Diplomarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1. Einleitung
1.1 Anlass der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Ziele der Untersuchung
2 Die rechtlichen Rahmenbedingungen einer feindlichen Übernahme
2.1 Das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz
2.1.1 Systematische Einordnung und Regelungsziel
2.1.2 Aufbau und Inhalt
2.1.3 Anwendungsbereich
2.2 Begriffsbestimmungen
2.2.1 Der Tatbestand der Unternehmensübernahme
2.2.2 Die feindliche Übernahme
2.2.3 Differenzierung von Erwerbs-, Übernahme- und Pflichtangeboten
2.3 Rechte und Pflichten der Leitungsorgane der beteiligten Parteien
2.3.1 Die Bietergesellschaft
2.3.1.1 Publizitätspflichten
2.3.1.2 Abgabe eines Pflichtangebots
2.3.1.3 Angemessene Gegenleistung des Bieters
2.3.1.4 Verbot der Gewährung ungerechtfertigter Leistungen
2.3.2 Die Zielgesellschaft
2.3.2.1 Informationspflicht
2.3.2.2 Neutralitätspflicht
2.3.2.3 Abwehrmaßnahmen
3 Equity swaps als Instrument zum Erwerb einer Anteilsmehrheit
3.1 Begriff und Anwendungsbereich von equity swaps
3.2 Die Rolle von equity swaps in Übernahmesituationen
3.3 Kapitalmarktrechtliche Würdigung de lege lata
3.3.1 Grundsätzliches zu den relevanten Vorschriften
3.3.2 § 21 Abs. 1 Satz 1 WpHG
3.3.3 §§ 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG, 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpÜG
3.3.4 §§ 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 WpHG, 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 WpÜG
3.3.5 §§ 22 Abs. 2 WpHG, 30 Abs. 2 WpÜG
3.3.6 § 25 Abs. 1 WpHG
3.3.7 Zwischenergebnis
3.3.8 Weitere Lösungsansätze
3.3.8.1 § 10 Abs. 1 Satz 1 WpÜG
3.3.9 Ergebnis
4 Darstellung der feindlichen Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler Gruppe
4.1 Ausgangssituation
4.2 Chronologie der feindlichen Übernahme
4.3 Schlussansicht
5 Regelungsvorschlag
5.1 Mitteilungspflichten de lege ferenda
5.1.1 Erkenntnisse und Lösungsansätze des Auslandes
5.1.1.1 Großbritannien
5.1.1.2 Schweiz
5.1.1.3 USA
5.1.2 Deutsche Regelungsansätze
5.1.2.1 Große Lösung
5.1.2.2 Kleine Lösung
5.2 Einbringung eines Reglungsvorschlags
5.2.1 Einordnung und Grundzüge des Vorschlags
5.2.2 Text und nähere Beleuchtung des Vorschlags
5.3 Weiterer Forschungsbedarf und Ausblick
Die Arbeit untersucht die rechtliche Einordnung feindlicher Übernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften mittels Equity Swaps in das deutsche Kapitalmarktrechtsregime. Ziel ist es, die bestehenden Regelungslücken bei diesem Instrument des "unbemerkten Anschleichens" zu identifizieren und auf Basis einer Analyse der Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler Gruppe fundierte Regelungsvorschläge de lege ferenda zu entwickeln.
3.1 Begriff und Anwendungsbereich von equity swaps
Ein equity swap ist eine Sonderform des in der modernen Finanzwirtschaft üblichen swap-Geschäfts und gehört zur Gruppe der Aktien- bzw. equity-Derivate. Vertragsgegenstand eines swaps (engl. für Tausch/Austausch) ist grundsätzlich der Austausch von Zahlungsströmen (cash flows) zwischen den Vertragsparteien nach einer festgelegten Formel. In der Regel errechnen sich die Zahlungsströme der verschiedenen swap-Arten auf Basis eines sogenannten Nominal- oder Referenzwerts (z.B. Währungskurse, Zinssätze, Wertpapierkurse, Indizes, usw.), der sich während der vereinbarten Vertragslaufzeit verändert bzw. verändern kann.
