Bachelorarbeit, 2023
62 Seiten, Note: 1,3
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des Jahressteuergesetzes 2022 auf die Erbschaft- und Schenkungsteuer bei der Übertragung von Grundbesitz ab dem 01.01.2023. Das Hauptziel ist es, die Änderungen des Bewertungsgesetzes zu analysieren und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Ermittlung der Erbschaft- und Schenkungsteuer aufzuzeigen, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Mehrbelastung.
II. Bewertung bebauter Grundstücke
Die Zuordnung der in § 181 BewG genannten Grundstücksarten zu einem der drei Bewertungs-verfahren erfolgt in § 182 BewG. Die Grundbesitzbewertung erfolgt abhängig von der Grund-stücksart im Vergleichswertverfahren, im Ertragswertverfahren oder im Sachwertverfahren.
Die Bewertungsverfahren werden auch nach Änderung des BewG durch das JStG 2022 grundsätz-lich in ihrer Systematik beibehalten. Die Änderungen wirken sich dennoch insbesondere auf das Ertrags- und das Sachwertverfahren zur Bewertung bebauter Grundstücke aus. Aber auch die Be-wertung in Erbbaurechtsfällen und in Fällen, in denen sich Gebäude auf fremdem Grund und Bo-den befinden, sind von den Änderungen durch das JStG 2022 betroffen.
Das Vergleichswertverfahren wird in § 183 BewG geregelt. Es findet gemäß § 182 Abs. 2 BewG bei Wohnungseigentum, Teileigentum und Ein- und Zweifamilienhäusern Anwendung, sofern ge-eignete Vergleichswerte vorliegen. Bei Ein- und Zweifamilienhäuser ist das Vergleichswertver-fahren i. d. R. nur selten anwendbar, da diese Grundstücksarten auf Grund ihrer individuellen Ei-genschaften oft nur wenig vergleichbar sind.
Es ist zwischen dem direkten Vergleichswertverfahren im Sinne des § 183 Abs. 1 BewG und dem indirekten Vergleichswertverfahren nach § 183 Abs. 2 BewG zu unterscheiden. Die Grundbe-sitzwerte werden im Rahmen des Vergleichswertverfahrens aus den Vergleichspreisen (direkte Methode) oder anhand von Vergleichsfaktoren (indirekte Methode) abgeleitet.
Ersteres erfordert gemäß R B 183 Abs. 2 ErbStR das Vorliegen von Vergleichsgrundstücken, die hinsichtlich bestimmter Merkmale eine hinreichende Übereinstimmung vorweisen. Zu diesen Merkmalen zählen die Lage und das Alter des Gebäudes, die Grundstücksgröße, der Erschlie-ßungszustand, sowie die Art der baulichen Nutzung. Für das direkte Vergleichswertverfahren sind die von Gutachterausschüssen im Sinne der §§ 192 ff. BauGB mitgeteilten Vergleichspreise maßgeblich. Für den Fall, dass mehrere Vergleichspreise vorliegen, ist der Durchschnittspreis dieser zu bilden und anzusetzen.
Alternativ können im Rahmen des indirekten Vergleichswertverfahrens die von Gutachteraus-schüssen mitgeteilten Vergleichsfaktoren, wie beispielsweise der Quadratmeterpreis, herangezo-gen werden. Hier ergibt sich der Vergleichswert durch die Multiplikation des Vergleichsfaktors mit beispielsweise der Objektgröße.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steuerliche Bedeutung der Erbschaftsteuer in Deutschland und führt in die Problematik der Wertermittlung von Grundbesitz nach dem Jahressteuergesetz 2022 ein.
A. Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht: Dieses Kapitel bietet eine allgemeine Übersicht über das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, einschließlich der Steuerpflicht, Steuerklassen, Freibeträge sowie Steuerbefreiungen und -begünstigungen im Kontext von Grundbesitzübertragungen.
