Diplomarbeit, 2005
149 Seiten, Note: 1,3
1. VORWORT
2. „HOLOCAUST“ IM UNTERRICHT - MÖGLICHKEITEN EINER ANNÄHERUNG
2.1 BEGRÜNDUNG DER THEMENWAHL
2.2 PLANUNG DER UNTERRICHTSREIHE
2.2.1 Verlaufsplanung der Unterrichtsreihe
2.2.2 Planungsschwierigkeiten
2.3 BEDINGUNGSANALYSE
2.3.1 Innere Situation
2.3.2 Äußere Situation
3. ORT UND GEGENSTAND DES THEMAS – SACHANALYSE
3.1 DAS JÜDISCHE MUSEUM IN BERLIN – ORT DES AUßERSCHULISCHEN LERNENS
3.2 VON DER ENTRECHTUNG ZUR VERNICHTUNG – ETAPPEN DER GESCHICHTE DER JUDEN IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ZWISCHEN 1933-1945
3.3 „LEBEN IM WARTESAAL“ – JÜDISCHES LEBEN ZWISCHEN EMIGRATION UND ZWANGSARBEIT
3.4 „NEHMT IHN AUF, DEN DAVIDSCHILD“ – ZUR REAKTIONEN DEUTSCHER JUDEN AUF DEN NATIONALSOZIALISMUS. EINE THEMATISCHE FÜHRUNG
3.5 VON BOXHANDSCHUHEN UND SCHOKOLADE – UNSER ZEITZEUGE MANFRED JOACHIM
4. ANSATZ UND LEGITIMATION DES AUßERSCHULISCHEN LERNENS UNTER BERÜCKSICHTIGUNG VERSCHIEDENER METHODISCHER ANSÄTZE - EINE METHODISCH-DIDAKTISCHE ANALYSE DER UNTERRICHTSREIHE
4.1 VORBEMERKUNGEN
4.2 VOR- UND NACHBEREITUNG DER EXKURSION IM RAHMEN DES SCHULISCHEN LERNENS
4.2.1 Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II
4.2.2 Die inhaltliche Vorbereitung
4.2.3 Die methodische Vorbereitung
4.2.4 Auswertung und Reflexion der Exkursion
4.3 DIE ERKUNDUNG DES JÜDISCHEN MUSEUMS IN BERLIN ALS AUßERSCHULISCHEN LERNORT
4.3.1 Theoretische Grundlagen des außerschulischen Lernens
4.3.2 Die thematische Führung
4.3.3 Der Archivworkshop
4.3.4 Die Zeitzeugenbefragung und Grundlagen der Oral history
5. GLOBALE LERNZIELE DER UNTERRICHTSREIHE UND DEREN BEGRÜNDUNG
5.1 LERNZIELE UND DEREN BEGRÜNDUNG IM RAHMEN DES SCHULISCHEN LERNENS
5.1.1 Lernziele
5.1.2 Begründung
5.2 LERNZIELE UND DEREN BEGRÜNDUNG IM RAHMEN DES AUßERSCHULISCHEN LERNENS
5.2.1 Lernziele
5.2.2 Begründung
5.3 ZUSAMMENFASSUNG
6. DURCHFÜHRUNG UND REFLEXION DER EINZELSTUNDEN
6.1 DIE EINSTIEGSSTUNDE – FREITAG, DEN 12.11.2004
6.1.1 Lernziele
6.1.2 Geplanter Stundenverlauf
6.1.3 Reflexion
6.2 DIE ZWEITE STUNDE – MONTAG, DEN 15.11.2004
6.2.1 Lernziele
6.2.2 Geplanter Stundenverlauf
6.2.3 Reflexion
6.3 DIE DRITTE STUNDE – MITTWOCH, DEN 17.11.2004
6.3.1 Lernziele
6.3.2 Geplanter Stundenverlauf
6.3.3 Reflexion
6.4 DETAILPLANUNG FÜR DIE VIERTE STUNDE – FREITAG, DEN 19.11.2004
6.4.1 Rahmenbedingungen
6.4.2 Lernziele
6.4.3 Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten Methodenkonzeptes
6.4.4 Geplanter Unterrichtsverlauf
6.4.5 Reflexion
6.5 EXKURSION - DIENSTAG, DEN 23.11.2004
6.5.1 Lernziele
6.5.2 Geplanter Verlauf der Exkursion
6.5.3 Reflexion
6.6 DIE FÜNFTE STUNDE – MITTWOCH, DEN 24.11.2004
6.6.1 Lernziele
6.6.2 Geplanter Stundenverlauf
6.6.3 Reflexion
6.7 DETAILPLANUNG FÜR DIE SECHSTE STUNDE – FREITAG, DEN 26.11.2004
6.7.1 Rahmenbedingungen
6.7.2 Lernziele
6.7.3 Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten Methodenkonzeptes
6.7.4 Geplanter Unterrichtsverlauf
6.7.5 Reflexion
7. GESAMTREFLEXION
7.1 PLANUNG, DURCHFÜHRUNG UND LERNZIELE DER UNTERRICHTSREIHE
