Magisterarbeit, 2000
91 Seiten, Note: 1,8 (gut)
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
1.1. Problemhintergrund und Forschungstendenzen
1.2. Fragestellung und Vorgehensweise
2. Die globale Wirtschaftskrise und Ansätze zu ihrer Überwindung
2.1. Die Weltwirtschaftskrise 1929 und ihre Auswirkungen auf Deutschland
2.2. Arbeitsbeschaffungsprogramme aus der Zeit der Weimarer Republik
2.2.1. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter der Regierung Brüning
2.2.2. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung Papen
2.2.3. Das "Sofort-Programm" der Regierung Schleicher
3. Die wirtschaftspolitische Programmatik der Nationalsozialisten vor dem Machtantritt
3.1. Hitlers Einstellung zu wirtschaftspolitischen Fragen vor 1933
3.2. Das "Wirtschaftliche Sofortprogramm" der NSDAP
4. Die zivilen Arbeitsbeschaffungsprogramme unter der Regierung Hitler - Auftakt und Verwirklichung der "Arbeitsschlacht"
4.1. Unmittelbare Arbeitsbeschaffung
4.1.1. Das „Reinhardt-Programm“
4.1.2. Reichsautobahnbau – Die Bewerkstelligung des Baus der „Straßen des Führers“
4.1.3. Sonderprogramme
4.2. Mittelbare Arbeitsbeschaffung
4.2.1. Steuervergünstigungen als Investitionsanreiz
4.2.2. Das Ehestandsdarlehen
4.2.3. Das Gebäude-Instandsetzungs-Gesetz (GIG)
4.2.4. Maßnahmen zum Abzug von Arbeitskräften aus dem Arbeitsprozeß
5. Die Organisation der Arbeitsbeschaffung
5.1. Aufgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (RAA)
5.2. Die Rolle der "Deutschen Arbeitsfront"
6. Die Auswirkungen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
6.1. Konjunktur- und Wirtschaftsentwicklung in den Jahren 1933-1936
6.2. Entspannung des Arbeitsmarktes
6.3. Wertung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik
7. Die Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
7.1. Spende zur Förderung der nationalen Arbeit
7.2. Die Vorfinanzierung der Staatsaufträge
7.3. Auswirkungen auf den Reichshaushalt
8. Schlußbetrachtungen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit in Deutschland zwischen 1933 und 1936. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Programme der Regierung Hitler auf Vorarbeiten der Präsidialkabinette der Weimarer Republik aufbauten und in welchem Maße sie der tatsächlichen wirtschaftlichen Gesundung oder vielmehr der Vorbereitung auf den Krieg dienten.
4.1.2. Reichsautobahnbau – Die Bewerkstelligung des Baus der „Straßen des Führers“
Nur mit dem Bau der Reichsautobahnen konnten die Nationalsozialisten erreichen, daß ihre Forderungen nach Wirtschaftsaufträgen mit höherem Arbeitskräftebedarf und nach arbeitsintensiven Aufträgen befriedigt werden. So entwickelte sich dieses Projekt zu Adolf Hitlers populärster Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Das mythenumwobene Projekt des Baus der Autobahnen beschäftigt die Kritiker bis heute und läßt teilweise ein Bild entstehen, wonach die Greueltaten des Nationalsozialismus hinter dem Autobahnbau zu verblassen drohen. In der historischen Forschung wurde der Bau der Reichsautobahnen einerseits als arbeitsschaffende Maßnahme, andererseits als strategisches Werk gewertet. Keine andere wirtschaftspolitische Maßnahme wurde von den Menschen aber bisher so verkannt. Der Bau der "Straßen des Führers" soll vorerst nach dem Gesichtspunkten der Arbeitsbeschaffung betrachtet werden, später wird eine Analyse der Verbindung zur militärischen Nutzbarmachung folgen.
