Diplomarbeit, 2009
144 Seiten, Note: 1,7
1. Problemstellung und Vorgehensweise
2. Herausforderungen für die Versicherungsbranche
2.1 Direkte Einflüsse
2.1.1 Zunehmende Internationalisierung
2.1.2 EU-Vermittlerrichtlinie
2.1.3 Reform des Versicherungsvertragsgesetzes
2.2 Indirekte Einflüsse
2.2.1 Einschränkung der staatlichen Absicherung
2.2.2 Veränderung der Gesellschaftsstruktur
2.2.3 Bewusstsein der Bevölkerung für mögliche Unglücksfälle
2.3 Bedeutung der dargestellten Gegebenheiten für die Dread Disease-Versicherung
3. Allgemeine Vorstellung der Dread Disease-Versicherung
3.1 Einordnung
3.2 Entstehung und Entwicklung
3.3 Merkmale und Abgrenzung zum Berufsunfähigkeitsschutz
3.4 Kalkulation
3.5 Voraussetzungen, Risikoprüfung und Leistungsabwicklung
3.6 Verwendungszwecke der Versicherungsleistung und Zielgruppen
4. Dread Disease-Versicherung in Deutschland
4.1 Situation auf dem deutschen Markt
4.2 Darstellung der verfügbaren Angebote
4.2.1 Canada Life Assurance Europe Limited
4.2.2 Skandia Lebensversicherung AG
4.2.3 Gothaer Lebensversicherung AG
4.2.4 Zusatzversicherungen und Dread Disease-Vertragsbestandteile
4.3 Betrachtung der Bedingungen und Verkaufsinformationen
4.3.1 Versicherte Krankheiten
4.3.2 Beispiel Herzinfarkt: Unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen in den Bedingungswerken
4.3.3 Wichtigkeit des Bedingungsvergleiches anhand zweier Beispiele
4.3.4 Leistungsausschlüsse
4.4 Zwischenergebnis
5. Empirische Erhebung zu ausgewählten Fragestellungen
5.1 Vorgehensweise
5.2 Darstellung und Analyse der Befragungsergebnisse
5.2.1 Erläuterung des unterschiedlichen Erfolges in Großbritannien und Deutschland
5.2.2 Vorteile der Dread Disease-Versicherung
5.2.3 Nachteile der Dread Disease-Versicherung
5.2.4 Beurteilung des Produktes durch Gegenüberstellung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung
5.2.5 Zukunftschancen und Einordnung der Befragungsergebnisse
5.3 Zwischenergebnis
6. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, eine detaillierte Analyse der Dread Disease-Versicherung in Deutschland durchzuführen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Produkt im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung behaupten kann, welche Faktoren den Markterfolg beeinflussen und ob eine Etablierung auf dem deutschen Markt realistisch ist.
3.2 Entstehung und Entwicklung
Der Ursprung der Dread Disease-Versicherung liegt in Südafrika. Zwar gab es in den USA, Israel und Japan bereits zuvor so genannte Krebspolicen, allerdings weisen diese Unterschiede hinsichtlich der Art und der Deckung auf.
Als Ausgangspunkt gilt die hohe Anzahl an Herzerkrankungen in Südafrika in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Die Menschen waren sich dieser Problematik durchaus bewusst. Die medizinisch-technische Entwicklung war in diesem Zeitraum zudem bereits weit fortgeschritten; dies lässt sich bspw. anhand der ersten erfolgreichen Herztransplantation im Jahr 1967 belegen. Die Behandlungsmethoden in Südafrika befanden sich somit auf einem überdurchschnittlichen Niveau – gleichzeitig allerdings bot die dortige Sozialversicherung jedoch nur geringe Hilfen im Falle einer schweren Erkrankung. Während die medizinische Behandlung durch Experten somit möglich war, bestand auf der Seite der Finanzierung ein erhebliches Defizit.
