Bachelorarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 1,3
1. Ausgangssituation
1.1. Die Aufgabe Sozialer Arbeit
1.2. Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen
1.2.1. Lebensbereich Familie
1.2.2. Lebensbereich Schule und Ausbildung
1.2.3. Lebensbereich Freizeit
1.2.4. Aus der Lebenswelt resultierende Probleme
1.3. Tiergestützte Intervention als Methode der Sozialen Arbeit
1.3.1. Tiergestützte Aktivität (TGA)
1.3.2. Tiergestützte Pädagogik (TGP)
1.3.3. Tiergestützte Therapie (TGT)
1.3.4. Geeignete Interventionsformen für Kinder und Jugendliche
2. Grundlagen
2.1. Erklärungsmodelle
2.1.1. Biophilie-Hypothese
2.1.2. Du-Evidenz
2.1.3. Ableitung aus der Bindungstheorie
2.2. Das Zusammenleben von Mensch und Tier
2.2.1. Die Ambivalenz des Zusammenlebens von Mensch und Tier
2.2.2. Tierschutz und Tierethik
2.2.3. Die besondere Beziehung von Kindern zu Tieren
2.2.3.a Kleinkindalter
2.2.3.b Grundschulalter
2.2.3.c Pubertät
2.2.3.d Probleme in der Kind-Tier-Beziehung
2.3. Mensch und Hund
2.3.1. Die Besonderheit der Mensch-Hund-Beziehung
2.3.2. Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Hund
2.4. Voraussetzungen für den professionellen Einsatz eines Hundes
2.4.1. Ausbildung von Mensch und Hund
2.4.2. Eignung des Klienten
2.4.3. Hygiene und Verletzungsgefahr
3. Methodische Rahmung
3.1. Grundmethoden der tiergestützten Arbeit
3.1.1. Die freie Begegnung
3.1.2. Die Hort-Methode
3.1.3. Die Brücken-Methode
3.1.4. Die Präsenz-Methode
3.1.5. Die Methode der Integration
3.2. Interaktionsformen in der Tiergestützten Intervention
3.2.1. Organisationsformen
3.2.2. Funktionsformen
3.2.3. Organisations- und Funktionsaspekte in der Interaktion
4. Einwirkungsbereiche und Fördermöglichkeiten bei Tiergestützter Intervention
4.1. Wahrnehmung
4.2. Kognition und Lernen
4.3. Kommunikation
4.4. Emotionalität
4.5. Soziabilität
4.6. Körper und Motorik
5. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten und den professionellen Einsatz von Hunden im Rahmen von tiergestützten Interventionen in der Sozialen Arbeit zu beleuchten, insbesondere um Kinder und Jugendliche bei verschiedenen Entwicklungs- und Lebensherausforderungen zu unterstützen.
1.2.1. Lebensbereich Familie
Die Pluralisierung der Lebensformen führte zu einer Veränderung der Familienstrukturen in Deutschland.
"Neben einer zunehmenden Bildung von Stieffamilien zeigt sich in den letzten Jahren ein Trend hin zu Familienformen, die es früher nicht bzw. selten gab, wie zum Beispiel Einelternfamilien, nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern und Scheidungsfamilien."
Gerade Letzteres deutet auf psychisch belastende Familiensituationen für Kinder und Jugendliche hin. Die Anzahl der jährlich von der Scheidung der Eltern betroffenen Kinder ist hoch (2008: 150 187 Kinder). Ursache hierfür kann unter anderem sein, dass der Wert eines Kind sich verändert hat. Früher waren Kinder Mitverdiener und Altersvorsorge. Heute werden mit dem Kind Werte wie Sinngebung und Glück verbunden, was dazu führen kann, dass die Eltern sich auf das Kind fixieren und ihre Beziehung aus den Augen verlieren. Unter anderem kann die Trennung von einem Elternteil bei Scheidung der Eltern zu Bindungsschwierigkeiten beim Kind führen.
