Magisterarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 2,0
1 Einordnung des Gesamtwerks Raabes durch die wissenschaftliche Literatur und Forschung
2 Der Schriftsteller und Mensch Wilhelm Raabe
2.1 Biographische Eckdaten
2.2 Wilhelm Raabe: der Dichter
2.2.1 Raabes schriftstellerische Tätigkeit im Überblick
2.2.2 Raabes Selbstverständnis als Schriftsteller
2.2.3 Die Entstehungsphase des Regenbogens
3 Der Zyklus
3.1 Aktueller Forschungsstand der zyklischen Dichtung
3.2 Der Zyklus-Begriff in den Künsten
3.3 Ein Versuch: Anwendung der Kriterien zyklischer Dichtung auf Prosatexte
4 Der Regenbogen
4.1 Eine physikalische Definition
4.2 Die kulturelle, religiöse und mythologische Bedeutung der Regenbogen Symbolik
4.3 Bedeutung des Regenbogen-Symbols in der Malerei
4.4 Bedeutung des Regenbogen-Symbols in der Literatur
5 Untersuchung der Novellensammlung Der Regenbogen von Wilhelm Raabe
5.1 Zyklische Elemente in Wilhelm Raabes Der Regenbogen
5.1.1 Die starke Frauenfigur als Verbindungsglied
5.1.2 Die Sozialkritik als motivisches Apriori der Novellensammlung
5.2 Der Regenbogen-Titel als Spiegelbild menschlichen Strebens
6 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht Wilhelm Raabes 1868 veröffentlichte Novellensammlung "Der Regenbogen" auf ihre zyklische Form. Ziel ist es, durch die Identifikation übergreifender Leitmotive – insbesondere der starken Frauenfiguren und der Sozialkritik – den motivischen Schwerpunkt der Sammlung zu bestimmen und die Forschungsfrage zu beantworten, ob es sich bei dem Werk um einen tatsächlichen Novellenzyklus handelt.
Die starke Frauenfigur als Verbindungsglied
In Raabes Gesamtwerk sind zahlreiche Geschichten mit starken weiblichen Charakteren zu finden, was im Hinblick auf das zeitgenössische Literaturgeschehen eine Besonderheit darstellt. Selbstverständlich haben Frauen bereits lange Zeit vor der Schaffensphase Raabes für mehr Rechte gekämpft und die Gleichstellung beider Geschlechter gefordert. Doch diese Tatsache ändert nicht, dass der deutsche Literaturbetrieb des 19. Jahrhunderts größtenteils unter männlichem Einfluss steht. Zwar gibt es seit der Epoche der Romantik einige Frauen wie Bettina von Arnim, Karoline von Günderode oder Luise Hensel, die durch ihre Romane und Gedichte einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen, was jedoch nicht bedeutet, dass ihre männlichen Kollegen sie ohne Weiteres als gleichberechtigt anerkennen und akzeptieren. Berühmtheiten wie Schiller und Goethe wehren sich gegen die voranrückende Emanzipation der Frau und bringen diese Überzeugung in ihren Werken zum Ausdruck, indem sie die Frau als passive Figur neben oder hinter dem männlichen Helden positionieren.
Bei Raabe hingegen sind Figuren starker Frauen sind nicht allein in den für diese Arbeit interessanten Novellen Raabes zu finden. Besonders nach dem Erscheinen des Regenbogens, also nach 1868, dominieren die starken, gebildeten und weltgewandten weiblichen Charaktere im Raabeschen Werk: Jane Warwolf aus dem Schüdderump (1869), Wendeline Cruse aus Im alten Eisen (1886), Euphrosyne Kleynkauer aus Kloster Lugau (1893) oder die Wackerhahnsche aus Hastenbeck (1898). Auch die Jemima in der Holunderblüte (1863) gehört eindeutig zu den starken Frauengestalten Raabes. Doch woher kommt jene Begeisterung für die Stärke des weiblichen Geschlechts? Was hat Raabe dazu inspiriert, die eben genannten Frauenfiguren derart zu gestalten? Um diese Fragen beantworten zu können, muss unter anderem Raabes private Haltung zur gesellschaftlichen Stellung der Frau beleuchtet werden.
1 Einordnung des Gesamtwerks Raabes durch die wissenschaftliche Literatur und Forschung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die literaturwissenschaftliche Rezeption von Raabes Werk vom frühen 20. Jahrhundert bis 1998.
2 Der Schriftsteller und Mensch Wilhelm Raabe: Beleuchtung der Biographie, der verschiedenen Schaffensphasen und des Selbstverständnisses von Wilhelm Raabe als freier Schriftsteller.
3 Der Zyklus: Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen der zyklischen Dichtung in Literatur und Kunst sowie deren Anwendung auf Prosatexte.
4 Der Regenbogen: Untersuchung der physikalischen Grundlagen und der kulturellen, religiösen sowie mythologischen Bedeutung der Regenbogen-Symbolik.
5 Untersuchung der Novellensammlung Der Regenbogen von Wilhelm Raabe: Kernstück der Arbeit, in dem die sieben Novellen anhand der Motive "starke Frauenfigur" und "Sozialkritik" auf ihren zyklischen Charakter geprüft werden.
6 Schlussbetrachtungen: Fazit der Untersuchung, das die zyklischen Elemente bestätigt und Raabes Werk als bedeutenden Beitrag zur zyklischen Prosa einstuft.
Wilhelm Raabe, Der Regenbogen, Novellenzyklus, Sozialkritik, Frauenfiguren, Realismus, zyklische Dichtung, Motiv, Literaturanalyse, 19. Jahrhundert, Literarische Forschung, Symbolik, Erzählstruktur, Gesellschaftskritik, Literaturgeschichte.
Die Arbeit untersucht, ob die Novellensammlung "Der Regenbogen" von Wilhelm Raabe eine zyklische Struktur aufweist, die sie als Novellenzyklus qualifiziert.
Im Fokus stehen die literaturwissenschaftliche Definition von Zyklen, die soziale und politische Symbolik des Regenbogens sowie die Analyse spezifischer Motive in Raabes Texten.
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch Leitmotive wie die "starke Frauenfigur" und die durchgängige Sozialkritik eine zyklische Verbindung zwischen den sieben Novellen besteht.
Es wird ein deduktiver literaturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, bei dem Theorien aus der lyrischen Zyklusforschung auf die epischen Prosatexte Raabes übertragen und angewendet werden.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der sieben Novellen auf gemeinsame Motive, der Rolle der Frau und der sozialkritischen Intention des Autors.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Sozialkritik", "starke Frauenfigur", "zyklischer Charakter", "19. Jahrhundert", "Rezeptionsgeschichte" und "Regenbogen-Symbolik".
Die Autorin hebt hervor, dass Raabe untypisch für seine Zeit starke, unabhängige und gebildete Frauenfiguren entwirft, die als tragende Säulen in seinen Werken fungieren.
Die Sozialkritik wird als das entscheidende "rote Band" identifiziert, welches die sieben Geschichten miteinander verknüpft und die tiefere, moralische Ebene des Zyklus bildet.
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