Magisterarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 1,3
TEIL I: GRUNDLEGENDE BEGRIFFE UND BEFUNDE ZUR ENTWICKLUNG VON GESCHLECHTSIDENTITÄTEN, GESCHLECHTERROLLEN UND GESCHLECHTSSPEZIFISCHEN UNTERSCHIEDEN IM FREMDSPRACHENERWERB
1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten
1.1 Biologisch begründete Geschlechterdifferenzen
1.2 Erklärungsansätze für psychologische Geschlechtsunterschiede
1.2.1 Geschlechtsidentitäten und Geschlechterrollen
1.3 Lerntheoretische Konzepte zur Erklärung von Geschlechtsdifferenzen
1.3.1 Behavioristische Lerntheorien und Verhaltensanalyse
1.3.2 Beobachtungslernen, Lernen am Modell und die sozial-kognitive Lerntheorie
1.4 Selbstkonzept – Einflussfaktoren und Entwicklung
1.4.1 Die Rolle der Eltern und Familie
1.4.2 Die Rolle der Gleichaltrigen im Kontext Schule
1.5 Entwicklungs- und Veränderungspotential der Geschlechterrollen und Geschlechterbilder im historischen Überblick
TEIL II: ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR KOGNITIVE GESCHLECHTERDIFFERENZEN UND DIE ROLLE VON MOTIVATION UND INTERESSE BEIM GESTEUERTEN FREMDSPRACHERWERB
2. Kognitive Geschlechtsunterschiede
2.1 Leistungsdifferenzen in verbalen Fähigkeiten
3. Interesse und Motivation am Fremdsprachenunterricht
3.1 Instrumentelle und integrative Motivation
3.2 Intrinsische und extrinsische Motivation und der Einfluss der Selbstbestimmung auf den gesteuerten Fremdsprachenerwerb
3.3 Das Zusammenspiel von Kausalattribution, Motivation und Selbstkonzept – erklärt es Geschlechtsunterschiede?
3.4 Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht in der Schule
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem biologischen und sozialen Geschlecht sowie dem gesteuerten Fremdsprachenerwerb in der Schule, um die weit verbreitete Annahme einer weiblichen Überlegenheit kritisch zu hinterfragen und die Rolle individueller Einflussfaktoren wie Motivation und Selbstkonzept zu beleuchten.
1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten
Damit die Variable Geschlecht im Zusammenhang mit der Fremdsprachenforschung untersucht werden kann, werden vorrangig Definitionen und Erklärungsansätze für Geschlechterbilder und geschlechtsspezifische Leistungsdifferenzen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten betrachtet, um in das Forschungsfeld einzuführen. Dabei soll auch deutlich werden, inwiefern sich verschiedene Auffassungen der Geschlechterrollen sowie Geschlechterdifferenzen aufgrund historischer Entwicklungen verändert haben.
1.1 Biologisch begründete Geschlechterdifferenzen
Zunächst unterscheidet man das Geschlecht von Männern und Frauen durch die jeweiligen biologischen Merkmale, unter welchen vornehmlich die verschiedenen Funktionen bei der Fortpflanzung (Reproduktion) sowie die hormonellen und anatomischen (körperlichen) Unterschiede verstanden werden (vgl. Klann-Delius 2005; Richter 1996; Zimbardo et al. 2004). Asendorpf hebt dabei zusätzlich den Aspekt hervor, dass „[biologisches] Geschlecht… auf genetischer (und nicht wie alltäglich auf anatomischer) Ebene untersucht werden [sollte]“, denn die Chromosomenstellung, XX oder XY, ist verantwortlich für die weiteren hormonellen und damit anatomischen als auch psychologischen Entwicklungsprozesse in der pränatalen Phase sowie nach der Geburt (Ibid. 2004: 377; vgl. Richter 1996). Durch die Aktivität der Chromosomenanlage mit dem genetischen Material kommt es innerhalb der ersten zwölf Wochen bei männlichen und weiblichen Feten zur Herausbildung der entsprechenden Keimdrüsenanlagen (Hoden, Eierstöcke), die dann wiederum bestimmte Sexualhormone produzieren. „Es wäre aber falsch anzunehmen, dass ab diesem Alter Progesteron nur von genetisch weiblichen und Androgene nur von genetisch männlichen Feten produziert würden“ (Asendorpf 2004: 377). Vielmehr handelt es sich um ein quantitatives Verhältnis der Hormonproduktion, welches das hormonelle Geschlecht definiert; d.h., dass alle Feten sowohl männliche als auch weibliche Hormone in verschiedenen Mengen je nach Geschlechtsdrüsenanlage produzieren (vgl. ibid.).
1. Die Variable Geschlecht in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten: Einführung in die Forschungsfrage und Untersuchung der biologischen sowie sozialen Grundlagen von Geschlechtsdifferenzen.
2. Kognitive Geschlechtsunterschiede: Auseinandersetzung mit neurowissenschaftlichen Erklärungsansätzen für angebliche kognitive Leistungsunterschiede und Kritik an der Forschungslage.
3. Interesse und Motivation am Fremdsprachenunterricht: Analyse der Bedeutung von Motivationstypen und deren Zusammenspiel mit dem Selbstkonzept für den Erfolg im Fremdsprachenlernen.
Geschlecht, Fremdsprachenerwerb, Geschlechterrollen, Motivation, Selbstkonzept, Sozialisation, Kognitive Unterschiede, Attribution, Stereotype, Fremdsprachenunterricht, Identitätsfindung, Leistungsdifferenzen, Geschlechtsidentität, Pädagogik, Lernbiologie.
Die Arbeit untersucht die wissenschaftlich verbreitete Annahme, dass Mädchen beim Fremdsprachenlernen Jungen überlegen seien, und beleuchtet kritisch, wie Geschlechterrollen und biologische Mythen diese Wahrnehmung beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen die biologische Geschlechterdifferenzierung, lerntheoretische Sozialisationsprozesse, das Selbstkonzept von Lernenden sowie die motivationalen Aspekte im modernen Fremdsprachenunterricht.
Ziel ist es zu ergründen, ob die vermeintliche weibliche Superiorität in Sprachen tatsächlich biologisch fundiert ist oder ob sie ein soziales Konstrukt darstellt, das durch gesellschaftliche Erwartungen und die Forschung selbst aufrechterhalten wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Studien aus der Psychologie, Soziologie und Fremdsprachendidaktik.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Geschlechterbildern, die Rolle von Eltern und Gleichaltrigen, kognitive Erklärungsmodelle sowie die Bedeutung von integrativer und instrumenteller Motivation für den schulischen Lernerfolg.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Geschlecht, Motivation, Fremdsprachenerwerb, Geschlechterrollen, Selbstkonzept, Sozialisation und Attribution.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Suche nach einem "Hirngeschlecht" oft weniger wissenschaftlich fundiert ist als vielmehr der Versuch, gesellschaftliche Vorstellungen von Mann und Frau durch neurowissenschaftliche Befunde zu rechtfertigen.
Motivation ist ein dynamischer, individueller Prozess, der den Lernerfolg massiv beeinflusst. Die Arbeit zeigt auf, dass Motivation nicht geschlechtsspezifisch ist, sondern stark durch Unterrichtsgestaltung und persönliche Einstellungen geprägt wird.
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