Bachelorarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Fragestellung (Koppe) 1
2 Autismus im Kontext der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (Koppe) 3
2.1 Historische Hintergründe (Koppe) 3
2.2 Zum Begriff des Autismus und Klassifikation (Koppe) 6
2.2.1 Begriffsklärung 9
2.2.2 Autismus-Spektrum-Störungen 10
2.3 Symptomatik (Rau) 14
2.4 Ätiologie (Koppe) 26
2.4.1 Genetik 26
2.4.2 Neurobiologie 28
2.4.3 Neuropsychologie 31
2.5 Diagnostik, Differentialdiagnostik und Komorbidität (Koppe) 33
2.5.1 Diagnostik 33
2.5.2 Differentialdiagnostik 35
2.5.3 Komorbidität 36
2.6 Epidemiologie (Koppe) 37
3 Professionelle Entwicklungshilfen und Fördermöglichkeiten (Koppe/Rau) 40
3.1 Lovas (Rau) 40
3.2 TEACCH (Rau) 44
3.3 Integration 49
3.3.1 Begriffsbestimmung (Koppe/Rau) 49
3.3.2 Rechtliche Grundlagen (Rau) 50
3.3.3 Ziele und Aufgaben (Koppe/Rau) 53
3.3.4 Rahmenbedingungen (Koppe) 56
3.3.5 Integrierende Begleitung (Koppe/Rau) 59
4 Befragung von Professionellen und Eltern zum Veränderungserleben des TEACCH-Ansatzes (Koppe/Rau) 61
4.1 Ziel der Methode 61
4.2 Beschreibung des Vorgehens 62
4.3 Beschreibung der Methode 63
4.4 Ergebnisse 64
4.5 Zusammenfassende Bewertung der Fragebogenergebnisse 74
5 Zusammenfassung und Ausblick (Koppe/Rau) 79
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Autismus-Spektrum-Störungen, beleuchtet theoretische Hintergründe sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten und evaluiert mittels einer Befragung das Veränderungserleben beim Einsatz des TEACCH-Ansatzes in einer spezifischen Einrichtung.
2.1 Historische Hintergründe
Eine erstmalige Erwähnung des Begriffs Autismus in der Fachliteratur ist nach Walters (2007, 18f) und Böltes (2009, 21) Ausführungen auf Bleuler zurückzuführen. Er prägte im Jahr 1911 diesen Begriff, welcher in den griechischen Wörtern „autos“ (deutsch: selbst) und „ismos“ (deutsch: Orientierung, Zustand) seinen Ursprung hat. Es bedeutet, das Individuum zieht sich in sich selbst zurück, die Realität wird vom Innenleben dominiert.
Allerdings führen Walter (2007, 18) und Bölte (2009, 23) Dokumentationen von Itard aus dem Jahr 1799 an, die Verhaltensweisen eines aufgegriffenen verwilderten Jungen beschreiben. Hier verweist der zuerst genannte Autor auf Wing 1971 und Bettelheim 1977, wonach in Fachkreisen diese merkwürdigen Handlungsweisen Meinungen über autistische Verhaltensweisen aufkommen ließen.
Ende des 18. Jahrhunderts publizierte unter anderem Kraeplin erste Fallbeschreibungen über psychische Erkrankungen im Kindesalter vor dem zehnten Lebensjahr, so Walter (2007, 18).
Auch Kusch und Petermann (2001, 11) diskutieren diese oben genannten Fallbeschreibungen von Störungen des Kleinkindalters, welche von geistiger Behinderung und Abweichungen im Entwicklungsprozess berichten. Der Entwicklungsaspekt rückte nach 1911 in den Hintergrund. Oft wurden Erkenntnisse aus der Erwachsenenpsychiatrie für Krankheitserscheinungen in der Kindheit angewandt. Dabei berücksichtigten erst Potter (1933) und später Lutz (1937) das Alter bei Beginn der Krankheit nach Berichten der Autoren als Entwicklungsaspekt, welche eine diagnostische Unterscheidung der Psychosen des frühen vom späten Kindesalter interessant werden ließ. Kusch und Petermann (2001, 11) verweisen in diesem Zusammenhang auch auf Arbeiten von Kreaplin, welche die schweren Störungen im Kindesalter als frühe Formen der Erwachsenenschizophrenie abhandelten.