7.2 ALTERNATIVVORSCHLÄGE
7.3 SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Dimensionen und Triebkräfte der Geschichte der Juden im Dritten Reich gemeinsam mit Schülern zu erforschen, wobei die Kopplung von sachbezogener Informationsvermittlung im Unterricht mit eigenständiger Rekonstruktion und Bearbeitung der Ereignisse im Rahmen eines außerschulischen Lernorts, dem Jüdischen Museum in Berlin, im Zentrum steht.
3.1 Das Jüdische Museum in Berlin – Ort des Außerschulischen Lernens
Im September 2001 öffnete das Jüdische Museum seine Tore, um den Besucher zu einer Reise durch zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte einzuladen. Wie die Architektur dieses Museums so ist auch seine Ausstellung einzigartig.
Vordergründig lernen deutsche Schüler Juden und das Judentum nur im Geschichtsunterricht kennen, wenn sie mit dem Thema im Zusammenhang mit der Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten konfrontiert werden. Dass die Geschichte der Juden in Deutschland jedoch weit mehr ist, kann der Besucher in diesem Museum erfahren. Die Ausstellung reicht von Aufbrüchen und Fortschritt bis hin zu katastrophalen Entwicklungen und Aussöhnung und ist dabei selbst ein Stück Geschichte. Ziel der Ausstellung im Jüdischen Museum ist es, „den Blick auf diese bis heute unsere Gesellschaft prägende Geschichte“ zu schärfen. Dies gelingt durch die Synthese zwischen Kultur, Tradition, Geschichte und Religion. Der Museumsdirektor Michael Blumenthal weist daher entschieden darauf hin, „dass es sich bei diesem Museum nicht nur um ein wichtiges pädagogisches und didaktisches, sondern auch um ein eminent politisches Projekt handelt.“ Somit leistet das Jüdische Museum einen entscheidenden Beitrag zu unserem Geschichtsbewusstsein, zu unserer nationalen Verantwortung und zur kulturellen Landschaft Deutschlands. Diese Einmaligkeit lässt sich neben der Ausstellungskonzeption vor allem auf die architektonische Gestaltung des Museums zurückführen.
Das Jüdische Museum in Berlin, errichtet vom Architekten Daniel Libeskind, ist ein besonderer Ort des Erinnerns, Erlebens und Nachdenkens. Allein als Bauwerk setzt es neue Maßstäbe, denn die Beziehung zwischen Museumsinhalt und Architektur ist hier einzigartig. Das Museum macht auf eindrucksvolle Weise deutsch-jüdische Geschichte erlebbar und spricht die Sinne und Gefühle der Schülerinnen und Schüler an. Hier werden sie unmittelbar mit der Notwendigkeit konfrontiert, sich an die Judenvernichtung, die Vernichtung der Sinti und Roma, an den Kriegsanfang und die vielen Kriegsverbrechen zu erinnern.
1. VORWORT: Einleitende Reflexion über die historische Verantwortung bei der Aufarbeitung der Geschichte der Juden im Dritten Reich und die Rolle der Schule bei diesem sensiblen Thema.
2. „HOLOCAUST“ IM UNTERRICHT - MÖGLICHKEITEN EINER ANNÄHERUNG: Begründung für die Themenwahl und theoretische Planung einer Unterrichtsreihe zur NS-Vergangenheit unter Berücksichtigung der Schülersituation.