B. Begriff des Grundbesitzes im Sinne der Erbschaft- und Schenkungsteuer: Hier wird der Grundbesitzbegriff detailliert definiert und verschiedene Grundstücksarten sowie Sonderfälle wie Erbbaurechte und Gebäude auf fremdem Grund und Boden unterschieden.
C. Bewertungsverfahren: Das umfangreichste Kapitel stellt die verschiedenen Bewertungsverfahren – Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren – vor und analysiert die spezifischen Änderungen des Bewertungsgesetzes durch das JStG 2022 sowie deren Auswirkungen auf die Bewertung von Grundbesitz.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bewertet die Auswirkungen der JStG 2022-Änderungen auf die Grundbesitzbewertung und klärt die Frage einer möglichen steuerlichen Mehrbelastung.
Jahressteuergesetz 2022, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Grundbesitz, Bewertungsgesetz, Immobilienbewertung, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren, Vergleichswertverfahren, Liegenschaftszinssätze, Regionalfaktor, Alterswertminderung, Familienheim, Erbbaurecht, Steuerrecht.
Diese Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des Jahressteuergesetzes 2022 auf die Erbschaft- und Schenkungsteuer, insbesondere im Hinblick auf die Bewertung von Grundbesitz und mögliche daraus resultierende steuerliche Mehrbelastungen.
Die zentralen Themenfelder umfassen das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, die Definition des Grundbesitzes, verschiedene Bewertungsverfahren für Immobilien (Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren) sowie Sonderfälle der Bewertung.
Das primäre Ziel ist es, die Änderungen des Bewertungsgesetzes durch das Jahressteuergesetz 2022 herauszuarbeiten und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Erbschaft- und Schenkungsteuer aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob es tatsächlich zu einer Mehrbelastung mit Erbschaft- und Schenkungsteuer bei der Übertragung von Grundbesitz ab dem 01.01.2023 kommt.
Die Arbeit verwendet eine rechtswissenschaftliche Analyse, indem sie die bis zum 31.12.2022 geltenden Bewertungsvorschriften denen des Jahressteuergesetzes 2022 gegenüberstellt und die sich daraus ergebenden steuerlichen Konsequenzen aufzeigt.
Der Hauptteil behandelt das allgemeine Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, definiert den Begriff des Grundbesitzes und seine Arten, sowie detailliert die verschiedenen Bewertungsverfahren für Grundbesitz und deren Änderungen durch das JStG 2022.
Jahressteuergesetz 2022, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Grundbesitz, Bewertungsgesetz, Immobilienbewertung, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren, Vergleichswertverfahren, Liegenschaftszinssätze, Regionalfaktor, Alterswertminderung, Familienheim, Erbbaurecht, Steuerrecht.
Das JStG 2022 hat die gesetzlichen Liegenschaftszinssätze herabgesetzt und an das aktuelle Marktniveau angepasst. Dies führt tendenziell zu einer geringeren Bodenwertverzinsung und einem höheren Gebäudeertragswert, was eine steuerliche Mehrbelastung nach sich ziehen kann.
Der Regionalfaktor wurde im Sachwertverfahren neu eingeführt, um den Gebäudesachwert an das regionale Baukostenniveau und den örtlichen Grundstücksmarkt anzupassen. Er wird mit den durchschnittlichen Herstellungskosten multipliziert.
Ja, ab dem 01.01.2023 wird die Bewertung von Erbbaurechten und Erbbaugrundstücken neu strukturiert. Das Vergleichswertverfahren ist in diesen Fällen nicht mehr vorgesehen; stattdessen kommen finanzmathematische Methoden und Koeffizienten der Gutachterausschüsse zum Einsatz.
Ja, Steuerpflichtige haben weiterhin die Möglichkeit, einen niedrigeren gemeinen Wert des Grundbesitzes nachzuweisen, falls das Bewertungsergebnis deutlich über dem Verkehrswert liegt, beispielsweise durch ein Sachverständigengutachten oder einen zeitnah erzielten Kaufpreis.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

