Erwachsenen, deren gesundheitliche und gesellschaftliche Auswirkungen sowie beispielhafte Krankheitsbilder.
3. Selbstbestimmung – Rechte und Grenzen: Es werden die begrifflichen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen der Selbstbestimmung im Kontext psychiatrischer Interventionen beleuchtet.
4. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel bietet einen theoriebasierten Kontext durch die Salutogenese und Konzepte der Sozialen Arbeit nach Staub-Bernasconi und Röh.
5. Methoden zur Realisierbarkeit von Selbstbestimmung: Hier werden zentrale handlungsorientierte Methoden wie Empowerment, Psychoedukation, Case Management, Recovery und Open Dialogue auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
6. Fazit & Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Möglichkeiten und Grenzen der untersuchten Methoden zusammen und zieht Schlüsse für die professionelle Praxis der Sozialen Arbeit.
7. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Quellen aufgeführt.
Soziale Arbeit, Selbstbestimmung, Psychiatrie, Psychische Erkrankungen, Empowerment, Case Management, Recovery, Open Dialogue, Menschenrechte, Paternalismus, Salutogenese, Psychoedukation, Teilhabe, Autonomie, Professionelles Handeln.
Die Arbeit analysiert, wie Soziale Arbeit die Selbstbestimmung von Menschen mit psychischen Erkrankungen fördern kann und wo die Grenzen dieser Unterstützung liegen.
Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Grundlagen der Selbstbestimmung, theoretischen Modellen der Sozialen Arbeit sowie spezifischen Methoden der psychiatrischen und sozialraumorientierten Unterstützung.
Ziel ist es, Möglichkeiten und Barrieren aufzuzeigen, die für die Realisierbarkeit selbstbestimmter Lebensgestaltung bei Menschen mit psychischen Erkrankungen im professionellen Hilfekontext relevant sind.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, welche bestehende Fachliteratur, rechtliche Grundlagen und Konzepte der Sozialen Arbeit sowie methodische Ansätze im psychiatrischen Kontext aufbereitet und analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-rechtliche Einordnung, die theoretische Fundierung sowie die detaillierte Darstellung und kritische Reflexion von Methoden wie Empowerment, Case Management und Open Dialogue.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Selbstbestimmung, Empowerment, Recovery, Case Management, Paternalismus und psychiatrische Versorgung.
Das Psych-KG stellt eine rechtliche Grenze dar, da es unter strengen Voraussetzungen Unterbringungen gegen den Willen des Betroffenen bei Eigen- oder Fremdgefährdung ermöglicht, was in einem Spannungsfeld zur individuellen Selbstbestimmung steht.
Der Open Dialogue verfolgt systemische Ansätze, die den Fokus auf Kommunikation und soziale Netzwerke legen, wobei eine Reduzierung oder Vermeidung von Medikamenten dazu beitragen kann, Nebenwirkungen zu minimieren und die Teilhabe der Betroffenen zu fördern.
Paternalismus wird als Form der Verletzung des Selbstbestimmungsrechts bezeichnet, bei der Fachkräfte bevormundend über den Kopf des Betroffenen hinweg entscheiden, oft unter der Annahme, im vermeintlichen Interesse des Adressaten zu handeln.
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