3. ORT UND GEGENSTAND DES THEMAS – SACHANALYSE: Sachliche Analyse der geschichtlichen Etappen der Judenverfolgung sowie Vorstellung des Jüdischen Museums in Berlin und eines Zeitzeugen als methodische Ankerpunkte.
4. ANSATZ UND LEGITIMATION DES AUßERSCHULISCHEN LERNENS UNTER BERÜCKSICHTIGUNG VERSCHIEDENER METHODISCHER ANSÄTZE - EINE METHODISCH-DIDAKTISCHE ANALYSE DER UNTERRICHTSREIHE: Erläuterung des didaktischen Konzepts, das auf einer engen Verknüpfung von Vorbereitung im Klassenzimmer und Erkundung vor Ort basiert.
5. GLOBALE LERNZIELE DER UNTERRICHTSREIHE UND DEREN BEGRÜNDUNG: Definition der fachlichen und methodischen Lernziele für das schulische sowie außerschulische Lernen.
6. DURCHFÜHRUNG UND REFLEXION DER EINZELSTUNDEN: Detaillierte Dokumentation und kritische Nachbereitung der einzelnen Unterrichtseinheiten und der Exkursion.
7. GESAMTREFLEXION: Abschließende Bewertung der Unterrichtsreihe hinsichtlich ihrer Ziele und Wirksamkeit.
8. LITERATURVERZEICHNIS: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
9. ANHANG: Zusammenstellung der Arbeitsmaterialien, Protokolle und Dokumente, die während der Unterrichtsreihe eingesetzt wurden.
Jüdische Geschichte, Holocaust, Nationalsozialismus, Außerschulisches Lernen, Jüdisches Museum Berlin, Oral History, Zeitzeugen, Archivarbeit, Geschichtsbewusstsein, Shoa, Judenverfolgung, Didaktik, Erinnerungskultur, Antisemitismus, Gedenkstättenpädagogik.
Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtsreihe für eine 13. Klasse im Leistungskurs Geschichte, die sich mit der Geschichte der Juden im Dritten Reich beschäftigt und dabei einen Besuch im Jüdischen Museum in Berlin als außerschulischen Lernort nutzt.
Die Schwerpunkte liegen auf den Etappen der Verfolgung und Vernichtung (1933–1945), der jüdischen Emigration und dem Alltag unter Zwangsarbeit sowie den Reaktionen der jüdischen Gemeinschaft auf den Nationalsozialismus.
Das Ziel ist es, den Schülern durch eine Kopplung von theoretischer Vorbereitung und praktischer Erfahrung im Museum einen persönlichen und nachhaltigen Zugang zur komplexen Geschichte des Holocaust zu ermöglichen.
Es wird intensiv mit Quellenarbeit (Originalquellen, Archivmaterial) und der Methode der Oral History gearbeitet, wobei die Schüler in einem Archivworkshop selbstständig Biografien rekonstruieren und mit einem Zeitzeugen sprechen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der historischen Ereignisse, ein methodisch-didaktisches Konzept zur Vor- und Nachbereitung der Exkursion sowie die detaillierte Planung und Reflexion der Unterrichtsstunden.
Wichtige Begriffe sind Holocaust, Jüdisches Museum Berlin, Zeitzeugenbefragung, Oral History, Außerschulisches Lernen, Sachanalyse und historische Urteilsbildung.
Das Museum gilt aufgrund seiner einzigartigen Architektur und Ausstellungskonzeption, die Geschichte auf emotionaler und kognitiver Ebene erfahrbar macht, als idealer Ort, um die abstrakten historischen Fakten mit konkreten Schicksalen zu verknüpfen.
Manfred Joachim fungiert als persönliches Fallbeispiel, dessen Lebensgeschichte die Schüler im Archivworkshop erarbeiten, um so eine tiefere, beispielhafte Auseinandersetzung mit dem Schicksal der "Geltungsjuden" zu ermöglichen.
Durch kreative Methoden wie die "Kreativwerkstatt" (Gedichte, Zeichnungen) und Simulationen ("Frozen image") wird den Schülern ermöglicht, die historischen Erkenntnisse emotional zu verarbeiten und sich aktiv an der Aufarbeitung zu beteiligen.
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