Diplomarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Gang der Untersuchung
2 Wertorientierte Unternehmensführung als Ausgangspunkt zur Begründung des Value Reporting
2.1 Wesentliche Ursachen zur Begründung des Konzepts der wertorientierten Unternehmensführung
2.2 Unternehmenswertsteigerung als zentrale Zielsetzung im Wertmanagement
2.3 Überblick über Methoden der Wertmessung
2.4 Einordnung des Value Reporting in das Gesamtkonzept des wertorientierten Managements
3 Begriff und Einordnung des Value Reporting
3.1 Erklärung des Begriffs Value Reporting unter Bezugnahme seiner Ziele und inhaltlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten
3.1.1 Zielsetzung des Value Reporting
3.1.2 Inhaltliche Ausgestaltungsmöglichkeiten
3.2 Einordnung des Value Reporting in die externe Unternehmenskommunikation
3.2.1 Abgrenzung zum Bereich der Investor Relations
3.2.2 Abgrenzung zum verpflichtenden Financial Reporting
3.3 Einordnung des Value Reporting in den Kontext seiner möglichen Interessensgruppen
4 Investoren als primäre Zielgruppe des Value Reporting – Ihr Entscheidungsproblem und mögliche Lösungswege
4.1 Die Investoren und ihr grundsätzliches Entscheidungsproblem
4.2 Überblick über mögliche Verfahren zur Lösung des Entscheidungsproblems
4.3 Die fundamentale Aktienanalyse als geeignetes Verfahren zur Einbindung wertorientierter Informationen
4.3.1 Als Substanzwertverfahren
4.3.2 Als Zukunftserfolgswertverfahren
5 Informationsbedürfnisse der Investoren als inhaltlicher Bezugsrahmen des Value Reporting
5.1 Begründung und Systematisierung der Informationsbedürfnisse
5.2 Angaben zur Ermittlung des Zukunftserfolgswertes
5.2.1 Angaben zur nachhaltigen Erfolgsgröße
5.2.2 Angaben zum Kalkulationszinssatz
5.2.3 Angaben zur Prognoseunterstützung
5.3 Angaben zur Ermittlung des Substanzwertes
5.3.1 Angaben über stille Reserven
5.3.2 Angaben über nichtbilanzierte Vermögenswerte
5.3.3 Angaben zum originären Firmenwert
6 Informationsanforderungen der Investoren als qualitativer Bezugsrahmen des Value Reporting
6.1 Grundsatz der Vollständigkeit
6.2 Grundsatz der Glaubwürdigkeit
6.3 Grundsatz der Vergleichbarkeit
7 Gegenüberstellung der Informationsbedürfnisse und -anforderungen in der aktuellen Berichterstattungspraxis
7.1 Vorbemerkung der Untersuchung
7.2 Ermittlung des Zukunftserfolgswertes
7.3 Ermittlung des Substanzwertes
8 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die wertorientierte Berichterstattung (Value Reporting) aus der Perspektive der Bedürfnisse von Investoren. Ziel ist es, zu analysieren, welche Informationsangaben und -anforderungen aktuelle und potenzielle Investoren für ihre Anlageentscheidungen benötigen und inwiefern diese im Value Reporting adressiert werden können, um Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und Kapitalmarkt zu reduzieren.
4.1 Die Investoren und ihr grundsätzliches Entscheidungsproblem
Im vorherigen Verlauf dieser Arbeit wurde allgemein von den Kapitalmarktteilnehmern bzw. den Investoren als Zielgruppe der wertorientierten Berichterstattung gesprochen. Als Investoren sind grundsätzlich Anleger gemeint, die einer Unternehmung durch Kauf von Wertpapieren langfristig Kapital zur Verfügung stellen.129 Als Wertpapierart ist vor dem Hintergrund der Wertorientierung die Investition in Aktien zu sehen.130 Demzufolge kann der typische Investor im Rahmen des Value Reporting als Eigenkapitalgeber gesehen werden, welcher sich mittels Aktieninvestment an einer Unternehmung beteiligen. Doch auch Investoren können als äußerst heterogene Gruppe von Personen bzw. Institutionen gesehen werden, wie aus Abb. 12 zu entnehmen ist.