Ein wichtiger Schritt gelang Kanner 1943, so die übereinstimmenden Dokumentationen von Walter (2007, 20f), Kusch und Petermann (2001, 11) sowie Bölte (2009, 22). Er erfasste den Autismus bei Kindern als eigenständiges Krankheitsbild, welches sich von der Kindheitsschizophrenie unterscheidet.
1 Einleitung und Fragestellung (Koppe): Einführung in die Relevanz des Themas Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung und Definition der zentralen Forschungsfragen für die Bachelorarbeit.
2 Autismus im Kontext der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (Koppe): Umfassender theoretischer Abriss zur Historie, Klassifikation, Ätiologie, Diagnostik und Epidemiologie des Autismus-Spektrums.
3 Professionelle Entwicklungshilfen und Fördermöglichkeiten (Koppe/Rau): Darstellung verschiedener therapeutischer und pädagogischer Förderkonzepte wie Lovaas und TEACCH sowie rechtliche Grundlagen und Anforderungen an die schulische Integration.
4 Befragung von Professionellen und Eltern zum Veränderungserleben des TEACCH-Ansatzes (Koppe/Rau): Dokumentation und Analyse einer empirischen Befragung, die das Wirken des TEACCH-Ansatzes in einer Einrichtung für Menschen mit schweren autistischen Symptomen bewertet.
5 Zusammenfassung und Ausblick (Koppe/Rau): Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion über die zukünftige Bedeutung ganzheitlicher Fördermaßnahmen und eines gesellschaftlichen Umdenkens in der Integrationspädagogik.
Autismus, Entwicklungsstörung, TEACCH, Integration, Förderung, Pädagogik, Diagnostik, Symptomatik, Schulbegleitung, Inklusion, Verhaltensauffälligkeit, Therapie, Komorbidität, Selbstständigkeit, Forschungsarbeit
Die Arbeit befasst sich mit dem Störungsbild Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung und untersucht, welche professionellen Konsequenzen sich daraus für die pädagogische Förderung und Integration ergeben.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen (Historie, Klassifikation, Ätiologie), verschiedene Förderkonzepte wie Lovaas und TEACCH sowie die praktische Umsetzung der Integration in schulischen Umfeldern.
Die Arbeit zielt darauf ab, Voraussetzungen für die Integration autistischer Kinder zu klären, den Umgang mit TEACCH-Materialien zu beleuchten und den Einfluss dieser Methoden auf die Fähigkeitsentwicklung zu analysieren.
Neben einer umfangreichen Literaturrecherche zu den Grundlagen des Autismus wurde eine empirische Befragung bei Fachpersonal einer spezifischen Einrichtung zum Veränderungserleben durch den TEACCH-Ansatz durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Auseinandersetzung mit den autistischen Spektrumstörungen, eine Analyse professioneller Fördermaßnahmen und die Auswertung der durchgeführten Fragebogenuntersuchung.
Die wichtigsten Begriffe sind Autismus, TEACCH-Ansatz, schulische Integration, Förderung, professionelle Konsequenzen und tiefgreifende Entwicklungsstörungen.
Die Mehrheit der befragten Mitarbeiter berichtet von positiven Veränderungen bei der Unterstützung und Förderung autistischer Kinder, insbesondere in Bereichen wie Tagesstrukturierung und Kompetenzentwicklung.
Die Elternbeteiligung war als Teil der Studie geplant, konnte jedoch aufgrund einer fehlenden Rücklaufquote bei den Elternfragebögen nicht in die Auswertung einfließen.
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