Bachelorarbeit, 2022
42 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Historischer Kontext und Analysevorbereitung
2.1 Deutscher Dualismus vom Sturz Metternichs bis zum Frankfurter Fürstentag 1863
2.2 Schleswig und Holstein zwischen zwei Nationen
3. Die Positionen der Herzogtümer Schleswig und Holstein in der nationalen Frage
3.1 Die Frage der Repräsentation
3.2 Die Gründung der Provisorischen Regierung
3.3 Wiederaufnahme der Schleswig-Holstein-Frage und Bezug zur Fragestellung
4. Österreichs Pläne für eine Reform der deutschen Bundesverfassung
4.1. Die Reformpläne als Reaktion
4.2. Quellenanalyse der Denkschrift
Erster Abschnitt: Inhaltsanalyse
Erster Abschnitt: Direkter Bezug zur Fragestellung
Zweiter Abschnitt: Inhaltsanalyse
Zweiter Abschnitt: Direkter Bezug zur Fragestellung
Dritter Abschnitt: Inhaltsanalyse
Dritter Abschnitt und Zusammenfassung: Direkter Bezug zur Fragstellung
5. Die preußische Ablehnung der Teilnahme am Fürstentag (1863)
5.1. Quellenanalyse des Ablehnungsschreibens
5.2. Bismarcks Konzepte zur Bewältigung der außenpolitischen Lage
6. Vorkriegszeit – Bundesexekution – Kriegsausbruch
6.1. Ein letzter österreichischer Rettungsversuch vor Exekutionsbeginn
6.2. Die Bundesexekution als Reaktion auf die dänische Novemberverfassung
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die österreichische und preußische Außenpolitik des Jahres 1863, um zu untersuchen, ob die Gründung eines großdeutschen Nationalstaates nach dem Deutsch-Dänischen Krieg aus damaliger Sicht eine realistische Option darstellte oder bereits politisch ausgeschlossen war.
Zweiter Abschnitt: Inhaltsanalyse
Im zweiten Abschnitt wurden Österreichs Pläne als „Österreichs Reorganisationsvorschläge“ betitelt, welche nur im Rahmen der Föderativordnung hätten beschlossen werden können. Diese Terminologie sollte wahrscheinlich lediglich der später noch erfolgenden Abstimmung auf dem Frankfurter Fürstentag zugutekommen und die Einzelstaaten des Deutschen Bundes zur Kooperation veranlassen. Denn wie im ersten Abschnitt jedoch deutlich wurde, betrifft dies nicht den Inhalt der Reformen. Die Leitlinien bestimmte der Kaiser in seinem Selbstverständnis.
Vor der eigentlichen Erläuterung der eigenen Reformpläne holte Österreich in seinem Schreiben zu einer außenpolitischen Spitze gegen Preußen aus. In Abschnitt zwei heißt es „Monarchische Staaten, zwei Großmächte unter ihnen, bilden den deutschen Staatenverein“. Dies wirkt vorerst wie ein deutlicher Einbezug Preußens in die verfassungsmäßige Führung des Deutschen Bundes. Dies scheint sogar beinahe wie die Anerkennung einer gleichwertigen Stellung Preußens durch Österreich. Im Folgenden greift Österreich jedoch von Preußen vertretene Reformforderungen und Konzepte verbal an:
„Einrichtungen, wie eine einheitliche Spitze oder ein aus directen Volkswahlen hervorgehendes Parlament, passen nicht für diesen Verein; sie widerstreben seiner Natur, und wer sie verlangt, will nur dem Namen nach den Bund, oder das, was man den Bundesstaat genannt hat; in Wahrheit will er das allmähliche Erlöschen der Lebenskraft der Einzelstaaten; […] er will die Spaltung Deutschlands, […] Solche Einrichtungen wird Österreich nicht vorschlagen.“
Dieses außenpolitische Doppelspiel mit der diplomatischen Bekämpfung Preußens einerseits und der notwenigen minimalen Integration desselben in die Mitgestaltung des Deutschen Bundes andererseits ist ein deutlich zu erkennendes Muster der österreichischen Politik. Die Ablehnung des direkt gewählten Parlaments war hierbei nicht nur eine Maßnahme gegen Preußen, sondern stellte gleichzeitig auch eine Absage an die Liberalen dar. Österreich befürchtete durch die Einberufung eines deutschen Parlaments ähnliche Forderungen der nichtdeutschen Bevölkerung des österreichischen Vielvölkerstaates.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert die Fragestellung zur Realisierbarkeit eines großdeutschen Nationalstaats und stellt die zentrale Untersuchungsmethodik basierend auf Primärquellen vor.
