Examensarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 1,6
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Entstehung und Entwicklung des Illuminatenordens
2.1. Einführung
2.2. Adam Weishaupt und die Begründung des Illuminatenordens
2.3. Der Orden während seiner Aufbau- und Verbreitungsphase
2.4. Adolf von Knigge - ein von der Freimaurerei Enttäuschter
2.5. Die Versprechen Adam Weishaupts
2.6. Die innere Fortentwicklung des Ordens um 1781
3. Ziele und Ideologie des Illuminatenordens
3.1. Der endgültige Ordensplan vom 10. Dezember 1782
3.2. Novize, Minerval, die drei „klassischen Freimaurergrade“ und Kleiner Illuminat
3.3. Großer Illuminat
3.4. Dirigierender Illuminat
3.5. I. Zwischenfazit
3.6. Die Freimaurerklasse als Streitpunkt zwischen Knigge und Weishaupt
3.7. Der Priestergrad
3.8. Jean-Jacques Rousseau im Kontrast zu Adam Weishaupt
3.9. Magus/Philosoph
3.10. Docet/Rex
3.11. II. Zwischenfazit
3.12. Das Wetzlarer Reichskammergericht
3.13. Das machtpolitische Moment in der Praxis am Beispiel Wien
3.14. Das Ende des Ordens
3.15. Knigges Roman Der Traum des Herrn Brick - Ein Rückblick
4. Resüme
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ideologie und die spezifischen Zielsetzungen des Illuminatenordens im ausgehenden 18. Jahrhundert. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob der Orden tatsächlich ein politisch transformatives Ziel verfolgte oder ob sich die Bestrebungen auf eine elitäre Machtkonzentration innerhalb des bestehenden absolutistischen Systems beschränkten.
3.12. Das Wetzlarer Reichskammergericht
Professorin Neugebauer-Wölk kommt in ihrer vorgenommenen Studie über das Wetzlarer Reichskammergericht, das von Illuminaten unterwandert war, sie also durchaus in der Lage waren, in diesem politisch zu wirken, zu einem Ergebnis, das sich mit dem der Gradtextinterpretationen der Staatsarbeit weitestgehend deckt. Als Resultat ihrer Untersuchung führt sie an, dass die Illuminaten sich bei genanntem Gericht auf einem ordensideologisch undefiniertem Terrain bewegt haben, da sie kein politisches Programm als Richtschnur hatten, stattdessen lediglich eine Art Leitlinie, die da lautete: Beseitigung des Despotismus sowie Freiheitskampf, was immer man sich darunter vorzustellen hatte.
Das Ergebnis ihrer Untersuchung führt ergo ein wiederholtes Mal vor Augen, dass es dem Orden an einem durchdachten Programm zur Erreichung propagierter Zielgesellschaft mangelte, dessen Charakter über die Unterwanderung des Staatsapparates, die geheime Eliten-Herrschaft, nicht hinausreichte. Ein praktisches Konzept konnte dem Anspruch der Verwirklichung angedachter aufgeklärter Gesellschaft nicht standhalten.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Ideologie und Zielsetzung des Illuminatenordens durch die Analyse von Gradtexten und historischen Quellen zu durchleuchten.
2. Entstehung und Entwicklung des Illuminatenordens: Dieses Kapitel zeichnet die Gründung durch Adam Weishaupt 1776 sowie den Aufstieg des Ordens und den Einfluss von Adolf von Knigge nach.
3. Ziele und Ideologie des Illuminatenordens: Der Hauptteil analysiert detailliert die einzelnen Grade des Ordens, von der "Pflanzschule" bis zu den "Mysterien", um die politische Intention des Bundes zu entschlüsseln.
4. Resüme: Das Resümee fasst zusammen, dass es dem Orden primär um die Etablierung einer elitären Herrschaftsstruktur durch Infiltration ging, anstatt um eine echte revolutionäre Umgestaltung.
Illuminatenorden, Adam Weishaupt, Adolf von Knigge, Aufklärung, Geheimgesellschaft, Ordensideologie, Gradsystem, Sittenregiment, Eliten-Herrschaft, Unterwanderung, Absolutismus, Geschichte, 18. Jahrhundert, Freimaurerei, Machtanspruch
Die Arbeit untersucht das Wesen und die verborgenen Ziele des Illuminatenordens im späten 18. Jahrhundert, um zu klären, ob der Orden als revolutionäre Kraft oder als machtpolitisches Instrument einer geistigen Elite zu verstehen ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der internen Ordensstruktur, der gradweisen Ideologievermittlung an die Mitglieder sowie dem tatsächlichen Einfluss des Ordens auf staatliche Institutionen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, durch welche Ideologie sich der Illuminatenorden kennzeichnete und inwiefern er ein politisch kohärentes Konzept verfolgte.
Der Autor führt eine chronologische Quellenanalyse durch, indem er originale Gradtexte, Korrespondenzen und zeitgenössische Dokumente kritisch interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Analyse der Ordensgrade sowie die Fallstudien zur Unterwanderung des Reichskammergerichts und der politischen Lage in Wien.
Kernbegriffe sind Machtanspruch, Eliten-Herrschaft, Sittenregiment, Unterwanderungspolitik und Aufklärung.
Knigge fungierte als entscheidender Organisator des Systemaufbaus und brachte als enttäuschter Freimaurer seine Visionen in die Ordensstruktur ein, was die Transformation vom Studentenbund zur komplexeren Organisation vorantrieb.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Orden keine revolutionäre Massenbewegung anstrebte, sondern eine geheime "Eliten-Herrschaft" innerhalb des existierenden Systems etablieren wollte, wobei er letztlich an einem fehlenden, realisierbaren politischen Konzept scheiterte.
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