Bachelorarbeit, 2010
43 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Employer Branding
2.1 Definition, Relevanz und Abgrenzung des Employer Brandings
2.2 Internes und externes Employer Branding
2.3 Wirkungsbereiche
2.3.1 Rekrutierung
2.3.2 Mitarbeiterbindung
2.3.3 Unternehmenskultur
3 Employer Branding im öffentlichen Dienst
3.1 Verortung des öffentlichen Dienstes
3.2 Problem- und Gestaltungsfelder des Employer Brandings im öffentlichen Dienst
3.2.1 Rekrutierung im öffentlichen Dienst
3.2.2 Mitarbeiterbindung im öffentlichen Dienst
3.2.3 Unternehmenskultur im öffentlichen Dienst
3.2.4 Externe Rahmenbedingungen
4 Rahmenbedingungen und Realisation der Stadt Herten – Ein Fallbeispiel
4.1 Employer Branding-Aktivitäten der Stadt Herten
4.2 Experteninterview
4.2.1 Methodisches Vorgehen
4.2.2 Experteninterview und Dokumentenauswertung
4.3 Ergebnisauswertung und Übertragung
5 Perspektiven und Entwicklungspotentiale
Die Arbeit untersucht das Konzept des Employer Brandings im Kontext des öffentlichen Dienstes, um Möglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften aufzuzeigen und dabei den Einfluss des demografischen Wandels zu adressieren.
2.1 Definition, Relevanz und Abgrenzung des Employer Brandings
Employer Branding setzt sich aus den englischen Wörtern employer = Arbeitgeber und branding = Markenbildung zusammen und wird auch im Deutschen mit Arbeitgebermarkenbildung übersetzt. Nach Schuhmacher/Geschwill (2009) ist Employer Branding eine strategische Maßnahme mit Konzepten aus dem Marketing. Dabei wird ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentiert und gegenüber anderen Wettbewerbern positiv positioniert (vgl. Schuhmacher/Geschwill 2009, S. 39). Dazu gehören alle Entscheidungen der Planung, Gestaltung und Kontrolle einer Arbeitgebermarke (vgl. Petkovic 2008, S. 71; vgl. Grobe 2008, S. 125). Verfolgt wird das Ziel, die sogenannten High Potentials, also Fach- und Führungskräfte, in ihrer Entscheidung für das Unternehmen zu beeinflussen (vgl. Petkovic 2008, S. 71). Das Unternehmen selbst wird aufgrund der Maßnahmen zu einer „Marke am Arbeitsmarkt“ (Schuhmacher/Geschwill 2009, S. 39), der Attribute zugeordnet werden (ebd.) und die das Entscheidungsverhalten potentieller Bewerber beeinflussen soll (vgl. Petkovic, S. 4). Auf Produkte bezogen bringen Marken Mehrwerte. Das Employer Branding überträgt diesen Gedanken ins Human Resource Management (vgl. Backhaus/Tikoo 2004). Das heißt, auch hier kann eine Marke – die Arbeitgebermarke – zu Mehrwerten führen.
In den letzten Jahren hat der öffentliche und wissenschaftliche Diskurs zum Thema ‚Employer Branding‘ immens zugenommen: So nennt die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. Employer Branding als einen von zehn identifizierten Personalmanagement-Trends (vgl. DGFP e.V. 2009), die mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund sich ändernder wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse in vielen Unternehmen kurz- bis mittelfristig eine große Rolle spielen werden. Zudem gab es im Jahr 2004 bei Internetrecherchen zum Begriff „Employer Branding“ 3.000 Ergebnisse bei Suchmaschinen wie Google und Yahoo! (vgl. Backhaus/Tikoo 2004, S. 501), während es im Jahr 2010 bei Google 282.000 Treffer (Stand: 02.05.2010) sind. Erst seit Anfang/Mitte der 1990er Jahre wird das Employer Branding wissenschaftlich betrachtet, allerdings wird der derzeitige Forschungsstand als „rudimentär“ bezeichnet (Petkovic 2008, S.42). Eine theoretische Fundierung fehle, auch modellartige Darstellungen seien nicht vorhanden, in Fachzeitschriften werde Employer Branding nur praxisorientiert behandelt (ebd.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Fachkräftemangels und den demografischen Wandel ein, um das Ziel der Arbeit, Employer Branding als strategische Lösung für den öffentlichen Dienst zu untersuchen, zu definieren.
2 Employer Branding: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Employer Brandings, differenziert zwischen internen und externen Maßnahmen und beschreibt die wesentlichen Wirkungsbereiche wie Rekrutierung, Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur.
3 Employer Branding im öffentlichen Dienst: Hier werden die theoretischen Ansätze des Employer Brandings auf den öffentlichen Dienst übertragen, wobei spezifische Rahmenbedingungen und Herausforderungen für kommunale Verwaltungen diskutiert werden.
4 Rahmenbedingungen und Realisation der Stadt Herten – Ein Fallbeispiel: Das Kapitel präsentiert eine Fallstudie der Stadt Herten, in der mittels Experteninterviews und Dokumentenanalyse überprüft wird, wie Employer Branding in der kommunalen Praxis umgesetzt wird.
5 Perspektiven und Entwicklungspotentiale: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Handlungsoptionen für öffentliche Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifiziertes Personal.
Employer Branding, Arbeitgebermarke, öffentlicher Dienst, Stadt Herten, Rekrutierung, Mitarbeiterbindung, Unternehmenskultur, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Personalmanagement, Personalmarketing, Kommunalverwaltung, Familienfreundlichkeit, Standortmarketing, Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz und praktischen Anwendung von Employer Branding als Strategie, um kommunale Verwaltungen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren.
Im Fokus stehen die Rekrutierung neuer Mitarbeiter, die Bindung vorhandenen Personals und die Gestaltung der Unternehmenskultur im öffentlichen Dienst.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Employer Branding auf den öffentlichen Dienst übertragbar ist, welche Besonderheiten dabei existieren und wie dies konkret am Fallbeispiel der Stadt Herten realisiert wird.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen empirischen Untersuchung mittels Experteninterviews und der Analyse interner Dokumente der Stadt Herten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Employer Brandings, die Übertragung auf den öffentlichen Dienst sowie die detaillierte Vorstellung und Auswertung des Fallbeispiels Herten.
Neben dem zentralen Begriff Employer Branding sind Familienfreundlichkeit, demografischer Wandel, kommunale Verwaltung und Personalmarketing maßgebliche Aspekte.
Sie dient als Instrument zur Kommunikation positiver Arbeitgeberwerte nach außen und als strategischer Ansatz zur Bindung von Mitarbeitern, insbesondere durch flexible Zeitmodelle und Unterstützung beim Wiedereinstieg.
Während sich der öffentliche Dienst stark über Sicherheit positioniert, stehen Unternehmen der Privatwirtschaft oft freiere Instrumente zur Verfügung, wobei die Arbeit zeigt, dass wesentliche Ansätze jedoch sehr ähnlich sind.
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