Diplomarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Konstruktivismus als Grundlage der Evaluation
2.1 Überblick des zweiten Kapitels
2.2 Erste Annäherung
2.3 Realität und Wirklichkeit
2.4 Philosophische Wurzeln
2.5 Naturwissenschaftliche Einsichten
2.5.1 Codieren und Decodieren?
2.5.2 Die Relativitätstheorie Einsteins
2.5.3 Die Autopoiesis nach Maturana und Varela
2.6 „Neuere“ philosophische Einsichten
2.6.1 Kybernetik und Konstruktivismus
2.6.2 Die nichttriviale Maschine
2.6.3 Unterscheiden und Benennen
2.6.4 Ernst von Glasersfeld und Viabilität
2.6.5 Sozialkonstruktivismus und symbolischer Inter-aktionismus
3. Kriterien für konstruktivistische Auswertungen
4. Qualitative Auswertungsmethoden
4.1 Geschichtliche Wurzeln
4.1.1 Aristotelisches Wissenschaftsverständnis
4.1.2 Descartes und Vico
4.1.3 Hermeneutik
4.2 Meinungen anderer Autoren zu qualitativer Auswertungsmethodik
4.3 Die klassischen Auswertungsschritte
4.3.1 Güterkriterien für die qualitative Datenerhebung
4.3.2 Datenbewältigung
4.3.3 Wahl des Materials
4.3.4 Kategoriesystem und Gegenstandserschließung
4.3.5 Kodierung
4.3.6 Reduktion und Vergleich
4.3.7 Darstellung der Ergebnisse
5. Einblick in die Geschichte der Evaluation in der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik
5.1 Vorgeschichte
5.2 Nachkriegsdeutschland und die Reformära
5.3 Nüchternheit der 80er Jahre
5.4 Heutige Situation
5.5 Konstruktivismus versus Positivismus in der Evaluationsforschung
5.6 Ein vielleicht hilfreicher Blick über den großen Teich
5.7 Versöhnung und Blick in die Zukunft
5.7.1 Zukunft der Evaluation in Institutionen der Sozialen Arbeit
5.7.2 Zukunft der Evaluation in den Tätigkeitsfelder sozialer Arbeit
5.7.3 Bedeutung der Evaluation für die Zukunft der Sozialen Arbeit
6. Evaluation: Definitionen und Umsetzung am help!-Projekt
6.1 Begriffsbestimmung Evaluation?
6.2 Auftraggeberfreundlichkeit
6.3 Unabhängigkeit des Evaluators
6.4 Auswahlkriterien
6.5 Verallgemeinerung der Ergebnisse
6.6 Formativ versus Summativ und Prospektiv versus Retrospektiv
6.7 Interne und externe Evaluation
6.8 Dimensionen der Evaluationsforschung
6.9 Die Rolle des Evaluators
7. Evaluation Planungsfragen
7.1 Literaturrecherche
7.2 Meine Vorannahmen
7.3 Erste Projektbeurteilung
7.4 Synchronisierung von Maßnahmeverlauf und Evaluationsverlauf
8. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
8.1 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
8.2 Gründe für die Wahl
8.3 Das Gruppeninterview
8.4 Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
8.4.1 Festlegung des Auswertungsmaterials
8.4.2 Analyse der Entstehungssituation
8.4.3 Formale Charakteristika des Materials
8.4.4 Fragestellung der Analyse
8.4.5 Ablaufmodell der Analyse
8.5 Interpretation der Ergebnisse
9. Fazit meiner Diplomarbeit
Das Hauptziel der Arbeit ist es, Kriterien für eine geeignete Untersuchungshaltung und -technik zu finden, um Projekte im sozialen Bereich konstruktivistisch zu evaluieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern eine begleitete Selbstevaluation zur Prozess- und Ergebnisevaluation in sozialen Einrichtungen besser geeignet ist als reine Selbstevaluation oder Fremderhebung.
2.4 Philosophische Wurzeln
Die philosophischen Wurzeln des konstruktivistischen Denkens reichen bis in die Antike. Einer der bekanntesten Vertreter des ´frühen Konstruktivismus´ ist Platon (427 v.u.Z bis 347 v.u.Z). In meinen Augen entwarf er mit seinem Höhlengleichnis bereits ein Model von der bedingten Wahrnehmung der Realität. Mit seiner bekannten Ideenlehre prägte er die philosophische Nachwelt und fixierte sie damit, meiner Meinung nach, auf die Suche nach den Urbildern, ohne das dessen universelle Existenz in Frage gestellt wurde.
