Bachelorarbeit, 2024
60 Seiten, Note: 2,0
Diese Bachelorarbeit analysiert die Veränderungen in der Akzeptanz und Durchführung von Online-Psychotherapien aus der Perspektive von Psychotherapeut*innen vor und nach der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Das Hauptziel ist es, mittels einer quantitativen Studie zu ermitteln, inwieweit sich die Wahrnehmung und Umsetzung von Online-Psychotherapien im Vergleich zu den Meinungen vor der Pandemie verändert hat.
2.1 Psychotherapiegesetz und 2.2 Die Ausbildung
Die „Ausübung der Psychotherapie im Sinne dieses Gesetzes ist jede mittels wissenschaftlich geprüfter und anerkannter psychotherapeutischer Verfahren oder Methoden berufs- oder geschäftsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist“ heißt es in § 1 Abs. 2 des Psychotherapiegesetzes. Ebenso ist es in Deutschland gestattet mit einer Ausbildung der Heilkunde eine Psychotherapie nach § 1 Abs. 2 HeilprG (Heilpraktikergesetz) durchzuführen: Die „Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen“. Aus diesen beiden Gesetzestexten wird ersichtlich, dass Psychotherapie in zweierlei Hinsicht Anwendung findet: in Fällen von Störungen und in Fällen von Leiden. Bei einer Person mit einer Störung handelt es sich um eine Person, deren Verhalten in der Gesellschaft auffällig ist, damit stellt diese eine äußere Sichtweise dar. Im Gegensatz dazu bezieht sich das Leiden auf das subjektive Empfinden der Betroffenen, weshalb es sich auf die innere Sichtweise des Menschen bezieht (Slunecko, 2017, S. 11).
Unterschieden wird zwischen Psycholog*innen, psychologischen Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen. Psycholog*innen verfügen über einen (Master-) Abschluss in Psychologie und beschäftigen sich damit, das menschliche Erleben, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten, „zu beschreiben, zu erklären, vor-herzusagen und zu verändern“ (Günther, 2022, S. 13). Psychotherapeut*innen haben anschließend an ein Studium im Fach Psychologie eine mindestens dreijährige Ausbildung in der Psychotherapie abgeschlossen. Anschließend dürfen Psychotherapeut*innen eine Psychotherapie ausüben. Nach der Approbation dürfen Therapeut*innen die Berufsbezeichnung Psychotherapeut*in führen, was sie von Heilpraktiker*innen unterscheidet. Heilpraktizierende nutzen bspw. die Bezeichnung Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (Günther, 2022, S. 15). Psychiater*innen haben grundsätzlich ein Studium der Medizin absolviert und anschließend eine fachärztliche Ausbildung abgeschlossen. Psychiater*innen dürfen zusätzlich Medikamente (Psychopharmaka) verordnen, falls eine medikamentöse Therapie notwendig ist (Günther, 2022, S. 15). Häufig verschriebene Medikamente bei psychischen Erkrankungen sind selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRIs) und Benzodiazepine. SSRIs werden häufig bei Depressionen oder Angststörungen angewendet, während Benzodiazepine eine dämpfende Wirkung auf das Nervensystem haben (Gillihan, 2021, S. 23).
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, beleuchtet die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Psychotherapie und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Veränderung der Akzeptanz und Durchführung von Online-Psychotherapien vor.
Kapitel 2 Psychotherapie – ein theoretischer Überblick: Es bietet eine umfassende Einführung in die Psychotherapie, inklusive ihrer Definition, des Psychotherapiegesetzes, der Ausbildung von Psychotherapeut*innen und der verschiedenen Therapieformen.
Kapitel 3 Die Online-Psychotherapie: Hier werden die verschiedenen Arten der Online-Psychotherapie vorgestellt, die rechtlichen Anforderungen in Deutschland diskutiert und die Vor- sowie Nachteile dieser Behandlungsform erläutert.
Kapitel 4 Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Psychotherapie: Dieses Kapitel beschreibt, wie die COVID-19-Pandemie die psychotherapeutische Praxis beeinflusst und welche Rolle Online-Psychotherapien in dieser Ausnahmesituation spielten.