Diese Lücke sorgte dafür, dass sich viele Patienten die benötigten Operationen nicht leisten konnten. Andere wiederum standen nach erfolgreicher Behandlung vor dem finanziellen Bankrott – in einigen gravierenden Fällen führten die monetären Sorgen sogar zum Selbstmord. Diese Problematik veranlasste Marius Barnard, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Er war Chirurg und hatte mit seinem Bruder Christian bereits die oben erwähnte erste Herztransplantation vorgenommen. Er nahm Kontakt zu Versicherungsunternehmen auf, um mit diesen ein neuartiges Produkt zu entwickeln. Dieses sollte den benötigten Schutz bei schweren Erkrankungen bieten. Lebensversicherern war es verboten, Krankheitskostenversicherungen anzubieten. Insofern musste eine anderweitige Deckung erarbeitet werden, die dennoch zur finanziellen Absicherung geeignet war – diese wurde mit der Dread Disease-Deckung geschaffen. Deren Vertrieb war den Lebensversicherern, welche sich zu dieser Zeit in einer Krise befanden, gestattet und verschaffte ihnen neue Verkaufsfelder.
1. Problemstellung und Vorgehensweise: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Marktdiskrepanz der Dread Disease-Police im Vergleich zu Großbritannien und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2. Herausforderungen für die Versicherungsbranche: Es werden direkte und indirekte Einflussfaktoren wie Internationalisierung, EU-Regulierungen und gesellschaftlicher Wandel analysiert, die auf die Versicherungsbranche und speziell auf die Dread Disease-Versicherung einwirken.
3. Allgemeine Vorstellung der Dread Disease-Versicherung: Dieses Kapitel ordnet das Produkt in das Versicherungswesen ein, beleuchtet seine südafrikanische Entstehungsgeschichte, grenzt es vom Berufsunfähigkeitsschutz ab und erläutert Kalkulations- sowie Risikoprüfungsverfahren.
4. Dread Disease-Versicherung in Deutschland: Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der deutschen Marktsituation, eine Analyse der verschiedenen Anbieter und Produkte sowie ein kritischer Vergleich der Versicherungsbedingungen und Leistungsausschlüsse.
5. Empirische Erhebung zu ausgewählten Fragestellungen: Basierend auf Experteninterviews werden die Gründe für den unterschiedlichen Erfolg in Großbritannien und Deutschland analysiert, Vor- und Nachteile diskutiert und Zukunftsaussichten bewertet.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einschätzung über die Rolle und die künftigen Chancen der Dread Disease-Versicherung als Nischen- oder Ergänzungsprodukt auf dem deutschen Versicherungsmarkt.
Dread Disease, Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Deutschland, Großbritannien, Risiko, Kalkulation, Leistungsabwicklung, Versicherungsbedingungen, Krankenversicherung, Marktstudie, Keyman, Vorsorge, Leistungsvergleich, Risikoprüfung
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und die Entwicklungschancen der Dread Disease-Versicherung auf dem deutschen Markt im Vergleich zur etablierten Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die Themen umfassen die Marktsituation, regulatorische Einflüsse (EU-Richtlinien), produkttechnische Unterschiede, Kalkulationsherausforderungen und Expertenmeinungen zur Marktakzeptanz.
Ziel ist es, den Status quo der Dread Disease-Versicherung zu beleuchten und eine Beurteilung darüber vorzunehmen, ob das Produkt eine ernsthafte Alternative oder lediglich eine Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung darstellt.
Neben einer allgemeinen Marktanalyse und der Auswertung von Versicherungsbedingungen wird eine empirische Untersuchung in Form von 16 Experteninterviews durchgeführt, um ganzheitliche Einblicke zu gewinnen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Einordnung des Produkts, seiner Historie, der Darstellung aktueller Angebote in Deutschland sowie der kritischen Analyse von Versicherungsbedingungen und Leistungsausschlüssen.
Wichtige Schlüsselwörter sind Dread Disease, Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikoprüfung, Leistungsausschlüsse, Marktstudie, Vorsorge und Keyman-Absicherung.
Laut den Experten ist dies historisch bedingt, auf die engere Verzahnung mit Baufinanzierungen zurückzuführen und liegt in der anderen Struktur der Sozialversicherungssysteme begründet.
Sie dient als wichtiges Einsatzgebiet für Unternehmen, um den finanziellen Ausfall von wertvollen Mitarbeitern oder Führungskräften bei schweren Erkrankungen abzusichern.
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