Einem equity swap liegt, wie schon die Bezeichnung erkennen lässt, - wobei equity der englische Begriff für Eigen-, Stamm- oder Anteilskapital ist - als Referenzwert die Entwicklung eines oder mehrerer Aktienkurse oder -indizes zugrunde. In der Regel erstellt eine Bank (im Folgenden auch: Ersteller oder Stillhalter) den entsprechenden Vertrag und bezieht dabei gewöhnlich die short-Position, während ihr Vertragspartner (im Folgenden: Investor), in Erwartung eines steigenden Basiswerts, die long-Position einnimmt. Derartige Verträge enden gewöhnlich durch Zeitablauf oder können ggf. auch durch eine Vertragspartei einseitig gekündigt werden. Hinsichtlich der Erfüllung eines equity swaps gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Zum einen kann ein Anspruch in Geld befriedigt werden (cash settlement), zum anderen kann auch die Lieferung von Referenzaktien (physical stettlement) Vertragsbestandteil der Erfüllung sein. Mit Ablauf des Vertrages werden die gegenseitigen Ansprüche miteinander saldiert und abgerechnet.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Anlass der Arbeit anhand spektakulärer Übernahmeversuche (Porsche/VW, Schaeffler/Continental) und beschreibt die Zielsetzung der Untersuchung im Bereich des deutschen Kapitalmarktrechts.
2 Die rechtlichen Rahmenbedingungen einer feindlichen Übernahme: Das Kapitel behandelt die Struktur des WpÜG, die Begriffsdefinitionen einer Übernahme sowie die spezifischen Rechte und Pflichten von Bieter- und Zielgesellschaft.
3 Equity swaps als Instrument zum Erwerb einer Anteilsmehrheit: Hier werden die Funktionsweise von Equity Swaps sowie ihre Rolle bei Übernahmen, insbesondere das "Anschleichen", und die kapitalmarktrechtliche Würdigung de lege lata detailliert untersucht.
4 Darstellung der feindlichen Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler Gruppe: Dieses Kapitel liefert eine chronologische Analyse des konkreten Fallbeispiels Continental/Schaeffler und bewertet die Strategie des unbemerkten Beteiligungsaufbaus.
5 Regelungsvorschlag: Basierend auf Erkenntnissen aus dem Ausland und der vorangegangenen Analyse werden hier konkrete Vorschläge zur Änderung des WpHG und WpÜG entwickelt, um die identifizierten Regelungslücken zu schließen.
Kapitalmarktrecht, Unternehmensübernahme, feindliche Übernahme, WpÜG, WpHG, Equity Swaps, Cash Settled Total Return Equity Swaps, Meldepflichten, Transparenz, Acting in Concert, Stimmrechtsanteile, Continental AG, Schaeffler Gruppe, Anlegerschutz, Beteiligungsaufbau.
Die Arbeit analysiert die rechtliche Problematik feindlicher Übernahmen börsennotierter Unternehmen unter Verwendung von Equity Swaps und deren Einordnung in das deutsche Kapitalmarktrecht.
Die Schwerpunkte liegen auf den Bestimmungen des WpÜG, den Meldepflichten nach dem WpHG bei Finanzinstrumenten und den Möglichkeiten zur Umgehung dieser Meldepflichten (sog. Hidden Stake Building).
Das Ziel ist es, die regulatorischen Lücken beim Einsatz von Equity Swaps aufzuzeigen und fundierte Vorschläge für eine Gesetzesreform (de lege ferenda) zu erarbeiten, um die Transparenz am Kapitalmarkt zu erhöhen.
Es erfolgt eine rechtswissenschaftliche Analyse bestehender Normen (de lege lata), ergänzt durch eine Fallstudie der Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler Gruppe, um die praktische Relevanz zu veranschaulichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der rechtlichen Grundlagen von Übernahmen, die detaillierte Funktionsweise von Equity Swaps sowie deren kapitalmarktrechtliche Würdigung und die abschließende Darstellung der Übernahme der Continental AG.
Wesentliche Begriffe sind "feindliche Übernahme", "Equity Swaps", "WpÜG", "Meldepflichten" und "Anschleichen".
Banken agieren als "Stillhalter" oder "Ersteller" der Swaps und sichern ihre Positionen oft durch den physischen Erwerb von Aktien ab (natural hedge), was das "Anschleichen" des Bieters ermöglicht.
Die "Große Lösung" fordert eine weitreichende Umgestaltung des Meldesystems hin zu einem einheitlichen Offenlegungstatbestand, während die "Kleine Lösung" auf gezielte Ergänzungen der bestehenden fallgruppengeleiteten Normen setzt.
Dieser Fall verdeutlichte die bestehenden Transparenzlücken im deutschen Kapitalmarktrecht, da das "Anschleichen" mittels Swaps erst spät bekannt wurde und die BaFin die Rechtmäßigkeit mangels expliziter Meldepflichten zunächst nicht beanstandete.
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