Kapitel 5 Studienergebnisse zur Online-Psychotherapie: Es werden die Forschungsergebnisse aus vier Studien analysiert, die sich mit der Akzeptanz, der therapeutischen Beziehung und der Wirksamkeit von Online-Psychotherapien befassen.
Kapitel 6 Umfrage zu Online-Psychotherapie: Dieses Kapitel detailiert die Methodik der eigenen quantitativen Umfrage, inklusive der Durchführung, der aufgestellten Hypothesen und der Präsentation der erhobenen Ergebnisse.
Kapitel 7 Diskussion: Die Ergebnisse der Umfrage werden im Kontext der bestehenden Literatur diskutiert, wobei die Gründe für beobachtete Trends und Herausforderungen beleuchtet werden.
Kapitel 8 Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsarbeiten im Bereich der Online-Psychotherapie.
Online-Psychotherapie, COVID-19-Pandemie, Akzeptanz, Durchführung, Psychotherapeut*innen, Deutschland, Psychotherapiegesetz, Ausbildung, Vor- und Nachteile, therapeutische Beziehung, nonverbale Signale, Krisenmanagement, quantitative Studie, digitale Gesundheitstechnologien, Präsenztherapie.
Diese Bachelorarbeit untersucht, wie sich die Akzeptanz und Durchführung von Online-Psychotherapien in Deutschland aus Sicht von Psychotherapeut*innen vor, während und nach der COVID-19-Pandemie verändert haben.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Grundlagen der Psychotherapie, die Online-Psychotherapie mit ihren rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Vor- und Nachteilen, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Psychotherapie und die Studienergebnisse einer Umfrage zur Online-Psychotherapie.
Das primäre Ziel ist es, anhand einer quantitativen Studie zu analysieren, inwieweit sich die Wahrnehmung und Durchführung von Online-Psychotherapien vor, während und nach der Pandemie verändert hat. Die Forschungsfrage lautet: Konnten aufgrund der COVID-19-Pandemie Veränderungen in Akzeptanz und Durchführung von Online-Psychotherapien aus der Sicht von Psychotherapeut*innen vergleichend zu den Meinungen vor der Pandemie in Deutschland festgestellt werden?
Die Arbeit basiert hauptsächlich auf einer quantitativen Studie, die mittels eines Online-Fragebogens bei praktizierenden Psychotherapeut*innen durchgeführt wurde.
Der Hauptteil behandelt einen theoretischen Überblick über Psychotherapie und Online-Psychotherapie, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, relevante Studienergebnisse und die Durchführung, Hypothesen und Ergebnisse einer eigenen quantitativen Umfrage.
Online-Psychotherapie, COVID-19-Pandemie, Akzeptanz, Durchführung, Psychotherapeut*innen, Deutschland, Psychotherapiegesetz, Ausbildung, Vor- und Nachteile, therapeutische Beziehung, nonverbale Signale, Krisenmanagement, quantitative Studie, digitale Gesundheitstechnologien, Präsenztherapie.
Während der Pandemie wurde ein deutlicher Anstieg von 29.9% auf 91.4% an Online-Psychotherapien beobachtet, was auf die Ausnahmesituation zurückgeführt wird.
Nach dem Ende der Pandemie kehrten viele Therapeut*innen zur persönlichen Therapie zurück, hauptsächlich aufgrund technischer Probleme (Internetverbindung, fehlende Endgeräte) und Schwierigkeiten beim Umgang mit Krisensituationen.
Die Umfrage zeigte, dass 59.9% der Psychotherapeut*innen nonverbale Signale in Online-Therapien weniger gut wahrnehmen können, der genannte Kritikpunkt der erschwerten Interpretation jedoch nicht vollständig bestätigt wurde, insbesondere bei bereits bestehenden stabilen Beziehungen.
Die befragten Psychotherapeut*innen gaben an, dass Patient*innen ihre Gefühle in Online-Therapien leichter offenbaren, auch wenn zuvor keine therapeutische Beziehung in Präsenzsitzungen bestand.
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