Bachelorarbeit, 2022
41 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Immanuel Kants Tierethik
2.1.Moralische Autonomie als Grundlage moralischer Berücksichtigung
2.2.Die Aufstellung eines indirekten Argumentes für die Berücksichtigung von Tieren
2.3.Konsequenzen für den Umgang mit nichtmenschlichen Tieren
2.4.Kritik an der Moralphilosophie Kants
2.5.Zwischenfazit
III. Ein hierarchischer Ansatz nach Shelly Kagan
3.1.Moralischer Status und moralische Berücksichtigung
3.2.„Agency“ als Grundlage moralischer Berücksichtigung
3.3.Für die Hierarchie und gegen den Unitarismus
3.4.Kagans hierarchische Ordnung
3.5.Konsequenzen für den Umgang mit nichtmenschlichen Tieren
3.6.Kritik
3.7.Zwischenfazit
IV. Vergleich
4.1.Zwischen starkem und schwachem Anthropozentrismus
V. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere innerhalb ausgewählter anthropozentrischer Positionen, insbesondere durch einen Vergleich der Tierethiken von Immanuel Kant und Shelly Kagan, um die Vertretbarkeit einer hierarchischen Struktur innerhalb der moralischen Gemeinschaft zu prüfen.
2.1. Moralische Autonomie als Grundlage moralischer Berücksichtigung
In seinem Werk Die Metaphysik der Sitten von 1870 fordert Kant, dass sich der Mensch „aus der Rohigkeit seiner Natur, aus der Thierheit immer mehr zur Menscheit“ hervorhebt. Nur durch diesen Aufstieg auf eine höhere Ebene kann der Mensch der „Menschheit, die in ihm wohnt, würdig sein“. Den menschlichen Tieren wird also im Gegensatz zu nichtmenschlichen Tieren ein Sonderstatus zuteil. Die Antwort auf die Frage, was genau der Mensch ist und worauf seine übergeordnete ethische Stellung bei Kant fundiert, findet sich in seinen Überlegungen zur Beschaffenheit und Natur des Menschen.
Mit den Begriffen „Mensch“ und „Menschheit“ bezeichnet Kant nicht die Angehörigen der Gattung homo sapiens, sondern einen Teil des ontologischen Dreischrittes, welcher aus Tierheit, Menschheit und Gottheit besteht. Kants Verwendung der Begriffe „Mensch“ oder auch „Person“ beschreiben eher eine Essenz als ein Kollektiv. Der Mensch zeichnet sich durch seine Doppelnatur aus, die sich aus Naturwesen und Vernunftwesen zusammensetzt. Mit Tierheit bezeichnet Kant menschliche Anlagen, welche auch bei Tieren zu finden sind, wie der Trieb zur Fortpflanzung, Selbsterhaltung und sozialen Bedürfnissen. Die Persönlichkeit oder Menschheit hingegen besteht in der „Freiheit und Unabhängigkeit von dem Mechanismus der ganzen Natur“, welche unvernünftigen Lebewesen per definitionem fehlt. Bevor Kants Charakterisierung von „Personen“ vertieft wird, präsentiert der folgende Abschnitt zunächst die Grundlagen der Kantischen Morallehre.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Mensch-Tier-Beziehung anhand des Märchens der Bremer Stadtmusikanten und führt in die tierethische Diskussion über den moralischen Status von Tieren ein.
II. Immanuel Kants Tierethik: Dieses Kapitel arbeitet Kants deontologische Ethik auf, in der Menschen aufgrund ihrer Autonomie einen Sonderstatus besitzen und Tiere nur indirekt moralische Berücksichtigung erfahren.
III. Ein hierarchischer Ansatz nach Shelly Kagan: Der Autor stellt Kagans Modell vor, welches Handlungsfähigkeit als Kriterium einführt und für eine graduelle moralische Hierarchie statt eines Unitarismus plädiert.
IV. Vergleich: Dieser Abschnitt kontrastiert Kants und Kagans Ansätze und bewertet deren Beitrag zur Beantwortung der Frage nach einem angemessenen Umgang mit Tieren.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass trotz grundlegender Unterschiede beide Theorien eine schwach anthropozentrische Sichtweise stützen, die eine gewisse Hierarchie innerhalb der moralischen Gemeinschaft anerkennt.
Tierethik, Anthropozentrismus, Immanuel Kant, Shelly Kagan, moralischer Status, Handlungsfähigkeit, Autonomie, Deontologie, moralische Gemeinschaft, Tierschutz, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden, Speziesismus, Pflichtenethik.
Die Arbeit untersucht den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere aus zwei verschiedenen philosophischen Perspektiven und beleuchtet die Frage, ob eine hierarchische Einordnung innerhalb der moralischen Gemeinschaft ethisch vertretbar ist.
Die zentralen Felder sind die tierethischen Theorien von Immanuel Kant und Shelly Kagan, die Konzepte der moralischen Autonomie, Handlungsfähigkeit und der Unterschied zwischen direktem und indirektem moralischem Status.
Ziel ist es zu zeigen, dass eine Hierarchie innerhalb der moralischen Gemeinschaft besteht und dass schwach anthropozentrische Sichtweisen, die Tiere einbeziehen, ohne ihnen identische Rechte zu Menschen zuzusprechen, auch heute vertretbar sind.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Analyse ausgewählter philosophischer Primärtexte, ergänzt durch eine vergleichende Diskussion aktueller Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erarbeitung der Kantischen Pflichtethik, eine Darstellung von Kagans hierarchischem Modell ("Agency") und einen anschließenden kritischen Vergleich beider Positionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tierethik, moralischer Status, Anthropozentrismus, Deontologie und Agency charakterisiert.
Während Kant Tiere gänzlich aus der moralischen Gemeinschaft ausschließt und nur indirekte Pflichten gegen sich selbst fordert, räumt Kagan Tieren aufgrund ihrer Handlungsfähigkeit einen gewissen, wenn auch variablen, moralischen Status ein.
Laut Kant ist Tierquälerei deshalb moralisch falsch, weil sie das Mitgefühl im Menschen abstumpft und somit zur Verrohung des menschlichen Charakters beiträgt, nicht primär wegen des erlittenen Schmerzes des Tieres.
Kagan fasst "Agency" als die Fähigkeit auf, Ziele, Präferenzen und Wünsche zu haben und nach diesen bewusst zu handeln, was als hinreichendes Kriterium für die Einordnung in eine moralische Hierarchie dient.
Beide Autoren lehnen die reine Empfindungsfähigkeit als hinreichendes Kriterium für den vollen moralischen Status ab, erkennen jedoch an, dass sie in der Praxis für das Wohlbefinden der Wesen eine Rolle spielt.
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