1. Ausgangssituation: Es wird die gesellschaftliche Aufgabe der Sozialen Arbeit skizziert und die Lebenswelten sowie Probleme von Kindern und Jugendlichen (Familie, Schule, Freizeit) analysiert, um den Bedarf für tiergestützte Methoden abzuleiten.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte der Mensch-Tier-Beziehung, wie die Biophilie-Hypothese und Bindungstheorie, sowie Voraussetzungen für den professionellen Einsatz von Hunden.
3. Methodische Rahmung: Hier werden zentrale Arbeitsmethoden wie die freie Begegnung oder die Methode der Integration sowie verschiedene Organisations- und Interaktionsformen im therapeutischen Kontext beschrieben.
4. Einwirkungsbereiche und Fördermöglichkeiten bei Tiergestützter Intervention: Es wird detailliert dargestellt, wie der Einsatz eines Hundes gezielt auf Persönlichkeitsbereiche wie Wahrnehmung, Kognition oder Emotionalität einwirken kann.
5. Resümee: Die Autorin fasst zusammen, dass tiergestützte Interventionen eine wirksame Ergänzung zur ganzheitlichen Förderung darstellen, jedoch Professionalität und Fachwissen erfordern, um das Technologiedefizit auszugleichen.
Soziale Arbeit, Tiergestützte Intervention, Therapiebegleithund, Kinder und Jugendliche, Mensch-Tier-Beziehung, Bindungstheorie, Biophilie-Hypothese, Pädagogik, Therapie, Interaktionsformen, Förderbereiche, Psychosomatik, Professionalisierung, Tierschutz, Sozialkompetenz
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Therapiebegleithunden als unterstützende Methode innerhalb der Sozialen Arbeit, um Kinder und Jugendliche bei ihren individuellen Entwicklungsaufgaben zu fördern.
Zu den Schwerpunkten zählen die Lebensweltanalyse junger Menschen, die theoretischen Hintergründe der Mensch-Tier-Beziehung sowie die konkrete praktische Umsetzung und Einwirkung von Tieren auf verschiedene Persönlichkeitsbereiche.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiergestützte Interventionen professionell gestaltet werden können, um bei Kindern und Jugendlichen präventiv oder kurativ zu wirken und deren Ressourcen zu aktivieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um wissenschaftliche Konzepte und den aktuellen Stand der tiergestützten Arbeit systematisch darzustellen.
Der Hauptteil erstreckt sich von den Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung und notwendigen Voraussetzungen für Hund und Halter über methodische Rahmenbedingungen bis hin zu detaillierten Wirkungsanalysen in sechs spezifischen Persönlichkeitsbereichen.
Wichtige Schlagworte sind Soziale Arbeit, Tiergestützte Intervention, Therapiebegleithund, Bindung, Mensch-Tier-Beziehung und ganzheitliche Förderung.
Das Technologiedefizit beschreibt, dass im Gegensatz zur Technik in der Sozialen Arbeit kein direkter Kausalzusammenhang (Methode A bewirkt garantiert Ergebnis B) besteht, da menschliche und tierische Prozesse zu komplex sind.
Während bei der freien Begegnung die selbstbestimmte Kontaktaufnahme beider Seiten im Vordergrund steht, zeichnet sich die Präsenz-Methode durch ein künstlich verringertes Distanzverhältnis aus, um etwa bei körperlichen Einschränkungen den Kontakt zu ermöglichen.
Die Ausbildung stellt sicher, dass das Wohlbefinden des Tieres erkannt wird, Stresssignale rechtzeitig wahrgenommen werden und die Zusammenarbeit reibungslos verläuft, was sowohl den Schutz des Tieres als auch die Wirksamkeit für den Klienten garantiert.
Du-Evidenz bezeichnet die Fähigkeit und Tatsache, dass zwischen Menschen und höheren Tieren eine wechselseitige, echte Beziehungsaufnahme möglich ist, die als Grundvoraussetzung für jede pädagogische oder therapeutische Interaktion dient.
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