Bachelorarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau
2 Allokative Betrachtungen
2.1 Allokationsfunktion
2.1.1 Theorie der öffentlichen Güter
2.1.2 Externe Effekte
2.1.2.1 Produktivitätssteigernde externe Effekte
2.1.2.2 Wohnortbezogene externe Effekte
2.1.2.3 Atmosphärische externe Effekte
2.2 Zusammenfassung allokativer Betrachtungen
3 Theoretische und empirische Betrachtungen zur Distributionsfunktion
3.1 Querschnittsbetrachtung
3.2 Längsschnittsbetrachtung
3.3 Zusammenfassung der Querschnitts- und Längsschnittsbetrachtung
4 Ausgestaltungskriterien für die Hochschulfinanzierung
4.1 Effizienzpolitische Ausgestaltungskriterien
4.2 Distributionspolitische Ausgestaltungskriterien
4.3 Grundlagen der Gebührendifferenzierung
5 Differenzierung von Studiengebühren
5.1 Differenzierte Studienentgelte nach dem Proportionalansatz
5.2 Kosten- Nutzen-Äquivalent orientiertes Studienentgeltsystem
5.3 Das „Higher Education Contribution“-System (HECS)
5.4 Nutzen-Äquivalente Studiengebühren
6 Resümee
6.1 Schlussfolgerungen
6.2 Aktuelle Diskussion
Die Arbeit untersucht die verteilungspolitischen Effekte einer einheitlichen Studiengebühr im deutschen Hochschulsystem unter Berücksichtigung allokativer und distributiver Aspekte. Ziel ist es, ein differenziertes Studiengebührenmodell zu entwickeln, das den Anforderungen an Kosten-Nutzen-Äquivalenz gerecht wird und Fehlsteuerungen durch pauschale Gebühren vermeidet.
2.1.1 Theorie der öffentlichen Güter
Die staatliche Finanzierung von Hochschulbildung wird u. a. mit dem überwiegenden Charakter eines öffentlichen Gutes begründet (vgl. STRAUBHAAR/WINZ 1992, S. 54). Sofern die Hochschulbildung tatsächlich die Eigenschaften eines öffentlichen Gutes aufweist, erscheint das Szenario des Marktversagens äußert realistisch. Die (Nicht-) Identifizierung eines öffentlichen Gutes als solches, kann anhand der Kriterien Ausschlussfähigkeit und Rivalität im Konsum ermittelt werden (vgl. MUSGRAVE/MUSGRAVE/KULLMER 1990, S. 55 f.). Im Folgenden wird das Gut Hochschulbildung anhand dieser beiden Kriterien geprüft. Die Tabelle veranschaulicht die Klassifizierung von Güterarten unter Berücksichtung der oben genannten Kriterien.
Nicht-Ausschlussfähigkeit bedeutet, dass ein Nutzer vom Genuss eines Gutes nicht ausgeschlossen werden kann. Die Ausschlussfähigkeit ist eine notwendige Bedingung zur Konstituierung einer Marktgängigkeit. Ohne Ausschlussfähigkeit werden demzufolge mögliche Konsumenten ihre Zahlungsbereitschaft nicht offenbaren. Zahlungsbereitschaft für ein Gut zu zeigen, aus deren Nutzung man nicht ausgeschlossen werden kann, wäre irrational (vgl. HEISE 2005, S. 40 f.).
Nicht-Rivalität bedeutet, dass im Rahmen gewisser Kapazitätsgrenzen, mehrere Nutzer ein Gut konsumieren können, ohne dass der Zustand des Gutes sich qualitativ oder quantitativ verschlechtert. Das Gut wird nicht aufgezehrt. Aufgrund dieser Eigenschaften findet keine Rivalität durch die gleichzeitige Inanspruchnahme statt (vgl. HOLTZMANN 1994, S. 29).
1 Einleitung: Die Arbeit problematisiert die bisherige Hochschulfinanzierung in Form der Vollsubventionierung und begründet die Notwendigkeit einer ökonomischen Analyse für eine mögliche Neuausrichtung.
