Bachelorarbeit, 2009
29 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1) Historische Ausgangssituation für die Neukonzeption des Militärs – Restauration und politische Kultur im Deutschen Bund über den Vormärz bis 1848
2) Carl von Rottecks staatstheoretische Konzeption des Militärs im Zeichen des Liberalismus während des Vormärz
2.1) Carl von Rottecks politische Theorie des Staates
2.2) Liberale Kritik am vorzugsweise preußischen Militärwesen seit 1814 und im Vormärz
2.3) Carl von Rottecks Konzeption des Militärs in Beziehung zum konstitutionellen Staat und zur nationalen Gesellschaft
3) Militär im Entwurf des Wehrgesetzes des Paulskirchenparlaments 1848
Konservative Kritik an der liberalen Konzeption des Militärs und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die liberale Konzeption des Militärs im 19. Jahrhundert, primär basierend auf den staatstheoretischen Ansätzen von Carl von Rotteck, und stellt diese dem konservativ geprägten Militärverständnis des preußischen Staates sowie dem Wehrgesetzentwurf des Paulskirchenparlaments von 1848 gegenüber.
2.1) Carl von Rottecks politische Theorie des Staates
Warum der badische Staatswissenschaftler Carl von Rotteck für diese Darstellung liberaler Konzeptionen des Staates und des ihm inhärenten Militärs im Vormärz herangezogen werden soll, sei damit beantwortet, dass das „Staats-Lexikon. Encyklopädie der sämtlichen Staatswissenschaften für alle Stände. In Verbindung mit vielen der angesehensten Publicisten Deutschlands“, welches er gemeinsam mit dem liberalen Professor Carl Welcker federführend zwischen 1833 und 1840 herausgegeben hatte, den Versuch darstellte, die verschiedenen liberalen Strömungen im Vormärz unter einem gemeinsamen Programm zu vereinen; dadurch, dass das Staats-Lexikon zudem der Zensur entzogen war, konnten die Lehre und Forderungen des deutschen Frühliberalismus ungefiltert breiten interessierten Bevölkerungsschichten näher gebracht werden. Des Weiteren beeinflusste dieses Staats-Lexikon teilweise bis auf den Wortlaut die Debatten im Parlament der Paulskirche, wo es vielen Abgeordneten als Inspiration zur Verfügung gestanden hatte, weshalb einzelne Artikel dieser Enzyklopädie sowie zeitgenössische Abhandlungen darüber folgerichtig die wesentliche Grundlage für dieses Kapitel über die Konzeption des Militärs in dessen Beziehungen zu Staat und Gesellschaft bilden.
In der Tat waren die, die sich im Vormärz Liberale nannten oder als solche bezeichnet worden waren, in ihrer Gesinnung nämlich nicht eins, sondern vielfach sehr verschieden – sei es in Fragen der Politik, der Wirtschaft, der Gesellschaft oder der Religion, oder sei es der bei der dieser Hausarbeit zugrunde liegenden Thematik des Militärs und dessen Beziehung zu Staat und Gesellschaft. Was diesen verschiedenen Liberalen jedenfalls gemein war, war einerseits ihre oppositionelle Haltung gegenüber der teilweise absolutistisch motivierten Monarchie, die sie grundsätzlich als unzeitgemäßen beziehungsweise obsoleten ständischen Unrechtsstaat mit zuweilen repressiven und despotischen Zügen deuteten, und andererseits ihr – allerdings unterschiedlich ausgeprägtes – Bestreben nach Freiheit und Gleichheit innerhalb eines der Zukunft und dem Fortschritt zugewandten Staatsideals.
1) Historische Ausgangssituation für die Neukonzeption des Militärs – Restauration und politische Kultur im Deutschen Bund über den Vormärz bis 1848: Dieses Kapitel erläutert die politisch-sozialen Rahmenbedingungen nach 1815 und den Einfluss von Restauration und Liberalismus auf das militärische Verständnis.
2) Carl von Rottecks staatstheoretische Konzeption des Militärs im Zeichen des Liberalismus während des Vormärz: Hier werden die theoretischen Grundlagen Rottecks, seine Kritik am preußischen System und seine Vision eines in den konstitutionellen Staat integrierten Militärs dargestellt.
2.1) Carl von Rottecks politische Theorie des Staates: Der Abschnitt begründet die Wahl Rottecks als Leitfigur des deutschen Frühliberalismus und analysiert seine Konzepte der Volkssouveränität und Rechtsstaatlichkeit.
2.2) Liberale Kritik am vorzugsweise preußischen Militärwesen seit 1814 und im Vormärz: Dieser Teil beleuchtet die liberale Ablehnung der preußischen Wehrverfassung und des Conscriptions-Verfahrens aufgrund ihrer sozialen Ungleichheit.
2.3) Carl von Rottecks Konzeption des Militärs in Beziehung zum konstitutionellen Staat und der nationalen Gesellschaft: Hier wird der Entwurf des Rotteckschen „Nationalstreiter“-Systems als Instrument zur Förderung nationaler Solidarität und als Alternative zu Söldnerheeren dargelegt.
3) Militär im Entwurf des Wehrgesetzes des Paulskirchenparlaments 1848: Das Kapitel untersucht den Transfer liberaler Ideen in die konkrete Gesetzgebung der Frankfurter Nationalversammlung zur Schaffung einer deutschen Volkswehr.
Konservative Kritik an der liberalen Konzeption des Militärs und Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die konservative Gegenposition zusammen und vergleicht die gegensätzlichen Ansätze zur Rolle des Militärs im 19. Jahrhundert.
Carl von Rotteck, Vormärz, Liberalismus, Paulskirche, Militärgeschichte, Wehrgesetz, Konstitutioneller Staat, Nationale Gesellschaft, Nationalstreiter, Preußisches Militärwesen, Volkssouveränität, Konservatismus, Staats-Lexikon, Landwehr, Wehrpflicht.
Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Konzepte der Militärorganisation im 19. Jahrhundert, speziell den liberalen Ansatz von Carl von Rotteck gegenüber dem konservativen Preußen.
Zentrale Themen sind die Rolle des Militärs im konstitutionellen Staat, die Kritik an der sozialen Ungleichheit der Conscription und die Idee einer nationalen Volksbewaffnung.
Ziel ist es, die Konzeption des Militärs bei Carl von Rotteck herauszuarbeiten und zu prüfen, wie liberale Vorstellungen von Militär und Staat in die Wehrgesetzentwürfe von 1848 einflossen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse zeithistorischer Quellen, insbesondere des „Staats-Lexikons“, sowie der Auswertung zeitgenössischer Wehrgesetzentwürfe und verfassungsrechtlicher Texte.
Der Hauptteil behandelt die historische Ausgangslage des Vormärz, Rottecks staatstheoretische Ansätze, die liberale Kritik am preußischen Militär sowie die Umsetzung dieser Ideen im Parlament der Paulskirche.
Schlüsselbegriffe sind Carl von Rotteck, Liberalismus, Nationalstreiter, konstitutionelle Monarchie, Wehrpflicht und militärische Reformen.
Kriegsknechte dienen aus Zwang oder Sold und sind dem Herrscher verpflichtet, während Nationalstreiter als Bürger ihres Staates freiwillig und aus eigener Überzeugung zur Verteidigung ihrer Rechte und ihres Gemeinwesens kämpfen.
Die Konservativen betrachteten das Militär als Garant der monarchischen Stabilität und fürchteten, dass liberale Ideale wie kritisches Denken der Soldaten die Ordnung untergraben und den Gehorsam gegenüber dem Monarchen gefährden könnten.
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