Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1,8
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Von Mythos bis Historie: Die Werke im Kontext
2.1 Iphigenie auf Tauris
2.2 Die Jungfrau von Orleans
2.3 Kassandra
2.4 The Book Thief
3. Dramatische und narrative Konstruktion von Weiblichkeit
3.1 Iphigenie und Johanna als klassische Beispiele weiblicher Autonomie
3.2 Kassandra und Liesel als moderne Beispiele weiblicher Autonomie
4. Weibliche Einsamkeit im Krieg
4.1 Das Phänomen Einsamkeit in Geschichte und Literatur
4.2 Einsamkeit als Begleiterscheinung des Krieges
4.2.1 Erkenntnisbringende Einsamkeit bei Iphigenie und Johanna
4.2.1 Zukunft schaffende Einsamkeit bei Kassandra und Liesel
5. Die weibliche Beziehung zum Tod
5.1 Das Motiv Tod in Kunst und Literatur
5.2 Das weibliche Verhältnis zum Tod
5.2.1 Ambivalente Todesdarstellung bei Goethe und Schiller
5.2.2 Verschiedene Ebenen eines Motivs: Kassandra, Liesel und der Tod
6. Fazit: Ein Motiv im Wandel
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung des Motivs der Weiblichkeit in der Literatur, insbesondere im Kontext von Kriegssituationen, ausgehend von klassischen Dramen bis hin zu modernen Romanen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Wahrnehmungs- und Darstellungsveränderung weiblicher Autonomie und der damit verbundenen Motive Einsamkeit und Tod.
3.1 Iphigenie und Johanna als klassische Beispiele weiblicher Autonomie
Wie zuvor erwähnt, richtet sich Goethe mit seiner Iphigenie ganz nach dem Vorbild und den Regeln der französischen Klassik. Die Form des Stücks ist geschlossen und auf die Einheit von Ort, Zeit und Handlung wird besonderer Wert gelegt. Der einzige Schauplatz des Stückes ist der „Hain vor Dianens Tempel“, die Handlung spielt an einem Tag und konzentriert sich „zielgerichtet und linear“ auf die Wiedervereinigung von Iphigenie und Orest, sowie deren Flucht aus Tauris.
Sowohl Ort als auch Zeit sind in Bezug auf die Titelfigur Iphigenie mit großer Bedeutung aufgeladen. Über den Ort erhält man keine genaueren Informationen, außer dass er auf der Insel Tauris liegt. Diese Insel ist nicht Iphigenies Heimat, sie ist durch einen äußeren Zwang dorthin gelangt. Der abwesende Ort Griechenland spielt für die Handlung eine ebenso große Rolle, wie der Ort der Handlung selbst. In der Hierarchie steht dieser abwesende Ort sogar noch höher, da er in der Verbannung zu Iphigenies Lebensmittelpunkt wird und als emotionaler Bezugspunkt all ihr Handeln bestimmt. Die Sehnsucht nach der Heimat steigert sich sogar soweit, dass die Rückkehr zu einer essentiellen Notwendigkeit wird, um weiter leben zu können.
Die große Bedeutung des abwesenden Ortes wird zusätzlich durch die Symbolik des Handlungsortes als Insel unterstrichen. Eine Insel ist durch das umgebende Meer stets ein isolierter Raum. Da das Meer als isolierendes Charakteristikum den Handlungsort als einen Ort der Verbannung und Isolation markiert, den zu verlassen zwar ein langwieriges und gefährliches Unterfangen ist, für Iphigenie aber von lebenswichtiger Notwendigkeit.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsarbeit ein, erläutert die Relevanz des Motivs Weiblichkeit im Krieg und stellt die primär untersuchten literarischen Werke vor.
2. Von Mythos bis Historie: Die Werke im Kontext: Dieses Kapitel bettet die vier untersuchten Werke (Iphigenie auf Tauris, Die Jungfrau von Orleans, Kassandra, The Book Thief) in ihren jeweiligen geschichtlichen und inhaltlichen Rahmen ein.
3. Dramatische und narrative Konstruktion von Weiblichkeit: Das Kapitel untersucht die literarischen Mittel, mit denen in den verschiedenen Epochen Weiblichkeit und Autonomie innerhalb der Werke konstruiert werden.
4. Weibliche Einsamkeit im Krieg: Hier wird das Phänomen der Einsamkeit kulturgeschichtlich hergeleitet und anschließend als spezifische Begleiterscheinung für die Protagonistinnen im Krieg analysiert.
5. Die weibliche Beziehung zum Tod: In diesem Kapitel wird das Todesmotiv in Kunst und Literatur erläutert und das unterschiedliche Verhältnis der untersuchten Frauenfiguren zum Tod und zum Sterben dargelegt.
6. Fazit: Ein Motiv im Wandel: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass ein signifikanter Wandel in der Wahrnehmung und Darstellung von Weiblichkeit und Autonomie über die letzten 200 Jahre stattgefunden hat.
Weiblichkeit, Kriegsliteratur, Autonomie, Einsamkeit, Tod, Emanzipation, Identitätsfindung, klassisches Drama, moderner Roman, Iphigenie, Johanna von Orleans, Kassandra, Liesel Meminger, Patriarchat, Opferrolle
Die Arbeit untersucht, wie das Motiv der weiblichen Existenz und Autonomie durch die Jahrhunderte in der Literatur dargestellt wurde, insbesondere in kriegerischen Kontexten.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Konstruktion von Weiblichkeit, die Rolle von Einsamkeit als Begleiterscheinung des Krieges sowie das spezifische Verhältnis der Protagonistinnen zum Tod.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autorinnen und Autoren über zwei Jahrhunderte hinweg weibliches Leben und den Wunsch nach Unabhängigkeit vor dem Hintergrund destruktiver Kriegserfahrungen gestaltet haben.
Die Arbeit nutzt einen diachronen Literaturvergleich, bei dem klassische Dramen und moderne Romane hinsichtlich ihrer narrativen und dramatischen Charakterisierung von Frauenfiguren analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Konstruktion weiblicher Autonomie, die differenzierte Analyse von Einsamkeit im Krieg sowie die Auseinandersetzung mit der Todesdarstellung im jeweiligen historischen und literarischen Kontext.
Die Arbeit ist geprägt durch Schlagworte wie Weiblichkeit, Autonomie, Einsamkeit, Tod, Emanzipation sowie eine kritische Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen.
Bei Iphigenie fungiert der Tod eher als abstraktes Schreckensszenario und Bedrohung, während bei Liesel Meminger der Tod sogar als personifizierter, empathischer Ich-Erzähler auftritt.
Kassandra ist eine autodiegetische Erzählerin, die sich in einem inneren Monolog aus der patriarchalen Opferrolle durch eine bewusste Entscheidung für den Tod in die absolute Autonomie befreit.
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