Neben den Privatpersonen, der öffentlichen Hand und Finanzdienstleistern, wie Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften, prägen vor allem ausländische Investoren sowie andere Unternehmen die Aktienstruktur an börsennotierten Gesellschaften. Vor dem Hintergrund der Arbeit ist die Kenntnis der Aktionärszusammensetzung von fundamentaler Bedeutung, da sich die verschiedenen Teilgruppierungen sowohl im Zugang zu Informationen als auch in dessen Verarbeitung unterscheiden können.131 So können Banken im Hinblick auf ihre Möglichkeiten der Informationsbeschaffung im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung zusätzliche, über die externe Publikation hinausgehende Informationen einfordern.132 Die Gruppe der sonstigen Unternehmen kann im Fall von Mehrheitsbeteiligungen (§ 16 Abs. 1 AktG) und einer damit einhergehenden Aufsichtsratbesetzung an zusätzliche Informationen gelangen.133 Jedoch nicht nur in der Möglichkeit der Informationsbeschaffung, sondern auch bei ihrer Auswertung können innerhalb der einzelnen Teilgruppierungen zum Teil größere Unterschiede festgestellt werden. So können Finanzdienstleister, aber auch die Gruppe der Unternehmen auf Expertenwissen und fortgeschrittene Technologien zur Auswertung ihrer Anlageentscheidung zurückgreifen.134 Privatpersonen können sich indes an spezielle Dienstleister, wie Anlageberatern oder Portfoliomanagern wenden, um deren Analysefähigkeiten zu nutzen.135
Um diese Heterogenität der Investorengruppen zu standardisieren, soll im Folgenden die schwächste Ausprägungsform hinsichtlich Informationsbesorgung und -auswertung zugrunde gelegt werden.136 Der typische Investor hat somit lediglich Zugang zu den im Geschäftsbericht publizierten Informationen und greift nicht auf Expertenwissen und dessen Technologien zurück. Er sollte jedoch über fundierte und fortgeschrittene Kenntnisse auf dem Gebiet des Finanz- und Rechnungswesens verfügen, um die im Anschluss vorgestellten Methoden zur Entscheidungsfindung durchführen und verstehen zu können.
1 Einleitung: Hinführung zur Bedeutung der wertorientierten Unternehmensführung in Krisenzeiten und Definition der Forschungsziele.
2 Wertorientierte Unternehmensführung als Ausgangspunkt zur Begründung des Value Reporting: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, Ursachen und Methoden zur Steigerung des Unternehmenswertes.
3 Begriff und Einordnung des Value Reporting: Definition von Value Reporting und Abgrenzung gegenüber Financial Reporting sowie Investor Relations.
4 Investoren als primäre Zielgruppe des Value Reporting – Ihr Entscheidungsproblem und mögliche Lösungswege: Analyse der Investorenstruktur und Identifikation der fundamentalen Aktienanalyse als relevantes Entscheidungsmodell.
5 Informationsbedürfnisse der Investoren als inhaltlicher Bezugsrahmen des Value Reporting: Ableitung notwendiger Informationen zur Bestimmung von Zukunftserfolgswert und Substanzwert.
6 Informationsanforderungen der Investoren als qualitativer Bezugsrahmen des Value Reporting: Erörterung der Grundsätze für eine hochwertige Berichterstattung (Vollständigkeit, Glaubwürdigkeit, Vergleichbarkeit).
7 Gegenüberstellung der Informationsbedürfnisse und -anforderungen in der aktuellen Berichterstattungspraxis: Synoptische Prüfung und Bewertung der METRO GROUP Geschäftsberichte anhand der abgeleiteten Kriterien.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Value Reporting als Disziplin.
Value Reporting, wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Kapitalmarktkommunikation, Investoren, fundamentale Aktienanalyse, Zukunftserfolgswert, Substanzwert, IFRS, Geschäftsbericht, Informationsasymmetrien, Finanzberichterstattung, Unternehmenswertsteigerung, Kapitalmärkte.
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen ihre wertorientierte Berichterstattung gestalten können, um die Informationsasymmetrien zwischen dem Management und Investoren abzubauen und als Entscheidungsgrundlage zu dienen.
Im Fokus stehen die wertorientierte Unternehmensführung, die Methoden der Unternehmensbewertung (insbesondere DCF-Verfahren), die Informationsbedürfnisse der Investoren und die qualitative Ausgestaltung von Geschäftsberichten.
Ziel ist es, die wertorientierte Berichterstattung aus der Sicht der Aktionäre zu würdigen und zu untersuchen, welche Informationen für Anlageentscheidungen zwingend erforderlich sind.
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Ansatz, um aus theoretischen Bewertungsmodellen Informationsanforderungen abzuleiten, und führt eine synoptische Gegenüberstellung am Beispiel der METRO GROUP durch.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Herleitung von Informationsbedürfnissen für Substanz- und Zukunftserfolgswerte sowie die qualitative Überprüfung der Berichtspraxis anhand von Grundsätzen.
Zentrale Begriffe sind Value Reporting, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Kapitalmarktkommunikation und Investorenorientierung.
Value Reporting ist als ergänzender, freiwilliger Berichtsteil zu verstehen, der über die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben des Financial Reporting hinausgeht, um wertrelevante Informationen für Investoren zugänglich zu machen.
Es wurde eine Lücke zwischen der theoretisch geforderten Transparenz und der Praxis festgestellt, insbesondere bei der Quantifizierung immaterieller Werte und einer mangelnden Erläuterung der Berechnungsparameter (z.B. Zinssatzkomponenten).
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