2 Allokative Betrachtungen: Dieses Kapitel prüft, inwieweit Hochschulbildung die Kriterien öffentlicher Güter erfüllt und analysiert dabei externe Effekte, um den staatlichen Finanzierungsbedarf zu begründen.
3 Theoretische und empirische Betrachtungen zur Distributionsfunktion: Die Verteilungswirkungen staatlicher Finanzierung werden anhand von Querschnitts- und Längsschnittanalysen untersucht, wobei insbesondere Umverteilungseffekte zwischen sozialen Schichten und Fächergruppen im Fokus stehen.
4 Ausgestaltungskriterien für die Hochschulfinanzierung: Basierend auf den vorangegangenen Analysen werden Kriterien abgeleitet, die bei der Gestaltung eines effizienten und gerechten Finanzierungssystems politisch und ökonomisch relevant sind.
5 Differenzierung von Studiengebühren: Dieses Kapitel stellt verschiedene Modellrechnungen vor, die eine fachbezogene Differenzierung der Studiengebühren als Alternative zur einheitlichen Gebührenerhebung aufzeigen.
6 Resümee: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zu den untersuchten Reformoptionen und ordnet die Ergebnisse in den Kontext aktueller hochschulpolitischer Diskussionen ein.
Hochschulfinanzierung, Studiengebühren, Allokative Betrachtungen, Externe Effekte, Distributionsfunktion, Humankapitaltheorie, Nutzen-Äquivalenz, Proportionalansatz, Quersubventionen, Längsschnittsbetrachtung, Marktversagen, Hochschulbildung, Kosten-Nutzen-Analyse, Bildungsrendite, Verteilungswirkung
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Grundlagen der Hochschulfinanzierung in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, ob und wie Studiengebühren unter allokativen und distributiven Gesichtspunkten gestaltet werden sollten.
Im Zentrum stehen die Prüfung der Hochschulbildung als öffentliches Gut, die Analyse von Externalitäten, Verteilungswirkungen durch staatliche Subventionen und die Möglichkeiten einer fachbezogenen Gebührendifferenzierung.
Das Ziel ist es, auf Basis einer Kosten-Nutzen-Äquivalenz-Betrachtung ein Modell für Studiengebühren zu entwickeln, das unerwünschte Quersubventionen zwischen Fächergruppen minimiert und die Finanzierungslücken der Hochschulen effizient adressiert.
Die Arbeit nutzt finanzwissenschaftliche Analysetools, insbesondere Inzidenzanalysen (Nutznießer- und Abgabeninzidenz) sowie quantitative Modellberechnungen zur Ermittlung von Nettoeffekten über den Lebenszyklus von Studierenden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Finanzwissenschaft (öffentliche Güter, externe Effekte), eine empirische Untersuchung der Umverteilungseffekte im deutschen System sowie die Entwicklung und Diskussion spezifischer Differenzierungsvorschläge für Studiengebühren.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Studiengebühren, Kosten-Nutzen-Äquivalenz, externe Effekte, Redistributionsausmaß und Umverteilungswirkungen.
Die Querschnittsbetrachtung fokussiert auf Verteilungseffekte zwischen Haushalten zu einem bestimmten Zeitpunkt, während die Längsschnittsbetrachtung den gesamten Lebenszyklus des Studierenden betrachtet, um die tatsächliche Belastung und den Nutzen durch die Hochschulbildung zu erfassen.
Die einheitliche Studiengebühr wird kritisiert, da sie die unterschiedlichen Kostenstrukturen der Fächergruppen und das divergierende Einkommenspotenzial der Absolventen nicht berücksichtigt, was zu signifikanten Quersubventionen und Verzerrungen führt.
Das australische HECS-System dient als internationales Referenzbeispiel für ein differenziertes Studiengebührenmodell, das Beiträge nach Studiengängen staffelt und damit den zukünftigen Erträgen der Ausbildung Rechnung trägt.
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