Dennoch gab es Skeptiker. Diese machten das Zweifeln zur ersten Disziplin des Denkens und stellten in diesem Rahmen auch die Fähigkeit des Menschen zu wirklicher und wahrhaftiger Erkenntnis in Frage. (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus am 27.11.06) Einen leuchtenden Schlusspunkt überlieferter Vertreter der skeptischen Schule bildet Sextus Empiricus. Er lebte im 2. Jahrhundert unserer Zeit und behauptete, „dass der Mensch für seine Urteile keinerlei Anspruch auf Wahrheit erheben könne und deshalb feste, auf Wissen begründete Überzeugungen unmöglich, ja sogar schädlich seien.“ (ebd.) Die Schädlichkeit von zu festen, starren Vorannahmen wird uns später noch begegnen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und formuliert die These, dass begleitete Selbstevaluationen für soziale Einrichtungen besonders geeignet sind, da der Mensch als Forschungsgegenstand eine spezifische Auswertungshaltung erfordert.
2. Konstruktivismus als Grundlage der Evaluation: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis, indem es konstruktivistische Ansätze und deren Bedeutung für die Beobachtung und Erkenntnisgewinnung in der Evaluation beleuchtet.
3. Kriterien für konstruktivistische Auswertungen: Basierend auf den vorherigen Überlegungen werden hier vier Kernkriterien für eine konstruktivistische Evaluation abgeleitet, darunter die Subjektivität von Untersuchten und Beobachtern.
4. Qualitative Auswertungsmethoden: Hier erfolgt die Brücke zur qualitativen Forschung, wobei historische Wurzeln und methodische Schritte, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse, diskutiert werden.
5. Einblick in die Geschichte der Evaluation in der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Evaluationsforschung von der Nachkriegszeit bis zur heutigen Situation unter besonderer Berücksichtigung des Ökonomisierungsdrucks.
6. Evaluation: Definitionen und Umsetzung am help!-Projekt: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Evaluation und konkretisiert deren praktische Anwendung am Beispiel des Projektes help!.
7. Evaluation Planungsfragen: Hier werden Fragen zur operativen Planung von Evaluationen behandelt, darunter Literaturrecherche, Vorannahmen und die Abstimmung auf den Projektverlauf.
8. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, von der Materialauswahl bis zur Interpretation der Ergebnisse im help!-Projekt.
9. Fazit meiner Diplomarbeit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass eine begleitete Selbstevaluation das Dilemma des "blinden Flecks" mildern kann und für soziale Projekte besonders geeignet ist.
Evaluation, Konstruktivismus, Soziale Arbeit, Begleitete Selbstevaluation, Qualitative Inhaltsanalyse, Philipp Mayring, Subjektivität, Intersubjektivität, Forschungsdesign, Projektmanagement, help!-Projekt, Fremdverstehen, Reflexivität, systemtheoretische Evaluation, Qualitätsmanagement
Die Diplomarbeit untersucht, wie soziale Einrichtungen ihre Projekte effektiv evaluieren können. Dabei wird ein konstruktivistischer Ansatz gewählt, um der Besonderheit des Forschungsgegenstandes "Mensch" gerecht zu werden.
Die zentralen Felder sind die konstruktivistische Erkenntnistheorie, qualitative Auswertungsmethoden sowie die Geschichte und Praxis der Evaluation in der Sozialen Arbeit.
Das primäre Ziel ist es, Kriterien für eine Auswertungsmethodik zu finden, die die Subjektivität der Akteure berücksichtigt und durch eine begleitete Selbstevaluation zu validen Erkenntnissen führt.
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring als methodische Grundlage, um das im Projekt help! erhobene Material systematisch auszuwerten.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des Konstruktivismus, Kriterien für die Evaluation, die Geschichte der Evaluation in Deutschland und die konkrete Umsetzung und Planung der Evaluation am help!-Projekt erörtert.
Wichtige Schlüsselwörter sind Evaluation, Konstruktivismus, Soziale Arbeit, Begleitete Selbstevaluation und Qualitative Inhaltsanalyse.
Das Dilemma beschreibt, dass ein Beobachter niemals gleichzeitig handeln und sich selbst reflektiert beobachten kann, da das Unterscheiden und Bezeichnen ein und dieselbe Operation sind.
Eine nicht-triviale Maschine ist vergangenheitsabhängig und unvorhersehbar; ein und derselbe Eingangsimpuls führt je nach innerem Zustand des Systems zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Das Projekt dient als Praxisbeispiel, um die theoretisch hergeleiteten Kriterien der begleiteten Selbstevaluation anzuwenden und zu verifizieren.
Der Autor argumentiert, dass eine reine Selbstevaluation zu "blind" gegenüber eigenen Prozessen ist, während eine externe Evaluation zu distanziert sein kann; die Begleitung durch einen internen Prozess löst dieses Spannungsfeld auf.
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