Sammelband, 2025
80 Seiten
Sabrina Schroven VHT in der Kita und wie die Kamera zum Spezialwerzeug in meinem pädagogischen Methodenkoffer wurde
Alisa Altgeld Der Junge mit der Maske – Wo darf ich endlich Kind sein? Aufnahme von Marlon in der heilpädagogisch therapeutischen Intensivgruppe
Katharina Gesing VHT im Rahmen von freiheitsentziehenden Maßnahmen am Beispiel von F.
Sophie Wenz „Bitte höre und sehe mich“ Was können wir dafür tun, um Lukas positiv im Kontakt zu halten?
Marion Greenley VHT in der Diagnostik am Beispiel von Emmi
Daniela Hess Videobasierte Beratung in der Begleitung von Pflegeverhältnissen
Felizitas Balzer Arndt Montag EXKURS: VHT als Kontaktstudium
Jacqueline Vogt Wie VHT Hilfeprozesse in einer Wohngruppe unterstützen kann am Beispiel von Frau K., die das Elternappartment mit ihrem Baby bewohnte
Diese Publikation präsentiert eine Auswahl von Zertifizierungsarbeiten aus dem Ausbildungsmodul "VHT-Guide". Das primäre Ziel der Arbeiten ist es, die videobasierte Beratung (VHT) als ressourcenorientierte Methode in unterschiedlichen pädagogischen und pflegerischen Handlungsfeldern praxisnah darzustellen, die Interaktionsqualität zwischen Bezugspersonen und Klient:innen zu analysieren und die Wirksamkeit positiver Videobilder für die Entwicklungsförderung zu belegen.
1 Einleitung
Als gelernte Erzieherin und Heilpädagogin bin ich seit 2012 bei einem großen diakonischen Kindertagesstätten Verbund angestellt und arbeite dort in einer Integrationsgruppe für den Bereich der über Dreijährigen. Mein Schwerpunkt ist die Integration und Inklusion in unserer Einrichtung. Unsere Gruppe wird geleitet von zwei Erzieherinnen und einer Heilpädagogin. Hier nehmen wir maximal 18 Kinder auf, von denen bis zu vier Kinder eine Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder einen besonderen Unterstützungsbedarf haben.
Nachdem ich vom Weiterbildungsangebot „Videobasierte Beratung – VHT“ erfahren und ich den Basiskurs pandemiebedingt online absolviert habe, war ich direkt begeistert. Ich habe schnell erkannt, welche Hilfe eine videogestützte Diagnostik und Begleitung im Kindergarten sein kann. Insbesondere für die Arbeit mit unseren „Integrationskindern“, da besonders zu den Familien dieser Kinder ein sehr intensiver Austausch besteht, die Familien häufig mit unterschiedlichsten Herausforderungen kämpfen und ich außerdem eine Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten, Verunsicherungen und Ängsten bei Kindern und Eltern beobachte. Außerdem ist mir eine gute Teilnahme aller am Erziehungsprozess Beteiligter sehr wichtig. Dafür eine ressourcenorientierte Methode zu wählen, erschien mir, durch meinen Beruf als Heilpädagogin, besonders naheliegend.
Erste Erfahrungen mit der Kamera habe ich bereits in meiner nebenberuflichen Ausbildung zur Heilpädagogin an der Fachschule gesammelt. Deshalb war mir der Gedanke nicht fremd, mich selbst filmen zu lassen. Damals lagen die Schwerpunkte allerdings auf der Reflexion meiner Person und die Beobachtung der Kinder, für weitere heilpädagogische Angebote. Wie man diese Aufnahmen nun auch direkt für die Begleitung der Kinder und Eltern nutzen kann, hat mich sehr interessiert.
Sabrina Schroven VHT in der Kita: Die Autorin beschreibt den Einsatz der videobasierten Beratung in einer Integrationsgruppe, um Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf und deren Familien gezielt durch die Analyse positiver Interaktionsmomente zu begleiten.