2. Historischer Kontext und Analysevorbereitung: Dieses Kapitel ordnet den deutschen Dualismus nach 1848 ein und beleuchtet die Rolle Schleswig-Holsteins als Konfliktfeld zwischen den dänischen und deutschen nationalen sowie politischen Interessen.
3. Die Positionen der Herzogtümer Schleswig und Holstein in der nationalen Frage: Hier werden die lokalen Repräsentationsinstanzen und die Entstehung pro-deutscher sowie eiderdänischer Bewegungen analysiert, um die Dynamik innerhalb Schleswigs und Holsteins zu verstehen.
4. Österreichs Pläne für eine Reform der deutschen Bundesverfassung: Das Kapitel analysiert die österreichische Denkschrift von 1863 als Versuch einer konservativen Bundesreform zur Sicherung der eigenen Macht und zur Abgrenzung gegenüber preußischen Einflüssen.
5. Die preußische Ablehnung der Teilnahme am Fürstentag (1863): Dieser Teil untersucht die Reaktion Preußens, geprägt durch Bismarck, sowie Bismarcks strategische Nutzung der Reformdebatte zur Etablierung einer hegemonialen Politik.
6. Vorkriegszeit – Bundesexekution – Kriegsausbruch: Das Kapitel schildert das Scheitern österreichischer Rettungsversuche bei ministerialen Konferenzen und die Zuspitzung durch das militärische gemeinsame Vorgehen gegen Dänemark.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung beantwortet die Forschungsfrage: Die Gründung eines großdeutschen Staates war aufgrund konträrer Machtinteressen der Großmächte unrealistisch, da es an einer echten politischen Kooperationsbereitschaft mangelte.
Deutscher Dualismus, Preußen, Österreich, Deutscher Bund, Nationalversammlung, Frankfurter Fürstentag, Schleswig-Holstein-Frage, Bundesexekution, 1863, Bismarck, Großdeutsche Lösung, Kleindeutsche Lösung, Außenpolitik, Nationalbewegung, Reformkonzept.
Die Arbeit untersucht die außenpolitischen Bestrebungen von Österreich und Preußen im Jahr 1863 sowie deren Haltung zur "deutschen Frage" im Kontext einer möglichen nationalstaatlichen Einigung.
Zentrale Themen sind der deutsch-österreichische Dualismus, der Deutsche Bund, die Schleswig-Holstein-Frage und die Reformkonzepte der beiden deutschen Großmächte kurz vor dem Deutsch-Dänischen Krieg.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Gründung eines großdeutschen Nationalstaats aus der Perspektive des Jahres 1863 eine realistische Option darstellte oder ob diese bereits faktisch unmöglich war.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Quellenanalyse (Denkschrift Österreichs, Ablehnungsschreiben Preußens) ergänzt durch eine Auswertung relevanter Sekundärliteratur zur politischen Geschichte des 19. Jahrhunderts.
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die spezifische Situation in Schleswig-Holstein, die österreichischen Reformpläne für den Bund sowie deren Ablehnung durch Preußen und die diplomatischen sowie militärischen Reaktionen im Jahr 1863.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Deutscher Dualismus", "Großdeutsche Lösung", "Bismarck", "Bundesexekution" und "Schleswig-Holstein-Frage" definiert.
Sie diente als Katalysator, in dem beide Großmächte versuchten, ihre Interessen durch die Bundesexekution militärisch zu legitimieren und sich als Hüter nationaler deutscher Belange zu inszenieren.
Hauptgründe waren die unvereinbaren politischen Interessen, der österreichische Führungsanspruch sowie das spätere Ziel Bismarcks, Preußen ohne Österreich als Hegemonialmacht zu etablieren.
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