Mit dem Autobahnbau beginnt die "Zweiten Welle der Arbeitsbeschaffung" im September 1933. Im Falle der Arbeitsbeschaffung bot der Bau von Reichsautobahnen die Gelegenheit, bei Verzicht einer Großzahl von Maschinen, die Arbeiten so abzustimmen, daß sie viele Menschen über mehrere Jahre hinweg beschäftigten. Außerdem konnten auch nach einer möglichen Beendigung des Straßenbaus eine Vielzahl von Arbeitern für Ausbesserungs- und Ergänzungsarbeiten herangezogen werden. Also bot der Reichsautobahnbau eine krisenfeste Möglichkeit der Arbeitsbeschaffung für das Jahr 1933, aber auch für die weiterreichende Zukunft. Dieses gewaltige Projekt stellte allerdings das Regime vor propagandistische Probleme.
1. Einleitung: Darlegung des Forschungsstandes zur Wirtschaftspolitik und Definition der Fragestellung bezüglich der Rolle von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
2. Die globale Wirtschaftskrise und Ansätze zu ihrer Überwindung: Analyse der Ursachen der Weltwirtschaftskrise und der krisenbekämpfenden, jedoch oft erfolglosen Versuche der Weimarer Präsidialkabinette.
3. Die wirtschaftspolitische Programmatik der Nationalsozialisten vor dem Machtantritt: Untersuchung der wirtschaftlichen Vorstellungen Hitlers und des offiziellen Programms der NSDAP.
4. Die zivilen Arbeitsbeschaffungsprogramme unter der Regierung Hitler - Auftakt und Verwirklichung der "Arbeitsschlacht": Detaillierte Darstellung der direkten und indirekten Maßnahmen zur Verringerung der Arbeitslosigkeit.
5. Die Organisation der Arbeitsbeschaffung: Beschreibung der Rolle von Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung (RAA) und Deutscher Arbeitsfront (DAF) bei der Gängelung der Arbeiter.
6. Die Auswirkungen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: Evaluierung der konjunkturellen Entwicklung und der tatsächlichen Effekte auf den Arbeitsmarkt zwischen 1933 und 1936.
7. Die Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: Erörterung der fiskalpolitischen Strategien und der Nutzung von Wechseln und Spenden zur Finanzierung der staatlichen Vorhaben.
8. Schlußbetrachtungen: Zusammenfassendes Fazit über den Charakter der NS-Wirtschaftspolitik und ihre letztliche Ausrichtung auf Aufrüstung statt ziviler Wohlfahrt.
Arbeitsbeschaffung, Nationalsozialismus, Arbeitsschlacht, Weltwirtschaftskrise, Reichsautobahnen, Deflationspolitik, Finanzierung, Aufrüstung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsgeschichte, Weimarer Republik, Reinhardt-Programm, Vollbeschäftigung, Rüstungspolitik.
Die Arbeit untersucht die Arbeitsbeschaffungsprogramme im "Dritten Reich" zwischen 1933 und 1936 und deren tatsächliche Wirksamkeit hinsichtlich der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die wirtschaftspolitische Programmatik der Nationalsozialisten, die verschiedenen Instrumente der Arbeitsbeschaffung sowie die Finanzierung dieser Vorhaben.
Es soll geklärt werden, inwieweit die wirtschaftlichen Erfolge auf die nationalsozialistische Politik zurückzuführen sind oder auf Vorarbeiten früherer Regierungen beruhten, und ob die Maßnahmen zivilen oder rüstungspolitischen Zielen dienten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturstudie, die primäre Quellen, Gesetzestexte und zeitgenössische sowie moderne wirtschaftshistorische Analysen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der unmittelbaren und mittelbaren Maßnahmen (wie das Reinhardt-Programm und das Ehestandsdarlehen), die Organisation durch Institutionen wie die RAA und DAF sowie eine kritische Bewertung der Finanzierungsmethoden.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Arbeitsbeschaffung, Arbeitsschlacht, Aufrüstung, Deflationspolitik und Kreditschöpfung.
Es bildete das Kernstück der unmittelbaren Arbeitsbeschaffung, durch das staatliche Aufträge an Privatunternehmen vergeben wurden, um den Arbeitsmarkt arbeitsintensiv zu entlasten.
Obwohl die Maßnahmen offiziell der Beschäftigung dienten, zeigt die Arbeit, dass sie untrennbar mit der langfristigen Zielsetzung der Wiederaufrüstung und Kriegsvorbereitung verbunden waren.
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