Alisa Altgeld Der Junge mit der Maske: Hier wird die Aufnahme eines Jungen in einer heilpädagogisch-therapeutischen Intensivgruppe dokumentiert, wobei der Fokus auf dem Aufbau von Bindung und der Ablösung von starren Verhaltensmustern liegt.
Katharina Gesing VHT im Rahmen von freiheitsentziehenden Maßnahmen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie VHT genutzt werden kann, um Jugendliche in einem hochsensiblen setting zu stabilisieren und die pädagogische Beziehungsarbeit zu stärken.
Sophie Wenz „Bitte höre und sehe mich“: Das Kapitel thematisiert die Herausforderung, die positive Kontaktaufnahme zu einem Kind durch gezielte videogestützte Analyse der elterlichen und pädagogischen Interaktion zu unterstützen.
Marion Greenley VHT in der Diagnostik: Anhand einer Einzelfallanalyse wird aufgezeigt, wie VHT diagnostische Prozesse in der Kindertagesstätte optimiert und Trennungsängste bei Kleinkindern abbaut.
Daniela Hess Videobasierte Beratung in der Begleitung von Pflegeverhältnissen: Die Autorin reflektiert die Arbeit mit einer Pflegefamilie und zeigt auf, wie VHT dazu beiträgt, Erziehungskompetenzen zu stärken und Eskalationen zu vermeiden.
Felizitas Balzer Arndt Montag EXKURS: VHT als Kontaktstudium: Ein Überblick über die akademische Weiterbildung zum "VHT – Video Coach", der die Struktur und Anforderungen des Kontaktstudiums erläutert.
Jacqueline Vogt Wie VHT Hilfeprozesse in einer Wohngruppe unterstützen kann: Das letzte inhaltliche Kapitel stellt die Begleitung einer Mutter im Elternapartment dar und verdeutlicht den positiven Einfluss von VHT auf Hilfeprozesse in stationären Settings.
Videobasierte Beratung, VHT, Interaktionsanalyse, Ressourcenorientierung, Erziehungskompetenz, Bindungsaufbau, Heilpädagogik, Video-Kontakt-Schema, Elternarbeit, Selbstwirksamkeit, Entwicklungsförderung, Basiskommunikation, Soziale Integration, Familienhilfe, Fallreflexion.
In dieser Schrift geht es um die Anwendung von "Videobasierter Beratung" (VHT) nach SPIN-Richtlinien in pädagogischen und pflegerischen Arbeitsfeldern, um Entwicklungsprozesse durch die Analyse positiver Momente zu unterstützen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Eltern-Kind-Beziehung, der Arbeit mit Kindern in Intensivgruppen, der Begleitung von Pflegeverhältnissen und der Unterstützung von Familien in herausfordernden Lebensphasen.
Ziel ist es, Fachkräften und Eltern durch Videofeedback die eigenen Stärken und die Bedürfnisse des Kindes bewusst zu machen, um so die Beziehungsqualität zu verbessern und Selbstwirksamkeit zu fördern.
Es wird die Methode der videobasierten Beratung (VHT) angewandt, gestützt auf das Video-Kontakt-Schema, die Basiskommunikationsprinzipien sowie systemische und ressourcenorientierte Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Falldokumentationen, bei denen Aufnahmekontexte, Analysen, Supervisionen und abschließende Zusammenfassungen der gewonnenen Erkenntnisse für die Betroffenen und das professionelle Umfeld dargestellt werden.
Besonders prägend sind VHT, Interaktionsförderung, Partizipation, Elternarbeit, Selbstbestimmung und Reflexion in der professionellen pädagogischen Interaktion.
Besonders ist hier der Fokus auf ein Elternapartment innerhalb einer Wohngruppe, in dem eine Mutter mit ihrem Baby lebt, wobei VHT hier explizit dazu genutzt wurde, Hilfeprozesse in diesem spezifischen stationären Setting zu begleiten.
Die VIP-Karte dient als visuelle Methode zur Darstellung der unterstützenden Netzwerke der Klient:innen, um Ressourcen aufzuspüren und alle am Hilfeprozess beteiligten Akteure zu visualisieren.
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